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Schutzstreifen für Radler auf der Straße umstritten

Stralsund Schutzstreifen für Radler auf der Straße umstritten

In Stralsund gibt es sie seit 2015 auf dem Carl-Heydemann-Ring / Bisher gab es dort einen Unfall mit Radfahrer

Stralsund. Die Einführung von Schutzstreifen für Radfahrer bleibt in der Hansestadt Stralsund umstritten. Während sich vor allem die Ortsgruppe Stralsund des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) für die Alternative zum Fahrradweg stark macht, sehen es viele Autofahrer überhaupt nicht gern, wenn vor ihnen auf der Fahrbahn plötzlich ein Radler auftaucht. Aber auch Radfahrer selbst fühlen sich oft unsicher und meiden den durch eine weiße gestrichelte Linie am Fahrbahnrand gekennzeichneten Schutzstreifen.

Dabei ist es gerade die Sicherheit, die nach Überzeugung von Roland Kienow vom VCD für den Schutzstreifen spricht: „Autofahrer nehmen den Fahrradfahrer auf dem Schutzstreifen viel besser wahr, als wenn er auf einem Radweg neben der Straße, der vielleicht sogar noch von abgestellten Fahrzeugen verdeckt ist, unterwegs ist.“ So könne sich der Autofahrer auch viel besser auf den Radfahrer einstellen.

Den Vorteil für Radfahrer sieht Kienow auch darin, dass er auf der Straße mit Schutzstreifen schneller unterwegs sein darf als zum Beispiel auf einem Gehweg, auf dem er zwar geduldet ist, sich aber eigentlich nur mit Schrittgeschwindigkeit fortbewegen darf, um die Fußgänger nicht zu gefährden.

Um sich ein besseres Urteil über Sinn und Unsinn von Fahrradschutzstreifen in Stralsund bilden zu können, haben sich jetzt die Mitglieder des Bürgerschaftsausschusses für Familie, Sicherheit und Gleichstellung näher mit dem Thema befasst. Zu Gast in der Sitzung am Dienstagabend war Wilfried Harfenmeister, Sachbearbeiter Verkehr in der Polizeiinspektion Stralsund. Auch er führte als Argument ins Feld, dass Autofahrer den Radler auf dem Schutzstreifen besser erkennen. „Aber der Radfahrer wird auch ganz schnell zum Hindernis“, sagte er. Das könne zu gefährlichen Situationen führen. Er sprach in diesem Zusammenhang als Beispiel von einem größer werdenden „Überholdruck“. Das bedeutet: Hinter dem Radfahrer bildet sich bei Gegenverkehr eine Autoschlange. Das Risiko gefährlicher Überholmanöver steigt. Harfenmeister betonte: „Schutzstreifen für Radfahrer sind nicht immer die beste Lösung. Sie sind nicht überall geeignet.“ Geprüft werden müssten immer verschiedene Möglichkeiten.

Bereits seit Mitte 2015 gibt es auf dem Carl-Heydemann-Ring vom Tribseer Damm aus in Richtung Feldstraße diese Streifen auf der Fahrbahn. Laut Polizeistatistik hat sich dort seitdem ein Verkehrsunfall mit einem beteiligten Radfahrer ereignet. Ein Autofahrer hatte einen Radfahrer auf dem Schutzstreifen überholt, seine Geschwindigkeit falsch eingeschätzt. Das Auto bog rechts ab, der Radfahrer musste so stark bremsen, dass er stürzte.

Im Gespräch sind derzeit Schutzstreifen unter anderem auf dem Tribseer Damm nach der Sanierung und auf dem Carl-Heydemann-Ring in Richtung Jungfernstieg. Sie sind ein Angebot an den Radfahrer. Das heißt, wenn es zum Beispiel einen Radweg neben der Straße gibt, kann er wählen.

Übrigens: Eine Benutzungspflicht für Radwege gibt es für Fahrradfahrer nur, wenn sie mit dem bekannten blauen Verkehrsschild gekennzeichnet sind (Tribseer Damm zwischen Bahnhof und Knieperwall). Bei Radwegen, die sich nur durch ihre Bauart oder eine andere Farbe vom Gehweg unterscheiden, darf der Radfahrer auch die Fahrbahn benutzen (Frankenwall). Das gilt auch auf Gehwegen, die für Radler frei sind (Knieperwall).

Jens-Peter Woldt

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