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Wohin mit den Abwasser-Resten?

Stralsund Wohin mit den Abwasser-Resten?

Rewa setzt auf eigene Verbrennungsanlage mit der Klärschlamm-Kooperation, um ein Preistreiben zu verhindern

Stralsund. Die Abwasser-Entsorger sind unter Druck: Ab Januar 2017 gelten neue Grenzwerte für bestimmte Bestandteile im Klärschlamm. Die landwirtschaftliche Nutzung wird damit unmöglich. Der anfallende Schlamm kann also nicht mehr auf die Felder gekippt werden. Alternativen sind gefragt.

Die Entsorger wollen eine ebenso umweltfreundliche wie praxistaugliche und bezahlbare Lösung finden und peilen deshalb den Bau einer eigenen Verbrennungsanlage an. Um das Projekt gut vorzubereiten, wurde bereits 2012 die Klärschlamm-Kooperation Mecklenburg-Vorpommern GmbH gegründet. Dahinter stehen sechs kommunale Abwasserentsorger – eine davon ist die Regionale Wasser- und Abwassergesellschaft Stralsund mbH (Rewa).

Neben der Rewa müssen viele Klärschlammerzeuger bereits zum jetzigen Zeitpunkt große Mengen verbrennen, weil für das Aufbringen auf Felder besagte Grenzwerte überschritten werden. Das trifft zum Beispiel auf synthetische Polymere wie PVC zu, die dann ab 1. Januar 2017 ganz verboten sind.

Die in der Kooperation vereinten Betriebe kümmern sich um 58000 Tonnen Schlamm mit organischen Substanzen – das sind 31 Prozent aller Klärschlämme in Mecklenburg-Vorpommern. Davon werden jetzt schon 77 Prozent „thermisch entsorgt“, sprich verbrannt. Und das kostet, weil der Klärschlamm lange Transportwege zurücklegen muss und zudem Preise aufdiktiert werden, die letztendlich der Verbraucher aufgenackt bekommt. Das soll mit einer eigenen Verbrennungsanlage direkt in der Region verhindern werden.

„Neben der Bündelung der Mengen Klärschlamm in einem gemeinsamen Beschaffungsmanagement plant die Gesellschaft nun die Errichtung einer eigenen Monoverbrennungsanlage mit Phosphor-Recycling. Der Bau der Anlage soll später über Kreditfinanzierungen der GmbH abgesichert werden“, erklärt Christel Lemke von der Rewa GmbH in Stralsund auf OZ-Anfrage.

Drei kommunale Abwasserbeseitigungsfirmen aus Mecklenburg-Vorpommern haben ihre Bereitschaft zur Beteiligung an der Klärschlamm-Kooperation schon zugesagt. Sieben haben eine Absichtserklärung abgegeben. Verstärkung ist erwünscht, denn jeder neue Gesellschafter reduziert zukünftig entstehende Kosten.

Es ist künftig also von deutlich höheren Klärschlammmengen auszugehen. Die Entsorger reden hier von 90000 Tonnen, und die wären eine sichere Basis für die notwendige Investition zur Errichtung der Spezialverbrennungsanlage.

Damit sich die Klärschlamm-Kooperation wie gewünscht entwickeln kann und sich auch die Rewa für die Zukunft gut rüstet, müssen die Gesellschafter die geplanten Veränderungen auch befürworten. Und genau deshalb steht in den kommenden Wochen der Punkt Klärschlamm-Kooperation auf der Tagesordnung aller Gemeindevertretersitzungen. Dabei geht es jetzt noch nicht um das konkrete Bauprojekt, sondern nur um den Grundsatzbeschluss.

Was ist Klärschlamm?

Klärschlamm beschreibt eine Mischung aus Fest- und Flüssigstoffen, die bei der Abwasserreinigung gewonnen wird.

Bei den Feststoffen handelt es sich um Schwebstoffe, die sich in der Kläranlage aus dem Wasser absetzen und zu Boden sinken. In dem Flüssigstoffanteil können neben Wasser eine Vielzahl von chemischen Verbindungen in gelöstem Zustand vorliegen.

Die neue Verordnung in puncto landwirtschaftliche Verwertung des Klärschlamms besagt unter anderem, dass ab dem 1. Januar 2017 der Einsatz von so genannten synthetischen Polymeren verboten ist. Synthetische Polymere sind industriell hergestellte Stoffe, dazu gehören Polyethylen, Polystyrol und Polyvinylchlorid.

90000 Tonnen Klär schlamm fallen bei den jetzigen Mitgliedern der Kooperation an. Eine Menge, für die es sich lohnt, eine eigene Anlage zu bauen, argumentiert die Rewa GmbH auf den Gemeindevertretersitzungen.

Die Investition wird über einen Kredit abgesichert. Die Klärschlamm-Kooperation geht aber davon aus, dass sich die Verbrennungsanlage rechnet und uferlose Steigerungen des Preises für die Beseitigung der Abwasser-Reste verhindert werden können.

Ines Sommer

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