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Wirtschaftshafen Barth setzt auf Kreuzfahrer

Barth Wirtschaftshafen Barth setzt auf Kreuzfahrer

Außerdem wird eine große Halle als Winterquartier für Sportboote errichtet, in der im Sommer Veranstaltungen stattfinden können

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Ohne Komplikationen hat das Schweizer Flusskreuzfahrtschiff „Excellence Coral“ an der Pier des Barther Wirtschaftshafens fest gemacht. Kurz darauf kommen die Reisebusse.

Quelle: Fotos: Volker Stephan/privat

Barth. Die Stadt Barth möchte ihren Wirtschaftshafen mit einer zweckgemäßen Nutzung beleben. Die Verantwortlichen hatten in diesem Jahr kurz davor gestanden, dort das im Stadtforst geschlagene Holz umzuschlagen, um es über den Seeweg zu den Käufern zu transportieren. Doch plötzlich stürzten die Holzpreise derart in den Keller, dass sich ein Verkauf zu diesen Konditionen nicht mehr lohnt.

Es liegen alle Genehmigungen vor. Die Fassade der Bootshalle wurde im Einvernehmen verändert und sieht jetzt noch schöner aus.“ Bauamtsleiter Barth Manfred Kubitz

Das Flusskreuzfahrtschiff „Excellence Coral“ hatte dagegen am vergangenen Wochenende zu Testzwecken problemlos im Wirtschaftshafen angelegt und damit den Beweis erbracht, dort ohne Einschränkungen den wöchentlichen Bettenwechsel vornehmen zu können. Damit ist nun die Möglichkeit gegeben, bei Mehrfachanläufen von Kreuzfahrtschiffen oder bei sehr lebhaften Veranstaltungen am Hafen die Pier des Wirtschaftshafens als Reservevariante zu nutzen.

Wie Barths Bauamtsleiter Manfred Kubitz berichtete, habe das Bauamt speziell zu diesem Zweck die Landanschlüsse an den Standard der Kreuzfahrtschiffe anpassen lassen. Die Möglichkeit für Reisebusse und Versorgungsfahrzeuge, direkt an die Schiffe heranzufahren, kann als zusätzliches Plus dieser Liegevariante gewertet werden.

Auch auf der gegenüberliegenden Westseite des Stadthafens, auf dem Gelände des Barther Segler-Vereins, sollen noch im August die Bauleute in Aktion treten. Dort wird innerhalb weniger Wochen der lang ersehnte neue Schipperschuppen Gestalt annehmen. „Es liegen alle Genehmigungen vor. Die Fassade der Bootshalle wurde im Einvernehmen verändert und sieht jetzt noch schöner aus“, so der Bauamtsleiter.

Das Hallenbauprojekt wurde durch den Landessportbund bewilligt und wird durch das Landesförderinstitut mit Landes- und EU-Mitteln gefördert. Weil die moderne, etwa 600 Quadratmeter große Bootslagerhalle in den Sommermonaten auch für Veranstaltungen genutzt werden kann, beteiligt sich die Stadt mit einem Eigenanteil an der Förderung.

Das Vorhaben, die Innenseite der Westmole als Standort für schwimmende Ferienhäuser zu etablieren, ist nicht zu den Akten gelegt worden. Insgesamt drei Investoren bzw. Betreiber hatten in der Vergangenheit daran Interesse bekundet. „Jedoch war es aufgrund der Fülle wichtigerer Vorhaben zunächst in den Hintergrund gerückt“, erklärte Manfred Kubitz, „soll aber demnächst mit einem Interessenbekundungs-Wettbewerb fortgeführt werden.“ Bei diesem Verfahren würden die potenziellen Investoren ihre Projekte an die von der Stadt geforderten Bedingungen und geäußerten Wünsche anpassen und entsprechende Angebote unterbreiten.

Noch ein Vorhaben, welches vor langer Zeit im Zusammenhang mit der Erschließung des alten Zuckerfabrikgeländes zum maritimen Gewerbegebiet schon einmal angedacht war, soll demnächst – wenn auch in geänderter Form – umgesetzt werden. Damals hatte man die Idee, den alten Bahndamm zwischen Sundischer Straße und Trebin als Zufahrtsstraße zum Wirtschaftshafen auszubauen.

Die heutigen Vorstellungen fallen bescheidener aus und gehen in Richtung eines Radweges als Zubringer zum europäischen Fernradweg Nr.10, der in diesem Abschnitt vom Hafen über die Jugendherberge nach Dabitz führt. „Seit 2013 gibt es ein neues Programm der Pomerania, das die Förderung dieses Vorhabens erlauben würde. Wir sind jetzt dabei, die Trasse zu erwerben“, teilte der Bauamtsleiter mit. Die sei zwischendurch an einen Windmüller verkauft worden, der sie als Ausgleich für den Verlust von Naturflächen infolge des Windkraftanlagenbaus renaturieren wollte. Der Eigentümer habe sich bereit erklärt, die Trasse an die Stadt abzutreten – die notariellen Formalitäten seien bereits eingeleitet worden.

Die Fahrwassertiefe im gesamten Hafenbereich nach der vor zwei Jahren abgeschlossenen Baggerung bezeichnete Manfred Kubitz als ausreichend, eine erneute Tiefenpeilung ist erst nach Ablauf einer Frist von fünf Jahren vorgesehen. Auch die Wasserqualität des Hafens und insbesondere der neu gestalteten Badestelle an der Jugendherberge stufte er als zufriedenstellend ein.

Volker Stephan

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