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Was passiert mit dem Amt für Landwirtschaft in Franzburg?

Franzburg Was passiert mit dem Amt für Landwirtschaft in Franzburg?

Mitarbeiter sind etappenweise ausgezogen und arbeiten in Stralsund / Einheimische sorgen sich um leer stehendes Haus – Betrieb für Bau und Liegenschaften hat es noch nicht verkauft

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In der Garthofstraße 17 in Franzburg bleiben die Türen verschlossen, das Tor ist zu. Die Abteilung Landwirtschaft des Staatlichen Amtes musste nach Stralsund umziehen.

Quelle: Ines Sommer

Franzburg. Bis zuletzt hatten sich die Mitarbeiter und die Stadt Franzburg dagegen gewehrt, doch aller Protest nutzte nichts: Das Amt für Landwirtschaft – mittlerweile integriert in das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt, das 1999 von einer Stralsunder Baracke nach Franzburg in die Garthofstraße gezogen ist, wurde nun wieder zurückverfrachtet – nach Stralsund in die Badenstraße. Das heißt: Das Haus in Franzburg steht leer.

Noch befin- det sich das Archiv in diesem Haus. Erst, wenn wir dafür eine Lösung haben, wird weiter entschieden.“Christian Hoffmann, Sprecher BBL

„Ganz leer ist es nicht. Zehn Prozent der Räume nutzt das Amt für Landwirtschaft noch als Archiv. Insofern steht natürlich ein Verkauf überhaupt noch nicht zur Debatte“, sagt Christian Hoffmann, Pressesprecher im Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL), der sich um die Immobilien des Landes kümmert. Ziel sei es jedoch, das Gebäude leer zu ziehen. „Dafür müssen wir aber fürs Archiv erst einmal eine passende Lösung finden. In der Zwischenzeit läuft bei uns eine so genannte Entbehrlichkeitsprüfung. Das heißt, wir müssen entscheiden, ob wir das Gebäude, für welche Landesinstitution auch immer, noch brauchen. Erst, wenn das nicht der Fall ist, geben wir das Ganze in den Verkauf“, so Hoffmann.

Bis dahin wird das Haus vom BBL betreut. „Der Objektbeauftragte unseres Geschäftsbereiches in Neubrandenburg schaut regelmäßig in Franzburg vorbei und guckt nach dem Rechten“, erklärt der Pressesprecher. Man bemühe sich schon um eine zeitnahe Lösung, denn so ein Gebäude verursache ja auch Kosten. Aber was damit geschehe, sei letztendlich eine politische Entscheidung, der BBL kümmert sich nur um die Immobilie, unterstreicht Hoffmann.

Das einstige Amt für Landwirtschaft, in dem zuletzt noch 64 Mitarbeiter ihr Büro hatten, wurde von 1999 bis 2000 umfassend saniert. Damals investierte das Land mit Fördermitteln umgerechnet für rund fünf Millionen Euro...

Mal abgesehen davon, dass die Landwirte sauer sind, weil sie in Stralsund für ihre Termine in der Innenstadt keine Parkplätze bekommen und lieber die bequeme Beratung in Franzburg in Anspruch genommen hätten, trauern die Franzburger dem Amt ebenso hinterher.

„Das Haus, in dem früher das Internat für die auszubildenden Kindergärtnerinnen der benachbarten Schule untergebracht war, ist tiptop in Ordnung und steht leer. Das tut uns schon weh“, sagt Bürgermeister Dieter Holder (CDU). Doch wer den Ur-Franzburger kennt, weiß, er wäre nicht das Stadtoberhaupt, würde er nicht schon eine Idee in petto haben: „Das ist ja als Verwaltungsgebäude umgebaut worden, und so sollte es auch genutzt werden. Und deshalb möchte ich mich dafür einsetzen, dass die Verwaltung des Amtes Franzburg-Richtenberg da einzieht. Wir haben im Rathaus zu wenig Platz, deshalb ist ein Umzug eine gute Variante.“ Und was wird dann aus den jetzigen Büros der Amtsverwaltung? „Wir haben Anfragen von Vereinen, eine Fußpflege möchte auch da rein. Also ich denke, da finden sich genügend Nutzer“, sagt Holder.

Vorteil im ehemaligen Landwirtschaftsamt wäre zudem, dass es einen Fahrstuhl gibt und alles barrierefrei zu erreichen ist. Manch einer könnte meinen, Dieter Holder ist jetzt völlig größenwahnsinnig.

„Ne,ne, ich will das Haus für einen symbolischen Euro kaufen. Das wurde ja schon einmal vom Steuerzahler bezahlt, warum sollte es zweimal bezahlt werden“, sagt der 50-Jährige und grinst schelmisch.

„Natürlich hätten wir das Amt für Landwirtschaft gern in Franzburg behalten. Das passte in die Stadt, hat für Leben gesorgt. Der Umzug ist doch idiotisch. Die gehen hier raus aus einem Haus, das dem Land gehört und mieten sich teilweise in Stralsund teuer ein. Das begreift doch kein normaler Mensch.“

Ines Sommer

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