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Stralsund Vom Top-Azubi bis an die Firmenspitze

Unternehmensnachfolge: Bei Kranich Heizungs- und Sanitärservice übertrug der Senior den Betrieb an den Sohn

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Der neue Chef und der Firmengründer von Kranich Heizungs- und Sanitärservice. Toni und Rainer Hochheim (v.l.) sind das Thema Unternehmernachfolge für den Familienbetrieb langfristig angegangen.

Quelle: Jörg Mattern

Stralsund. In Mecklenburg-Vorpommern stehen derzeit etwa 10500 Firmen zur Übergabe an einen neuen Inhaber an. Von dieser Größenordnung gehen die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern im Land aus. Eine Ursache dafür ist nach Einschätzung der Wirtschaftsfördergesellschaft (WFG) Vorpommern, dass 26 Jahre nach der Wende in vielen damals neu gegründeten Firmen und Handwerksbetrieben ein Wechsel in der Unternehmensführung anstehe.

Arbeitsplätze mit betroffen

23 000 Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern müssen nach einer Schätzung der IHK und Handwerkskammern im Land bis 2025 einen Wechsel an der Führungsspitze bewältigen.

196 000 Arbeitsplätze hängen nach einer Studie der Bürgschaftsbank MV bis 2015 direkt davon ab, dass die Probleme der Unternehmensnachfolge erfolgreich gelöst werden.

Ein Prozess, der mitunter nicht ohne Probleme abgeht. So hat nach einer Unternehmensumfrage der Bürgschaftsbank MV, an der 800 Firmenchefs teilnahmen, ein Drittel der Führungskräfte im Alter über 55 Jahre noch gar keine Vorstellungen dazu, wie sie ihre Nachfolge regeln wollen.

Rainer Hochheim zumindest hat sich rechtzeitig damit befasst. Ende Juni 1996 hat der Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister seine Firma Kranich Heizungs- und Sanitärservice GmbH gegründet. Jetzt, 20 Jahre später hat der 56-Jährige die Verantwortung für das Unternehmen mit acht Mitarbeitern in die Hände seines Sohnes Toni gelegt.

„Ich bin keiner von den Chefs, die nicht loslassen können“, sagt der Senior. Für Rainer Hochheim war es wichtig, den Zeitpunkt selbst zu entscheiden, an dem er sich zurückzieht. Das 20-jährige Firmenjubiläum war da nur ein symbolträchtiges Datum. Wichtiger war für ihn die berufliche Entwicklung, die sein Sohn bis dahin durchlaufen hatte. Und der Stolz darauf klingt hörbar durch, wenn er davon berichtet, wie Toni 2007 als Top-Azubi ausgezeichnet wurde. Ein mit 1000 Euro dotierter Preis, mit dem die Handwerkskammern MV seit über zehn Jahren den besten Lehrling im Land ehren. „Das Geld konnte ich gut für die Meisterschule gebrauchen“, wirft Toni ein. Parallel dazu begann er ein Technikerstudium an der Staatlichen Technikerschule Berlin. Den Abschluss hatte der Junior 2011 erfolgreich in der Tasche.

Für den Firmeninhaber war nun der Zeitpunkt gekommen, dem Sohn mehr Verantwortung zu übertragen. Toni Hochheim wurde als 2. Geschäftsführer ebenbürtiger Partner seines Vaters. Und der heute 29-Jährige wollte das auch: „Ich bin da gewissermaßen mit aufgewachsen, war von Anfang an mit auf den Baustellen, habe mich später um Auftragsangebote und Kunden gekümmert.“

Für seinen Vater indes ist klar: So eine Unternehmensnachfolge muss langfristig wachsen.“ Für ihn war es gut, dass die Familie – Frau und Tochter – mitzogen. Er selbst hat sich dazu viel belesen und sein Steuerberater hat Wissen beigesteuert. Aus Sicht des Seniors ist so eine Erfolgsgeschichte zustande gekommen: „Toni hat den Umsatz verdreifacht und den Kundenstamm erhöht.“ Ein weiterer Vorteil für den Familienbetrieb: Ein positives Signal an die Mitarbeiter. Die kennen den Nachfolger an der Unternehmensspitze gut, haben einen direkten Draht zu ihm und wissen, dass es nahtlos weitergeht mit der Firma.

Seit Anfang Juli ist Toni Hochheim nun alleiniger Inhaber der Kranich Heizungs- und Sanitärservice GmbH. Für seinen Vater erfüllt sich damit auch ein persönlicher Wunsch: „Ich kann endlich etwas kürzer treten.“ Sein Tipp: „Eine Unternehmensnachfolge immer so früh wie möglich regeln.“

Jörg Mattern

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