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Stralsund Was wird aus altem Pflegeheim?

Die Immobilie ist in Privatbesitz/ Nach zwei Kontrollen sieht die Bauaufsicht jetzt keine Gefahr mehr

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Stein des Anstoßes: der verwahrloste Plattenbau Kedingshäger Straße 92-96. Fotos (6): Stefan Sauer

Stralsund. Das alte Pflegeheim „Franziska Tiburtius“ gehört zu den Immobilien in dieser Stadt, die vor sich hindümpeln. Viele fragen sich, was damit passiert.

OZ-Bild

Die Immobilie ist in Privatbesitz/ Nach zwei Kontrollen sieht die Bauaufsicht jetzt keine Gefahr mehr

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Seit Jahren bietet der Wohnblock Kedingshäger Straße 92-96 ein verwahrlostes Bild. Immer wieder beklagten Anwohner, dass dieses Gebäude kein Aushängeschild dafür ist, was die Erinnerung an die eng mit Stralsund verbundene erste promovierte Ärztin Deutschlands — Franziska Tiburtius — betrifft. Ihren Namen trug das Pflegeheim. Darauf weisen immer noch Schilder an der Fassade hin.

Lange konnte für den Mehrgeschosser, der über eine Nutzfläche von 1900 Quadratmetern verfügt und auf einem 2610 Quadratmeter großen Grundstück steht, kein neuer Eigentümer gefunden werden. Die Stadt hatte den Bau bereits im Jahr 2013 für einen Mindestkaufpreis von 350000 Euro angeboten. Damals war von einer geplanten Wohnbebauung die Rede. Doch es tat sich nichts. OZ-Leser kritisierten, dass von dem zugewucherten Grundstück Gefahren ausgehen. Absperrzäune waren umgefallen. Eine offene Grube auf der Rückseite des Geländes war frei zugänglich.

Wie die Pressestelle des Rathauses auf Anfrage der OSTSEE-ZEITUNG mitteilte, befindet sich der Plattenbau komplett in Privatbesitz. Die Immobilie sei per Kaufvertrag aus dem Jahr 2014 „rechtsverbindlich veräußert“ worden. Am 6. Oktober 2015 erfolgte die Grundbucheintragung, wie der Pressesprecher der Stadtverwaltung, Peter Koslik, informierte. Zum Käufer und seinen Vorhaben macht die Stadt allerdings keine weiteren Angaben. Am 23. Februar 2016 sei eine Genehmigung zum Um- und Ausbau der Gebäude erteilt worden. Bereits im Vorfeld hätten die Bauherren „mit genehmigungsfreien Arbeiten wie der Entrümpelung“ begonnen. Dafür wurde bereits im April 2015 ein Bauzaun aufgestellt.

Am 8. März dieses Jahres sei eine erste Kontrolle durch die Bauaufsicht erfolgt, weil der Bauzaun nicht geschlossen war und Gefahren von der ungesicherten Baustelle ausgehen konnten. Die Baufirma sei darüber informiert worden. Aufgrund einer Beschwerde aus der Bevölkerung habe es am Montag dieser Woche erneut eine Kontrolle gegeben. Einen Tag später hätte die Behörde die Information erhalten, dass der Baustellenbereich nun geschlossen ist. Somit sei das Betreten des Bereichs durch Unbefugte ausgeschlossen, und „es geht nach Überzeugung der Bauaufsicht keine Gefahr von der Baustelle aus“, so Koslik.

Franziska Tiburtius als Namensgeberin

Auf Rügen wurde Franziska Tiburtius 1843 als Pächterstochter geboren. Sie absolvierte in Stralsund eine private Mädchenschule. Zunächst arbeitete sie als Lehrerin. Dann entschloss sie sich, Medizin zu studieren, was ungewöhnlich für die Zeit war, in der in Deutschland Studierverbot für Frauen herrschte. Deshalb ging sie in die Schweiz, nach Zürich .

1871 begann die junge Frau ihr Medizinstudium und wurde 1876 zum Doktor promoviert. Ihre medizinische Karriere führte sie über Leipzig und Dresden nach Berlin, wo sie eine eigene Praxis und 1908 die Chirurgische Klinik weiblicher Ärzte eröffnete. Die norddeutsche Ärztin setzte sich für die Aufhebung des Studienverbotes in Deutschland ein.

Während ihres Ruhestands bereiste Franziska Tiburtius Amerika, Nordafrika und Europa. Sie starb 1927 in Berlin. Ihre Urne wurde in der Familiengruft auf dem Stralsunder St.-JürgenFriedhof beigesetzt. Das Grab existiert noch heute.

Von Marlies Walther

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