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Stadion Kupfermühle: Wo bleibt das Geld?

Stadion Kupfermühle: Wo bleibt das Geld?

Land hat Mittel aus dem Europafonds für regionale Entwicklung zugesagt, doch ohne Bescheid dürfen die Bagger nicht loslegen. 8,8 Millionen Euro kostet der Umbau.

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Mit dem Abriss der alten Gebäude soll so schnell wie möglich der Startschuss zur Sanierung fallen.

Quelle: Foto: Chr. Rödel

Stralsund. Das Projekt Stadionneubau an der Kupfermühle steckt immer noch in der Warteschleife. Knapp neun Millionen Euro sollen investiert werden. Dabei hatte die Stadt so gehofft, im Herbst mit dem Abriss der alten Anlage beginnen zu können. Doch noch hapert es an der Fördermittelzusage. Mündlich habe man die, doch es fehle das schriftliche Okay, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Dass das Licht noch nicht auf Grün steht, hat mehrere Ursachen. Einerseits hatte die Stadt noch Dokumente nachzuliefern. „Das Land wollte eine Folgekostenerklärung und die Belegungszahlen für die Sportstätte nachgereicht haben. Das ist erledigt. Insofern haben wir nun alle Hausaufgaben erledigt“, sagt Pressesprecher Peter Koslik. Andererseits kann man davon ausgehen, dass die wechselnden Zuständigkeiten in Schwerin – der Bereich Sport gehört jetzt nicht mehr zum Innen-, sondern zum Bildungsministerium, die Fördermittel kommen jedoch aus dem Infrastruktur-Ministerium – für Verzögerungen bei der Bearbeitung des Stralsunder Antrags gesorgt haben.

Das Land habe jedenfalls nie an dem Projekt gezweifelt. Ganz im Gegenteil, man habe die Stadt animiert, gleich etwas Vernünftiges zu bauen, sagte Jörn Tuttlies erst kürzlich bei einer Ausschuss-Sitzung. Der Leiter der Abteilung Schule, Sport und Zentrales Gebäudemanagement betonte, dass das Projekt wie geplant gebaut werde. „Das ist kein Protz, sondern ein Stadion, wie es in ein Mittelzentrum gehört.“ Großfeld, Leichtathletik-Anlage, Kunstrasenplatz und Funktionsbau mit Tribüne – für Stralsund ist das ein super Stadion. Und das wird von den Sportlern sehnsüchtig erwartet.

Besonders von den Leichtathleten des TSV 1860, die seit der Wende nicht vernünftig trainieren können, weil in Stralsund eine Tartanbahn fehlt.

Das neue Stadion bietet sechs Laufbahnen auf modernstem Niveau – und zum Teil mehrere Möglichkeiten für Kugelstoßen, Hammerwerfen, Weit- und Hochsprung, Speerwerfen – sogar an Stabhochsprung ist gedacht. Um die Arena herum führt eine Joggingstrecke für Jedermann.

Entstehen wird das neue Stadion hoffentlich 2018: Aus dem jetzigen Hartplatz soll ein Kunstrasen-Großfeld werden, das sich in zwei Kleinfelder teilen lässt. Und auch wenn der Rasen speziell für die Fußballer gedacht ist, können auch mal Hockeyspieler darauf trainieren.

Die Verbindung zum benachbarten eigentlichen Stadion schafft ein neuer Funktionsbau. Über zwei Etagen finden dort Umkleidekabinen, Sanitärbereiche, Vereinsräume und Abstellmöglichkeiten für sämtliche Sporttechnik Platz. Ein Hingucker ist die Tribüne obendrauf, die 206 Sitzplätze bietet. Daneben haben noch einmal 530 Zuschauer Platz, die lieber stehen, während sie ihre Mannschaft anfeuern.

Der heutige Rasenplatz wird ebenfalls erneuert, so dass er für die Fußballer beste Bedingungen bieten wird. Eine gute Nachricht für die Kicker des ESV Lok, die im Moment hauptsächlich das Areal nutzen. Doch wie die Rathaus-Mitarbeiter immer betonten, wird das Stadion nicht vorrangig für TSV oder Lok gebaut. Hier sollen sich Schul-, Vereins- und Freizeitsport zu Hause fühlen.

8,8 Millionen Euro verschlingt das Projekt. Ohne Förderung für die Hansestadt nicht machbar. Und deshalb war man seit 2014 eigentlich immer damit beschäftigt, die Maßnahme den entsprechenden Fördermittelkriterien anzupassen. Bestand damals noch die Hoffnung auf eine 90-prozentige Bundesförderung, erwartet die Stadt jetzt den 75-prozentigen Zuschuss aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Begonnen werden könnte dann mit der ersten Bauphase, zu der auch der Abriss der alten Anlage samt Funktionsgebäude gehört. Eine Arbeit, die auch im Winter erledigt werden könnte. Aber auch die Errichtung des multifunktionalen Stadions mit Leichtathletikanlagen, den geforderten sechs Laufbahnen, Beleuchtung, Rundum-Laufparcours, Weitsprung- und Beachvolleyballbereich fällt in den Start-Abschnitt, der allein rund drei Millionen Euro kostet. Die Eigenanteile habe die Stadt angespart, so die Information im Sport- und Kulturausschuss. Phase 2 ist dann der Kunstrasenplatz, als Letztes folgen Gebäude- und Tribünen-Neubau. Eine Mammutaufgabe, die hoffentlich bald startet.

Sportliches Schmuckstück

6 Millionen Euro EU-Förderung erwartet die Stadt für den Neubau des Stadions an der Kupfermühle ungefähr. Fast neun Millionen Euro kostet das Projekt insgesamt. In den ersten Abschnitt fließen drei Millionen.

530 Stehplätze entstehen im Tribünenbereich, daneben gibt es 86 im Zuschauerbereich. Hinzu kommen sechs Rollstuhlfahrer-Plätze und 206 Sitzplätze auf der Tribüne. Eine kleine Kantine soll übrigens unter der Tribüne entstehen.

Der Stadion-Haupteingang befindet sich nach dem Umbau am Carl-Heydemann-Ring, um die Lärmbelästigung aus dem Wohngebiet fernzuhalten.

18 Veranstaltungen an den Wochenenden dürfen laut Lärmschutzgutachten pro Jahr im Stadion Kupfermühle stattfinden. Das betrifft nur Sportereignisse, Konzerte sind nicht möglich. 30 Sportstätten hat Stralsund: sechs Plätze, acht Kleinsportanlagen und 16 Hallen. Hinzu kommen Hansedom, Dänholm, Tennisanlage, Kegel- und Bowlingbahnen, Skaterhalle sowie die Sporthallen von Fachhochschule und Berufsförderungswerk, die nicht der Stadt gehören.

Ines Sommer

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