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Stralsunder Bettensteuer gilt auch für private Vermieter

Stralsund Stralsunder Bettensteuer gilt auch für private Vermieter

Kontrolle der geplanten Übernachtungsabgabe wird jedoch schwierig

Stralsund. Couchsurfing in Bahnhofsnähe bei Katzenliebhaberin Rebecca, Indoor-Camping mit Schlafsack in Stralsunds ältestem Speicher oder ganz luxuriös auf einer Yacht im Strelasund – die Möglichkeiten, die das Online-Portal Airbnb potenziellen Hansestadt-Urlaubern zur Übernachtung bietet, sind vielfältig. Insgesamt findet man auf dem Portal, das ein Marktplatz vor allem für Privatwohnungen ist, 68 Übernachtungsangebote für Stralsund. Zählt man das Umland hinzu, sind es Hunderte. Der Name des kalifornischen Unternehmens setzt sich aus Airbed (Luftmatratze) und Breakfast (Frühstück) zusammen und beschreibt so das Konzept: Wer Platz in seiner Wohnung hat oder diese zeitweise verlässt, vergibt seine Räume für ein Entgelt an Touristen. Problem bei dieser lockeren Vermietung: Die Bettensteuer, die demnächst auch in Stralsund eingeführt werden soll, wird oft nicht gezahlt.

Die steuerliche Abgabe fürs Übernachten wird bundesweit nicht in jeder Stadt erhoben. Wer als Gastgeber wissen möchte, ob er diese Steuer zahlen muss, kann dies direkt beim Inserat auf Airbnb einsehen. Auch Stralsunder Vermieter werden sich in Zukunft mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Ende September hatte die Bürgerschaft für die Einführung einer Bettensteuer gestimmt. Urlauber werden dann verstärkt zur Kasse gebeten. Geschäftsreisende und Tagestouristen bleiben von der Abgabe verschont.

Der Sumpf der Thematik scheint allerdings sehr trüb. Es gibt zahlreiche Vermieter, die Ferienwohnungen in der Stadt privat anbieten. Die öffentliche Verwaltung hat kaum eine Möglichkeit, die Steuerabgaben hier zu kontrollieren. Bei dem Homesharing-Portal wird nur die ungefähre Lage der Unterkunft im Stadtgebiet angegeben – weder Nachname des Vermieters noch Straßenname oder Hausnummer finden sich hier.

Um diese Problematik zu lösen, ziehen Anbieter wie Airbnb die Steuer an einigen Orten inzwischen direkt ein und leiten sie an die jeweilige Stadt weiter – ganz automatisch und ohne Bürokratie für die Vermieter. In Deutschland ist dies allerdings erst in einer Stadt der Fall – in Dortmund. Ab Januar kommenden Jahres läuft die Steuerabgabe dort nun automatisch. Ein Nebeneffekt der Bettensteuer ist das Aufdecken illegaler privater Untervermietungen. In diesen Fällen bieten Mieter ihre Wohnungen an, um sie tage- und wochenweise Urlaubern zur Verfügung zu stellen – ohne Genehmigung. So geht den Ballungszentren Wohnraum verloren.

Auch in Stralsund ist die Vielzahl legaler und illegaler Ferienwohnungen insbesondere in der Altstadt zunehmend ein Problem. Der Markt für Ferienwohnungen, vor allem die Angebote über Airbnb ist nicht transparent. „Wir sprechen hier von einem gewissen Graumarkt. Die privaten Vermieter sind den Hoteliers natürlich ein Dorn im Auge“, sagt der Vositzende des Dehoga-Regionalverbands Stralsund Dirk Höft. „Die Behörden müssen sich entscheiden, ob sie diese Wettbewerbsverzerrung weiter fördern wollen“. Hoteliers müssen etwa hohe Auflagen für Brandschutz, Sicherheit und Hygiene einhalten, während private Vermieter zu solchen Investitionen nicht verpflichtet sind. Laut eigener Angabe ist Airbnb mit weiteren Städten in Kontakt und will die automatisierte Abgabe der Bettensteuer ausweiten. Wie hoch die Bettensteuer in Stralsund sein wird, ist derweil noch völlig offen.

Dana Frohbös

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