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Touristen auf die Pfade der Schwedenzeit locken

Stralsund Touristen auf die Pfade der Schwedenzeit locken

Das Projekt Schwedenstraße in Deutschland wurde zwar beendet, aber an einem Neustart mit erweitertem Angebot wird unter Federführung des Bundes bereits gearbeitet

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Stralsund. Deutschland will mehr Skandinavier nach Deutschland locken. Die Chancen dafür sind gut, meint Iris Müller. Sie arbeitet für die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT). Das ist eine Einrichtung der Bundesrepublik, um das Interesse ausländischer Touristen für unser Land zu wecken. Iris Müller ist für Schweden zuständig und arbeitet in Stockholm.

OZ-Bild

Das Projekt Schwedenstraße in Deutschland wurde zwar beendet, aber an einem Neustart mit erweitertem Angebot wird unter Federführung des Bundes bereits gearbeitet

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„In Schweden spielt die Großmachtzeit des Landes im 17. und 18. Jahrhundert eine große Rolle“, sagt Müller. Die Skandinavier führten in dieser Zeit Kriege auf dem Boden des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Sie waren der mächtigste Staat im Ostseeraum. Ihre Könige wurden 1648 Landesherren in Vorpommern und Wismar. Für diese Geschichte interessieren sich die Schweden. Auf deren Spuren reisen schon heute Skandinavier beispielsweise auf etablierten Routen wie der Romantischen Straße im Süden Deutschlands und der Schwedenstraße im Norden, die unter anderem  durch Stralsund führt.

In der Hansestadt gibt es zahlreiche Spuren aus jener Zeit. Da ist zum Beispiel das Kommandantenhus am Alten Markt 14, das einst Sitz der schwedischen Militärführung in Pommern war. Oder aber das ehemalige Regierungspalais in der Badenstraße 17. Auf Schritt und Tritt trifft der aufmerksame Spaziergänger auf viele kleine und größere Details, die an jene Zeit zwischen 1648 und 1815 erinnern. Da sind die schwedisch geprägten Stralsunder Stadtwappen am Barockportal des Rathauses, am Kommandantenhus oder an der Stadtbibliothek. Ganz unscheinbar wirkt das Metallwappen am Geländer des Eingangs des Regierungspalais. Viele gehen auch an der Tafel in der Mauer des Frankenkronwerks am Frankendamm vorbei, die an den schwedischen König Karl XII. erinnert, der dort während des Nordischen Krieges sein Lager aufgeschlagen hatte.

Die Schwedenstraße  verfügt über eine umfängliche schwedisch-deutsche Internetseite mit Informationen und Karten. Die Seite fokussiere sich jedoch nur auf den geschichtlichen Aspekt, während es bei den schwedisch-deutschen Verbindungen noch weitere Themen gebe, die für schwedische Reisende interessant seien, schätzt Iris Müller ein. So gibt es durchaus sehr viele Bauwerke in Stralsund, die aus der Schwedenzeit stammen und für die skandinavischen Besucher interessant sein dürften. Ein großer Teil der Wohnhäuser entstand beispielsweise in dieser Zeit. Allerdings wird die  Arbeitsgruppe der 

Schwedenstraße solche Erweiterungen nicht mehr leisten können.  Sie  hat ihre Arbeit eingestellt,  bestätigt die Pressestelle der Schwedischen Botschaft in Berlin. Redakteur Magnus Eriksson hat nach 14 Jahren seine Arbeit beendet.

Iris Müller  will nun an die Schwedenstraße und andere bereits bestehende touristische Routen andocken, zugleich neue Wege gehen und sich allgemeiner und breiter aufstellen.   Die Basis dafür seien „schwedische Geschichtsspuren in Deutschland“, die aber mit modernen Aspekten deutsch-schwedischer Verbindungen verknüpft würden. „Wir wollen eine Seite zum Thema ,The Swedish Link/Schwedische Verbindungen in Deutschland’ mit Links zu anderen interessanten Seiten innerhalb unserer Internetpräsenz aufbauen“, informiert Müller.

Die DZT plane  auch spezielle Kampagnen. Neben der Geschichte sollen  schwedische Verbindungen in Deutschland zu den Themen Kultur, Unterhaltung, Essen und Trinken präsentiert werden, nennt sie Beispiele.  „Wir haben  alle bisherigen Partner  angesprochen, ob sie bei der  neuen Zielstellung weiter dabei sein wollen“, informiert Iris Müller. Das Interesse sei hoch. Geplant sei auch eine verstärkte Präsenz in sozialen Medien und der Austausch untereinander. Nutzer sollen Tipps zu besuchenswerten schwedischen Zielen in Deutschland geben.

Gemeinschaftsprojekt

Das Projekt Schwedenstraße wurde vor mehr als 15 Jahren unter Federführung der Schwedischen Botschaft durch Wittstock/Dosse, Prenzlau,

Wismar, Stralsund und Greifswald in Zusammenarbeit mit dem Institut für Nordische Geschichte der Uni Greifswald, dem Pommerschen Landesmuseum und dem Museum des Dreißigjährigen Krieges mit Unterstützung der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg entwickelt. Erster Redakteur war Haik Thomas Porada, die meiste Zeit dann Magnus Eriksson.

• www.schwedenstrasse.com

Eckhard Oberdörfer und Jens-Peter Woldt

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