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Zwangspause auf der Königslinie

Mukran Zwangspause auf der Königslinie

Fähre „Sassnitz“ geht Ende des Monats in die Werft

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Zu Silvester 2013 fuhr das Fährschiff „Sassnitz“ von Mukran kommend in den Sassnitzer Stadthafen ein und machte für Reparaturarbeiten am ehemaligen Fährterminal fest. ARCHIV-FOTO: DIETER LINDEMANN

Mukran. Die „Königslinie“ ist die kürzeste direkte Fährverbindung zwischen Deutschland und Schweden. Ende des Monats wird sie gekappt – vorübergehend. Die „Sassnitz“, das einzige Fährschiff, das auf der Verbindung zwischen der Rügener Hafenstadt und Trelleborg im schwedischen Schonen noch verkehrt, muss in die Werft. Ganz routinemäßig, wie auch in früheren Jahren.

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Fähre „Sassnitz“ geht Ende des Monats in die Werft

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Lange Historie

Die Königslinie trägt ihren Namen, weil die Eisenbahnfährverbindung 1909 in Anwesenheit des schwedischen Königs und des deutschen Kaisers (und Königs von Preußen) eröffnet wurde. Die Geschichte der Route reicht aber zurück bis ins Jahr 1897, als die Postdampferlinie Saßnitz – Trelleborg den Betrieb aufnahm.

Doch damals fuhr mit der „Trelleborg“ noch ein zweites Schiff auf der Route. Bei Werftaufenthalten konnte das jeweils andere den Verkehr – wenn auch eingeschränkt – aufrecht erhalten. Auch Ersatzfähren wurden für den Zeitraum nach Sassnitz beziehungsweise Mukran beordert, um Passagiere und Fracht zwischen Schweden und Deutschland zu befördern.

Darauf wird die zuständige Reederei Stena-Line diesmal ganz verzichten. Dem Verdacht, dass das ein Vorgeschmack auf die seit langem auf Rügen befürchtete Einstellung der Linie sein könnte, tritt das Unternehmen vehement entgegen. Es seien schlicht und einfach keine Schiffe da, die auf der Königslinie einspringen könnten, sagt Tim Kötting, einer der Sprecher des Unternehmens. Denn zur gleichen Zeit wie die „Sassnitz“ schickt die Reederei auch andere Schiffe zur Reparatur und Ausbesserung. „In diesem Jahr stehen bei mehreren Fähren von Stena-Line geplante umfangreichere Werftaufenthalte an, so dass in der gesamten Flotte zurzeit weniger Schiffe als sonst zur Verfügung stehen“, erklärt Kötting auf Nachfrage der OZ. Außerdem werde die Route generell vorwiegend von schwedischen Einkaufstouristen genutzt und sei um diese Zeit immer schlechter ausgelastet als im Rest des Jahres.

„Die Linie ist mittlerweile in der Tat stark auf die Bedürfnisse der schwedischen Tagestouristen zugeschnitten“, sagt der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht. Er war gemeinsam mit Stadtpräsident Norbert Thomas kurz vor Weihnachten beim traditionellen Julbord in Trelleborg. „Bei einem Besuch in unserer schwedischen Partnerstadt müssen wir jetzt immer am Vortag anreisen und übernachten“, beklagt er die Fahrplangestaltung. Seit im Jahre 2014 die „Trelleborg“ von der Linie abgezogen wurde, fährt die „Sassnitz“ in der Regel morgens von Trelleborg und abends von Mukran ab. Das war’s.

„Die Königslinie ist das Bindeglied unserer Partnerschaft mit Trelleborg“, sagt Kracht.

Nicht nur aus diesem Grund machen sich die Sassnitzer und die Trelleborger deshalb seit geraumer Zeit für eine bessere Verbindung stark. Aber das sei schwer, so Kracht. Auch die Schweden fänden nicht recht Gehör bei dem aus Göteborg stammenden Familienunternehmen, das die „Königslinie“ von der früheren Reederei „Scandlines“ übernommen hatte.

Norbert Benedict bestätigt das. Der Rügener SPD-Vorsitzende und Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Sassnitzer Stadtvertretung hatte sich mehrfach mit schwedischen Sozialdemokraten in Trelleborg getroffen und über Möglichkeiten, den Fährverkehr wieder zu beleben, beraten. „Auch die schwedischen Kollegen sind da sehr an einer besseren Verbindung interessiert.“ Sie hätten versucht, Kontakte zu knüpfen. Aber an die Reederei komme man schwer heran. „Und letztlich gibt es gegenwärtig auch keine Fähren, die sie einsetzen könnten.“ Stena will die Königslinie nach eigenen Angaben ab Mitte Februar mit der „Sassnitz“ weiter betreiben. Es werde wie gehabt pro Tag und Richtung eine Abfahrt geben.

Mangels Frachtaufkommen wird die Fährverbindung wohl weiter auf Urlauber setzen. Mit dieser Strategie scheint sie im übertragenen wie im Wortsinne ganz gut zu fahren. Nach Unternehmensangaben wurden auf der Route im vergangenen Jahr rund 310000 Passagiere und 113000 Pkw befördert. „Wir sind mit der Auslastung der Route zufrieden“, heißt es denn auch bei Stena. Natürlich komme man unter den derzeitigen Bedingungen und mit nur einem Schiff nicht an die frühere nPassagierzahlen heran, als bis zu 800000 Fahrgäste pro Jahr zwischen Sassnitz und Trelleborg reisten. Doch auch Beobachter in Fachkreisen bestätigen einen „gefühlten Zuwachs“ auf der Linie. Die würde verstärkt wieder von Schweden, aber auch von Norwegern für ihre Reisen nach Deutschland genutzt. Gelockt würden sie unter anderem durch „sehr gute Ticketpreise“. Dennoch sei noch reichlich Luft nach oben, findet der Sassnitzer Bürgermeister und zieht einen Vergleich zur Bornholmlinie, wo sehr hohe Passagierzahlen verzeichnet wurden. „Mit etwas mehr Wollen ließen sich auch die Zahlen auf der Königslinie steigern“, ist sich Frank Kracht sicher.

Das erhofft man sich offenbar auch bei Stena-Line, wo man versichert, dass die Existenz der Fährverbindung nicht zur Debatte stehe. Ganz im Gegenteil: „ Die Reederei wird sich auch weiterhin aktiv dafür einsetzen, dass das große Interesse von Passagieren, Tourismusakteuren und Transportunternehmen an der Route Sassnitz – Trelleborg und der Region Rügen bestehen bleibt.“

Maik Trettin

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