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Weltneuheit: Formstaal baut vollelektrische Fähre

Stralsund Weltneuheit: Formstaal baut vollelektrische Fähre

Sie soll Autos an der Grenze zu Luxemburg über die Mosel transportieren / Stralsunder Unternehmen will künftig bis zu sieben Schiffe im Jahr bauen

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Ein Mitarbeiter der Stralsunder Firma Formstaal schweißt in einer Halle an einem Element für ein Seminarschiff, das künftig in Berlin im Einsatz sein soll. Die Bauphase für die neue Elektrofähre soll in drei Monaten beginnen. FOTO: ALEXANDER MÜLLER

Stralsund. . In der Hansestadt wird in den nächsten Monaten ein Schiff gebaut, das es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Die Firma Formstaal konstruiert derzeit eine vollelektrisch betriebene Autofähre – in ihrer Größe die erste weltweit. Zwar gibt es bereits in Norwegen eine elektrisch betriebene Pkw-Fähre, die Entwicklung aus Stralsund ist aber deutlich kleiner. Die geringeren Maße sind für die Ingenieure eine große Herausforderung, da für die Technik – insbesondere die Batterien – weniger Platz zur Verfügung steht. „Viele Leute aus der Branche haben gesagt, das geht nicht. Wir wollten es trotzdem schaffen“, sagt Formstaal-Geschäftsführer Thomas Kühmstedt. Zwar gebe es elektrische Lösungen bereits im Privatbereich, zum Beispiel bei Yachten.

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Sie soll Autos an der Grenze zu Luxemburg über die Mosel transportieren / Stralsunder Unternehmen will künftig bis zu sieben Schiffe im Jahr bauen

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„Viele Leute aus der Branche haben gesagt, das geht nicht. Wir wollten es trotzdem schaffen.Thomas Kühmstedt, Formstaal-Chef

In der Berufsschifffahrt herrschten allerdings ganz andere Anforderungen. „Die Fähre muss 365 Tage im Jahr laufen. Und wenn mal etwas ausfällt, muss sie trotzdem funktionieren“, sagt Kühmstedt.

Die Fähre soll künftig zwischen den Moselgemeinden Oberbillig in Rheinland-Pfalz und Wasserbillig in Luxemburg hin und her fahren. Sie wird Platz für sechs Autos und 45 Passagiere bieten. Die nötige Energie wird zum Teil mit Hilfe von Solarzellen in die Batterien eingespeist. Weil das aber nicht ausreicht, muss das Schiff jede Nacht an die Steckdose.

Der Gesamtpreis liegt im siebenstelligen Bereich, über die genaue Summe wurde Stillschweigen vereinbart. Kühmstedt erklärt, dass die Elektrofähre zwar in der Anschaffung teurer sei als eine mit herkömmlichem Antrieb. Durch die geringen Betriebskosten rechne sich die Anschaffung aber bereits nach wenigen Jahren.

Derzeit befindet sich das Schiff in der Konstruktionsphase, das heißt, es wird ein Modell am Computer entworfen. In drei Monaten soll der Bau beginnen, es werden bis zu 40 Leute daran arbeiten.

Liefertermin ist in einem Jahr. Die Fähre wird dann per Kran auf ein noch größeres Schiff verladen und an ihren Zielort transportiert.

Für Formstaal ist es bereits das neunte komplett selbst konstruierte Schiff. Bisher lag der Schwerpunkt auf Passagierbooten mit Solartechnik, unter anderem für den öffentlichen Personennahverkehr in Berlin. Derzeit wird in einer Halle an einem Seminarschiff für die Hauptstadt gearbeitet. „Wir sehen in diesem Bereich unsere Zukunft“, sagt Formstaal-Chef Kühmstedt. Mittelfristig wolle man fünf bis sieben Schiffe pro Jahr bauen. „Wir werden trotzdem keine klassische Werft sein. Der Schiffbau bleibt eines von vielen Standbeinen.“

Alexander Müller

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