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Vorpommerns Bierkenner sind die Besten

Stralsund/Rambin/München Vorpommerns Bierkenner sind die Besten

Bei den Deutschen Meisterschaften in München gewinnt Frank Lucas

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Biersommelier Frank Lucas aus Rambin siegte bei der Deutschen Meisterschaft in München.

Quelle: Foto: Christian Rödel

Stralsund/Rambin/München. Die Vorpommern sind mit ihren erfolgreichen Standorten in Rambin und Stralsund dabei, die Brauereilandschaft Deutschlands gehörig umzukrempeln.

Jetzt setzt die Rügener Insel-Brauerei noch einen drauf: Bierkenner Frank Lucas aus Rambin hat sich bei der Deutschen Meisterschaft seiner Berufskollegen in München durchgesetzt und darf sich jetzt bester Biersommelier Deutschlands nennen.

Biersommelier ist ein verhältnismäßig junger Berufszweig, der aber in den vergangenen Jahren enorme Nachfrage erfährt. Die Bier-Fachleute wissen nicht nur über die Herstellung und Vielfalt des Getränks Bescheid, sondern können einzelne Sorten auch nach bestimmten Kriterien bewerten, beschreiben und Menüempfehlungen geben. Mittlerweile gibt es über 2000 ausgebildete Biersommeliers in Deutschland.

Der überwiegende Anteil der 60 Teilnehmer bei der Weltmeisterschaft am Sonnabend kam aus südlichen Bundesländern, doch dass Vorpommern mittlerweile eine echte Destination für Bier-Experten geworden ist, zeigt sich im Wettbewerb: Stark präsentierten sich neben Lucas nämlich auch die anderen Biersommeliers aus Vorpommern. Christoph Puttnies von der Störtebeker Braumanufaktur in Stralsund wurde mit überzeugender Leistung Deutscher Vizemeister, auch Elisa Preuss aus dem Haus Störtebeker schaffte es, sich unter den besten zwanzig zu platzieren und ist somit für die Weltmeisterschaft im Herbst qualifiziert. Den Erfolg der Vorpommern machte Insel-Brauerei Geschäftsführer und Biersommelier Markus Berberich komplett. Auch er wird im September mit den Kollegen aus aller Welt um den Titel Weltmeister kämpfen. Dabei ist Berberich bereits ein erfahrener Wettbewerbsteilnehmer. Bei der Biersommelier WM im Jahr 2011 gelang ihm ein dritter Platz.

„Der Erfolg Vorpommerns bei den Deutschen Meisterschaften ist ein riesiger Gewinn für die Brauereien der Region“, sagt Markus Berberich. „Vorpommern schlägt Bayern auf dem Feld der Bierkenner. Das hätte man vor einigen Jahren auch nicht gedacht.“

Für Berberich und seinen Mitarbeiter Frank Lucas ging es am Sonnabend zum Feiern auf eine Biermesse, die gerade in München stattfindet. „Da unsere Brauerei dort glücklicherweise auch vertreten ist, konnten wir sogar mit einem echten Insel-Bier anstoßen“, freut sich der 47-jährige Frank Lucas. „Einem Übersee-Hopfen, um genau zu sein.“

Die Meisterschaft der Biersommeliers wird traditionell in mehreren Durchgängen ermittelt. In der ersten Prüfung müssen die Männer und Frauen Aromen herausschmecken, die zum Test in minimaler Dosis in ein Standardbier gegeben werden. Hierbei kann es sich um fruchtige Aromen wie Banane oder Apfel-Anis handeln, aber auch um ungewöhnliche Noten wie Heu oder Lakritz.

„Das ist eine schwere Aufgabe, die viel Konzentration erfordert“, erzählt Berberich. „Wir haben in den vergangenen drei Wochen zwei Mal täglich geübt. Das hat sich gelohnt. Der Einzige, der zehn von zehn Proben richtig bestimmen konnte, war Frank Lucas.“ Im zweiten Teil des Wettbewerbs gilt es, rund 90 spezielle Braumethoden und Biertypen der ganzen Welt klar voneinander zu unterscheiden und zuzuordnen.

„Die Auswahl erstreckt sich vom Deutschen Altbier bis zum Englischen Stout oder Lager Bieren“, informiert Berberich. Und fügt nicht ohne Stolz hinzu: „Hier war Frank ebenfalls der Beste. Er ist völlig zu Recht Deutscher Meister geworden.“ Auch in der dritten Disziplin, dem Präsentieren und Beschreiben einer Biersorte vor einer Jury konnte Lucas punkten. „Aber das ist der Bereich, der mir als typischer Vorpommer noch am wenigsten liegt“, erzählt Frank Lucas. „Vor so vielen Menschen bekomme ich immer Lampenfieber.“ Aber frei Reden sei mittlerweile auch kein Problem mehr, schließlich vermittle er in Rambin auch den Gästen bei den Verkostungen die Bierbegeisterung. „Und das mit viel Freude.“

Im September will Frank Lucas den Weltmeistertitel in Angriff nehmen. „Ins Finale zu kommen, ist, denke ich, auf jeden Fall drin“, sagt er. „Alles weitere muss man dann sehen. Vieles ist auch tagesformabhängig.“ Das Vorhaben ist machbar, schließlich ist Lucas bereits Vizeweltmeister der Biersommeliere. Wenn im September die Elite der Bierexperten in München zur Weltmeisterschaft zusammenkommt, gehören die Italiener zu den Hauptkonkurrenten der Deutschen. „Viele Italiener können einfach unheimlich gut präsentieren, sind natürlich charmant“, sagt Berberich. „Bei der WM wird es aber auch noch einen ausführlichen Wissenstest über Bier geben. Da kommt Frank und mir unsere Ausbildung als Braumeister zu Gute.“

2015 holte den Weltmeistertitel, der alle zwei Jahre vergeben wird, übrigens eine Frau: Simonmattia Riva aus Italien. „Es arbeiten zwar immer noch deutlich weniger Frauen als Männer in Brauereien“, sagt Markus Berberich. „Aber Frauen haben häufig einen ausgezeichneten Geschmackssinn. Das merken wir bei unseren Bierverkostungen auch immer wieder. Viele Frauen erkennen Aromen einfach besser als Männer.“

Sommeliers für Bier

Nach der Definition des Verbands für Biersommeliers ist ein Biersommelier eine Person, welche mit der geschulten und mit theoretischer und praktischer Prüfung nachgewiesenen Kompetenz, Bier umfassend beschreiben kann. Die geprüften Diplom-Sommerliers verfügen Kenntnisse über Geschichte, Herstellung, Arten- und Sortenvielfalt der Biere als auch über Ausschank und Menübegleitung bis hin zu rechtlichen Bestimmungen. Derzeit gibt es über 2000 Biersommeliers in Deutschland.

Die fünfte Weltmeisterschaft der Sommeliers für Bier findet im Vorfeld der Messe „drinktec“ auf dem Münchner Messegelände am 10. September 2017 statt.

Die Insel-Brauerei Rügen hat 2015 in Rambin eröffnet. Geschäftsführer und Biersommelier Markus Berberich kümmert sich gemeinsam mit seinen Mitarbeitern um die Herstellung und den Verkauf von derzeit 13 obergärigen Biersorten, inklusive limitierter Champagneredition.

Anne Ziebarth

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