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Schmedshagen: Frische Milch aus dem Kuhhäuschen

Schmedshagen Schmedshagen: Frische Milch aus dem Kuhhäuschen

Auf dem Hof Reck öffnete zweite Milchtankstelle im Landkreis

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Landwirt Peter Reck vor seiner Milch-Tankstelle, Julia Wichering befüllt das Flaschenregal im Kuhhäuschen.

Schmedshagen. Genüsslich kauen Ida, Frieda und die anderen Milchkühe im Stall des Landwirtschaftsbetriebes in Schmedshagen das Schrot, das ihnen Landwirt Tim Reck gerade in die Futterkrippe getan hatte. Die Milch dieser Kühe kann man sich nun an der Milchtanke des Hofes Reck selbst abfüllen. Damit gibt es im Landkreis Vorpommern-Rügen nun bereits die zweite Zapfanlage für frische Milch. Bereits im letzten Jahr hatte der Klausdorfer Landwirt Henning Heß seine Milchtanke eröffnet (die OZ berichtete).

OZ-Bild

Auf dem Hof Reck öffnete zweite Milchtankstelle im Landkreis

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An der Reckschen Hofeinfahrt – und damit direkt an der Dorfstraße – wirbt eine milchzapfende Kuh für den Milchautomaten. Das Gerät steht in einem schwarz-weiß bemalten Holzhaus und gibt die zwischen vier und sechs Grad gekühlte Milch an den Milchgenießer weiter. Mario Kagels-Egerer nutzt an diesem Samstagmorgen erstmals den Milchautomaten. „Ich habe das Schild im Vorbeifahren gesehen und bin neugierig geworden. Wie wir die frische Milch verbrauchen, entscheiden meine Kinder“, so der dreifache Familienvater.

„Die Idee zur Milchtankstelle hatten die Familien meiner Söhne. Sie haben mit uns darüber gesprochen. Anfangs waren wir skeptisch, inzwischen haben wir aber schon eröffnet. Die Resonanz ist größer, als wir gedacht haben. Die Verbraucher finden es gut, weil die Milch direkt vom Erzeuger kommt“, erzählt Landwirt Peter Reck. Er spült im Melkstall gerade die Milchanlage mit Desinfektionsmittel.

Um sechs Uhr morgens begannen er und Sohn Jan mit dem Melken der Kühe. „Wir haben 150 Kühe zu melken. Ebenso viele stehen noch im Reprostall. Das Futter für unsere 300 Tiere bauen wir selbst an. Die Kühe bekommen bei uns Schrot von unserem geernteten Korn statt Futterpellets“, sagt Agraringenieur Jan Peter Reck. Der 35-Jährige und sein Bruder Tim (30) sind die Juniorchefs des Familienbetriebes in Schmedshagen.

Julia Wichering, die Partnerin von Tim Reck, füllt das Flaschenregal auf. Die 23-Jährige ist mit Söhnchen Otto in Elternzeit. Flaschen mit einem Volumen von einem und einem halben Liter kann man kaufen. Die Literflasche kostet einen Euro, die Halbliterflasche fünfzig Cent. Man kann aber auch 200 Milliliter für 20 Cent abfüllen.

„Wir haben uns gleich einen Milchautomaten gekauft, der EU-zertifiziert ist. Der Transportbehälter fasst 150 Liter Milch. Wir befüllen ihn mit etwa 100 Litern. Ein Sensor misst, wenn der Behälter leer ist“, erzählt der 63-jährige Landwirt. Und Julia Wichering ergänzt: „Nach dem Schließen der Milchklappe erfolgt die automatische Reinigung der Zufuhrschläuche.“ Sie verrät auch, dass Freundin Elisa die lustige Werbekuh gestaltet hat und, dass es von der Idee bis zur endgültigen Umsetzung des Milchautomaten viel Arbeit war.

Im Kuhhäuschen finden die Milchliebhaber neben Automaten und Flaschenregal auch Handdesinfektionsmittel, Papierhandtücher und einen geschlossenen Müllbehälter. Holzplastiken von Karsten Miller und Lucas Drechsler weisen auf den Hof Reck hin und zeigen das Bild eines Bauern. „Im Frühjahr wird das Umfeld noch mit Rabatten gestaltet“, erzählt die 23-Jährige.

24 Stunden Milch zapfen

Geöffnet ist die Milchtankstelle in Schmedshagen rund um die Uhr, 24-Stunden lang. Ab 20 Uhr sind die Türen zwar geschlossen, trotzdem kann man Milch zapfen. Ein Liter kostet einen Euro, man kann auch weniger abfüllen.

Das Straßenschild mit der lustigen Kuh ist angestrahlt, im Haus des Bauernhofes von Familie Reck ist der Automat beleuchtet, so kann sich der Milchgenießer die Milch auch noch zu mitternächtlicher Stunde zapfen.

Ines Engelbrecht

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