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Weder Bares noch Beratung: Sparkasse will weg

Niepars Weder Bares noch Beratung: Sparkasse will weg

Knapp 2000 Einwohner in Niepars haben dann nicht mal Geldautomaten im Ort / Unternehmen begründet Schritt mit wirtschaftlichen Zwängen und verweist auf Betreuung in Stralsund

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Aus Niepars nicht mehr wegzudenken – die Sparkassen-Filiale in der Gartenstraße. Doch Ende des Jahres will das Bankunternehmen das weiße Häuschen mit Schaltern und Automaten dichtmachen.

Quelle: Fotos: Ines Sommer

Niepars. Erst wurden die Öffnungszeiten reduziert – nun will die Sparkasse ihre Filiale in Niepars ganz dichtmachen. Zum 1. Januar 2017 gibt es dann in dem modernen Flachbau in der Gartenstraße weder Bares noch Beratung. Das vorpommersche Unternehmen nimmt auch den Geldautomaten außer Betrieb. Mit anderen Worten: Ihre Kohle müssen sich die Sparkassenkunden in einer anderen Filiale holen – in Velgast, Prohn, Stralsund oder Barth.

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Knapp 2000 Einwohner in Niepars haben dann nicht mal Geldautomaten im Ort / Unternehmen begründet Schritt mit wirtschaftlichen Zwängen und verweist auf Betreuung in Stralsund

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„Im Februar kam die Sparkasse auf uns zu und hat uns über Veränderungen berichtet, da war aber die Schließung noch nicht klar. Wir haben Stillschweigen vereinbart. Und im März bekomme ich dann den Brief mit der Nachricht, dass Niepars dichtgemacht wird“, berichtet Bürgermeisterin Bärbel Schilling (parteilos) im Nieparser Amtsausschuss. Sie habe dann an Landrat Ralf Drescher (CDU) geschrieben – er sitzt ja auch im Aufsichtsrat – und sprach das Thema auf dem Kreistag an.

„Wir sind ein Handwerkerdorf, auch das Amt bringt regelmäßig die Einnahmen zur Sparkasse. Und was wird aus den vielen Senioren, die hier wohnen und dann kein Geld mehr bekommen?“, zählt Bärbel Schilling die Argumente auf, die für sie gegen eine Schließung sprechen. Außerdem haben die Nieparser 627 Unterschriften für den Erhalt der Sparkasse gesammelt, und alle zehn Bürgermeister des Amtes Niepars haben eine entsprechende Forderung unterschrieben.

„Mal abgesehen, dass die Kunden enttäuscht sind, trägt die Sparkasse dazu bei, dass sich die Landflucht weiter verschärft.“ Bärbel Schilling befürchtet ein infrastrukturelles Ausbluten der Gemeinden und fügt an: „Außerdem möchte ich mal wissen, wo die Ausschüttungen der Sparkasse bleiben. Also wir als Gemeinde haben da noch nie was bekommen.“

„Das alles können wir doch unseren Bürgern nicht mehr erklären. Die Vorstände erhöhen sich ihre Gehälter, und bei uns machen die Filialen dicht“, schimpft Horst Badendieck (Linke), Bürgermeister in Neu Bartelshagen. Breiter Protest also gegen die Schließung der Bankfiliale. Und was sagt das vorpommersche Unternehmen dazu?

„Auch auf die Sparkasse wirken diverse äußere Rahmenbedingungen. Neben der Demografie und der anhaltenden Niedrigzinsphase ist das insbesondere ein verändertes Kundenverhalten. Unsere Kunden besuchen heute im Durchschnitt nur einmal pro Jahr die Filiale, kommen aber 192-mal per Online-Banking oder Sparkassen-App zu uns. Dadurch geht die Auslastung unserer Filialen immer mehr zurück“, sagt Kati Ambrosat, Pressesprecherin der Sparkasse Vorpommern, und erklärt weiter: „Dem passen wir uns an und richten uns entsprechend dem Kundenverhalten neu aus. Unser gesamtes Filialnetz wurde vor diesem Hintergrund auf den Prüfstand gestellt. Dabei haben wir uns jede einzelne Entscheidung nicht leicht gemacht. Für jeden Standort haben wir Analysen erstellt und Kundenfrequenzmessungen durchgeführt.“ Bei allen Entscheidungen gelte immer, das gesamte Geschäftsgebiet im Blick zu haben und die Zukunftsfähigkeit der Sparkasse Vorpommern zu sichern.

Und das Ergebnis sieht so aus, dass die Filiale in Niepars zu Beginn 2017 mit der Stralsunder am Neuen Markt zusammengelegt wird. „Eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Fortführung der Filiale Niepars ist nicht darstellbar. Das betrifft auch die Selbstbedienungs-Technik an diesem Standort“, heißt es von der Sparkasse. Die Chef-Etage des Unternehmens sagt weiter: „Trotz aller Veränderungen haben wir das dichteste Bankstellen-Netz und im Vergleich zu anderen Sparkassen und Banken eine überdurchschnittliche Filialdichte je Einwohner. Wir legen großen Wert darauf, weiterhin flächendeckend präsent und erreichbar zu sein.“

Das bringt die Nieparser natürlich nicht weiter. Deshalb hat sich nun auch noch einmal der CDU-Landtagsabgeordnete Dietmar Eifler vor das Thema gespannt. „Ich denke, wir sollten da noch mal mit der Sparkasse ein Gespräch führen.“

Ines Sommer

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