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Von Bohrloch und Bahngleis bis Baustelle

Karnin Von Bohrloch und Bahngleis bis Baustelle

Wolfgang Scheil hat vor 25 Jahren sein Fuhrunternehmen in Flemendorf gegründet. Jetzt hat der Betrieb mit 13 Mitarbeitern seinen Sitz in Karnin und transportiert nicht nur Waren von A nach B.

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Mit dem Forstamt Schuenhagen arbeitet die Firma Scheil seit Jahren zusammen, zum Beispiel beim Anlegen von Gräben oder beim Waldwegebau.

Quelle: Fotos: Privat

Karnin. An seinen ersten Arbeitstag als selbstständiger Unternehmer erinnert sich Wolfgang Scheil noch ganz genau: „Ich hatte gerade einen Lkw gekauft und sollte den Umzug vom Gemeindebüro Neu Bartelshagen zum Amt nach Niepars fahren.“ Das war 1991 sein erster Auftrag, tausende sind dazugekommen.

OZ-Bild

Wolfgang Scheil hat vor 25 Jahren sein Fuhrunternehmen in Flemendorf gegründet. Jetzt hat der Betrieb mit 13 Mitarbeitern seinen Sitz in Karnin und transportiert nicht nur Waren von A nach B.

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Der schlimmste Tag war der 12. April 2011. Da hat man uns einen Lkw vom Hof geklaut.“Wolfgang Scheil (59), Fuhrunternehmer

„1992 haben wir auch mit dem Winterdienst angefangen. Und das ist bei viel Schnee schon manchmal eine Herausforderung“, sagt der 59-Jährige und verrät, dass er es am liebsten hat, wenn es ganz dicke kommt. Dann schwingt er sich auf den Radlader und räumt auf der Bundesstraße 105, was das Zeug hält.

Mehrere Standbeine des Fuhrunternehmens haben sich seitdem entwickelt: Einerseits hat Wolfgang Scheil zwei Fernzüge, die Waren – wie das Radeberger Bier – von A nach B bringen. „Wir sind auch ein Baggerunternehmen, arbeiten zum Beispiel eng mit der Forst zusammen. Da haben wir Gräben im Wald angelegt, machen aber dort auch den Wegebau“, so der Firmenchef.

Auch bei anderen Spezialaufträgen hat das Unternehmen, das 1997 von Flemendorf nach Karnin zog und sich dabei vergrößerte, seine Handschrift hinterlassen. „Wir haben die Barther Mole mit 96000

Tonnen Material versorgt und alte Bohrlöcher im Bereich Grimmen, wo der Schlamm mit Paraffin belastet war, entsorgt.“ Auch für den Gehwegbau in Negast hat Scheil den Kies aus Hohenbarnekow zur Baustelle gefahren.

Groß im Geschäft ist der Mann, der einst als Schlosser in der ZBE Altenpleen seine Brötchen verdiente, aber auch im Transport von besonders gefährlichen Gütern. „Wir sind ein spezieller Entsorgungsfachbetrieb. Das heißt, wir werden besonders überwacht, brauchen Zertifikate für unsere Arbeit, und unsere Leute müssen besonders geschult werden.“ So fahren die Scheil-Autos – acht Container- und Kipperfahrzeuge – all das zur Verwertung ab, was Veolia, Alba und Co. in unserer Region an Müll und Abfall eingesammelt haben.

Und was war der größte Auftrag in der 25-jährigen Firmengeschichte? „Der Bau der Bahnstrecke Stralsund-Ribnitz, da hatte ich manchen Tag 30 Lkw laufen“, sagt Wolfgang Scheil nicht ohne Stolz. „Das waren schon gute Zeiten. Aber dann kam mit Kanzler Schröder die Krise für die Wirtschaft. Das Bauwesen hat stagniert. Ich habe lange gezögert, aber schließlich kam ich nicht drumrum, ich musste 20 Leute entlassen und Laster verkaufen. Das war hart, weil ja hinter jedem Menschen ein Schicksal steht.“

Doch die guten Zeiten haben überwogen, da ist sich Wolfgang Scheil ganz sicher. Würde er sich wieder selbstständig machen? „Ja, auf jeden Fall, aber ich würde mich noch mehr auf den Handel konzentrieren.“

Neben der Krise 2000 gab es andere Ärgernisse. „Das Schlimmste war, dass man uns im April 2011 einen Lkw vom Hof geklaut hat. Den habe ich nicht wiedergesehen. Mit Neuanschaffung, Ersatz der Steuergeräte und spezieller Technik war das ein wirtschaftlicher Schaden von 300000 Euro“, ärgert sich der Karniner noch immer. Ein anderes Mal hätten Diebe 5000 Liter Diesel geklaut, dabei die Technik zerstört und 17 Lkw-Batterien mitgehen lassen...

Natürlich denken Wolfgang Scheil und seine Frau Martina – sie hat ein Kompostierungsunternehmen in Buschenhagen – auch an das, was später mal kommen wird. „Wenn alles gut läuft, können unsere beiden Söhne die Firmen weiterführen.“ Alexander (37) und Erik (31) Scheil sind selbst schon Familienväter – und sorgten für vier Enkel, die Martina Scheil schon jetzt gern verwöhnt. „Und wenn ich Rentner bin, habe ich noch mehr Zeit für sie“, hofft die 56-Jährige selbstbewusst. Ehemann Wolfgang freut sich auf gemeinsame Kroatien-Urlaube. „Aber am liebsten bin ich doch für Haus und Hof da. Mein treuer Gefährte ist da unser Hund Torak.“

25 Jahre Fuhrunternehmen – das wäre ohne die zuverlässigen und freundlichen 13 Mitarbeiter gar nicht möglich gewesen. „Ob Sven Galepp, der seit fast 20 Jahren bei uns ist, oder die gute Seele der Firma, Petra Cypa-Meyn – allen möchte ich für ihre Arbeit danken“, sagt Wolfgang Scheil, der übrigens kurz nach der Wende auch politisch aktiv war – als Amtsvorsteher in Niepars.

Ines Sommer

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