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Stralsunder Spuren im schwedischen Königshaus

Stralsund Stralsunder Spuren im schwedischen Königshaus

Die Fährstraße 2 ist frisch saniert / In dem Haus befand sich einst die Werkstatt des Tischlers Dumrath / Seine Möbel stehen noch heute in Schlössern in Skandinavien

Stralsund. Imposant ist das Giebelhaus Fährstraße 2 bis heute. Was allerdings einst hinter den Türen passierte, davon ahnt man heute nichts mehr. Doch in einigen Schlössern des schwedischen Königshauses sind die Spuren noch zu finden. Wie das sein kann?

OZ-Bild

Die Fährstraße 2 ist frisch saniert / In dem Haus befand sich einst die Werkstatt des Tischlers Dumrath / Seine Möbel stehen noch heute in Schlössern in Skandinavien

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In dem 1780 errichteten Haus richtete Tischlermeister Johann Heinrich Dumrath seine Werkstätten ein. „1792 hatte er das Gebäude erworben, die Fassade nach seinem Geschmack verändern und im ersten Geschoss eine Wohnung einrichten lassen“, sagt Stadthistoriker Andreas Neumerkel. Johann Heinrich, geboren 1767, begann mit 15 Jahren eine Tischlerlehre bei seinem Vater. Während seiner Wanderjahre als Geselle besuchte er zunächst die Zeichenakademie in Kopenhagen und arbeitete dann bei einem Schloss- und Hoftischler in Stockholm. Für die Aufstellung von Schränken im Bibliothekszimmer des Drottningholmer Schlosses lobte ihn der schwedische König Gustav III. über alle Maßen.

In seine Heimatstadt Stralsund zurückgekehrt, konnte sich Johann Heinrich bald seine Kundschaft, zu der das schwedische Königshaus, Bürgermeister und Ratsherren der Stadt gehörten, aussuchen.

Mittlerweile hat sich in dem Haus einiges getan. Im Jahr 2011 erwarb Familie Nestler die Fährstraße 2 und begann im Jahr 2015 mit der Sanierung. „Allerdings haben wir keine gravierenden baulichen Veränderungen vorgenommen“, sagt der gebürtige Stralsunder Uwe Nestler. In den Jahren 1976 bis 1979 gab es eine umfassende Sanierung, bei der sowohl an der Fassade als auch im inneren Bereich viel verändert wurde. „Wir haben jetzt sozusagen alles auf modernen Stand gebracht“, sagt der Bauherr.

Das heißt, dass es neue Heizungen gibt, die Fassade gedämmt und gestrichen wurde, Fußböden erneuert und Balkons angebaut wurden. „Im Haus gibt es insgesamt neun Wohnungen. Lediglich die Wohnung im Dachgeschoss haben wir komplett neu gemacht“, sagt Uwe Nestler. Insgesamt stehen etwa 700 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. „Was jetzt noch ansteht, soll bis zum Ende des Jahres erledigt sein.“

An Überraschungen bei den Sanierungsarbeiten erinnert er sich nicht. Dazu sei bei der Sanierung Ende der 70er-Jahre zu viel verändert worden. Lediglich die frühklassizistische Tür mit dem korbbogigen Oberlicht erinnert noch an die Zeit, in der Johann Heinrich Dumrath das Haus von Graf Ferdinand von Putbus erwarb. Diese Tür soll perspektivisch auch noch aufgearbeitet werden.

„Wir haben eng mit der Stadterneuerungsgesellschaft und der Denkmalpflege zusammengearbeitet, das hat gut funktioniert“, schaut Uwe Nestler zurück. Von dem berühmten Vorbesitzer wusste er übrigens auch nichts. „Das ist aber eine spannende Geschichte, die man sicher irgendwie im Haus präsentieren kann“, überlegt der Bauherr.

Dann wird dort vielleicht zu lesen sein, dass Johann Heinrich Dumrath im Jahr 1791 das Bürgerrecht der Stadt Stralsund zugesprochen bekam, wobei ihm die Taufpaten ein Gewehr und einen schönen Degen schenkten, wie Andreas Neumerkel weiß. 1796 erhielt Dumrath ein „Königliches Privileg“, er durfte sich fortan „Möbel-Fabrikant“ nennen. Der wichtigste geschäftliche und künstlerische Erfolg Dumraths in dieser Zeit war die komplette Einrichtung eines Raumes im Stockholmer Schloss.

Tischlergenerationen

Johann Heinrich , geboren 1767,

war der Sohn des Tischleraltermanns David Dumrath.

Nach seiner Lehre ging er drei Jahre auf Wanderschaft und kehrte 1789 nach Stralsund zurück. Er gehörte schon bald zu den Besten seines Fachs.

Auch sein Sohn , der ebenfalls Johann Heinrich hieß, erlernte das Tischlerhandwerk. Er ging im Sommer 1821 für immer nach Schweden und gründete in Stockholm eine große Möbelfabrik.

Er genoss ein noch höheres

Ansehen als sein Vater.

Miriam Weber

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