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Seegras aus dem Hafen Barhöft oder Kohle für historische Dampflok

Hohendorf/Stralsund Seegras aus dem Hafen Barhöft oder Kohle für historische Dampflok

Das Fuhrunternehmen Sellenthin feiert heute sein 25-jähriges Firmenjubiläum / In Hohendorf fing einst alles an

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Das Fuhrunternehmen Sellenthin hat seinen Firmensitz von Hohendorf nach Stralsund verlagert. FOTO: INGOLF DINSE

Hohendorf/Stralsund. „Kies zum Termin – Sellenthin“ – unter diesem Slogan ist die Firma aus Hohendorf bekannt. Und das seit 25 Jahren, denn 1991 meldete Ulrich Sellenthin ein Gewerbe als Fuhrunternehmer an.

Aller Anfang war schwer. Einer, der das weiß, ist Mario Golla. Er ist der Einzige, der von Anfang an dabei ist. Brummifahrer Ulrich Sellenthin und sein Schwiegersohn Mario Golla von der Werft wurden nach der Wende arbeitslos. Die Idee eines Fuhrunternehmens war schnell geboren. Gerda Sellenthin und Mario Golla führten daraufhin zahllose Verhandlungen mit Banken und Kreditgebern.

Rentabilitätsvorschau und Wirtschaftlichkeitsprognose – wer wusste damals damit schon etwas anzufangen?

Aber aufgeben gab es nicht. Also machte sich das Duo auf, um einen Steuerberater und eine Leasingfirma zu finden, die beides schnell und problemlos hinbekommt. Am Ende waren Mario Golla und Gerda Sellenthin in Rostock gelandet. Der Vertrag wurde unterschrieben, und der LKW konnte kommen. Ja, dann kam er auch – Mitte Dezember, es war kalt und es wurde Winter, was macht man zu dieser Jahreszeit mit einem Laster? Der erste LKW war ein Mercedes V6 Diesel mit 290 PS und Sattelauflieger. „Der hat damals 240000 Mark gekostet. Eine für uns damals unvorstellbar hohe Summe. Und wir mussten mit allem, was wir hatten, dafür bürgen. Das war ein sehr unangenehmes Gefühl“, so Ulrich Sellenthin. Übrigens: Der Mercedes verrichtete seinen Dienst sehr lange, am Ende hatte er mit 850000 Kilometern auf der Uhr seinen Beitrag geleistet.

Gerda Sellenthin war inzwischen voll eingebunden in die neue Firma, sie verfügte über Erfahrungen als Verkaufsstellenleiterin und die Vermarktung von Blumen und Gemüse. Mit diesen Voraussetzungen war sie nun für das Büro und den Schriftverkehr zuständig.

Mario und Ulrich gingen Klinken putzen, um Aufträge zu bekommen. So nach und nach kamen Aufträge. Der Mercedes lief bald Doppelschicht, Ulrich und Mario wechselten sich ab. Fahrten für die Zuckerfabrik, Getreide für den Hafen, vor allem aber Aufträge für Beton- und Asphaltwerke bzw. Tief- und Hausbaufirmen brachten den Aufschwung.

Der Firmensitz war viele Jahre in Hohendorf. Als reines Familienunternehmen behauptete man sich am Markt. Ein Kraftfahrer wurde eingestellt, ein LKW, später noch ein Laster und Bagger kamen dazu. Von nun an erweiterte sich das Betätigungsfeld. Es kamen Abriss-, Tiefbau- und Gründungsarbeiten hinzu. Mario Golla erklärt: „Wir haben aber immer nur das gemacht, was wir konnten, haben nur Aufträge übernommen, die wir zur vollsten Zufriedenheit unserer Kunden erfüllen konnten, das war gut und richtig so.“

Ein großer Meilenstein kam 2005. Ulrich und Gerda Sellenthin übergaben die Firma in die Hände von Tochter Anette. Sie war als Ingenieurin bei der Firma Umweltplan gut in Lohn und Brot, es war folglich ein schwerer Schritt in die Selbstständigkeit. Letztendlich wollte sie die Firma aber nicht so einfach laufen lassen und übernahm das Steuer.

„Als meine Eltern 2005 in den Ruhestand gingen, wollten wir uns standortmäßig neu orientieren. Bis dahin hatte sich alles in Hohendorf abgespielt, leben, wohnen, arbeiten. Nun sollten meine Eltern auch ihren Ruhestand genießen“, so die neue Inhaberin.

2008 war es dann soweit, der Umzug erfolgte. Die Richtenberger Chaussee 47 in Stralsund wurde nun der neue Firmensitz. Nach langen Umbau- und Erschließungsarbeiten steht heute ein Firmengelände zur Verfügung, das hervorragend für die Kunden eingerichtet ist. Am neuen Standort konnte die kleine Firma sich gut entwickeln und erweitern.

Und was waren die besten Aufträge? Mario Golla fällt sofort ein, dass er am Ozeaneum mitgearbeitet hat. „Das war schon eine Herausforderung für uns – mit einem 18 Meter langen Ausleger Baggertiefbauarbeiten auszuführen. Ein riesiges Loch vor einem, und man denkt immer, da passt der Bagger doch zigmal rein. Interessant war auch der Auftrag 2013 im Herbst, die historische Dampflok im Stralsunder Hafenbereich mit Kohle zu beladen. Oder als wir im Barhöfter Hafen Seegras abschöpften. Mal was ganz anderes war der Transport von so genannten Geisternetzen aus der Ostsee, die wir nach Berlin zum WWF transportiert haben.“

IN KÜRZE

17000 Quadratmeter groß ist das neue Betriebsgelände in Stralsund. Schüttgut in allen Größen und Mengen gibt es dort. Auf den großen Lagerplätzen gibt es 20 verschiedene Sorten Sand, Kies, Erden/Mulch, Steine, Kiesel, Splitt, Natursteine, Tragschichten und Recycling.

5 Vollzeitangestellte und drei geringfügig Beschäftigte zählt das Familienunternehmen. Zum Fuhrpark gehören mehrere LKW, Radlader und Bagger.

Heute empfängt die Firma Geschäftskunden aus 25 Jahren, um sich für Treue und Vertrauen zu bedanken.

Ein Dankeschön sagt Mario Golla auch seinen Schwiegereltern. „Es war über die vielen Jahre ein tolles Zusammenarbeiten und ein hervorragendes Umgehen miteinander. Immerhin haben wir viele Jahre 24 Stunden täglich miteinander verbracht, in der Firma, privat bis hin zum Wohnen im selben Haus!“ Wichtig ist Anette Golla zu erwähnen, dass das Fuhrunternehmen nach wie vor ein Familienbetrieb ist. Alle ziehen an einem Strang und machen mit, nur wenn jeder sein Bestes gibt, wird es erfolgreich. „Vielen Dank an unsere Mitarbeiter!“

Ärgernis ist allerdings, dass der Bürokratieaufwand innerhalb von 25 Jahren so zugenommen hat, dass man jetzt im Büro eine Unterstützung benötigt. Alleine ist das nicht mehr zu schaffen.

Ingolf Dinse

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