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Stralsund Wo einst der Köpkenturm explodierte
Vorpommern Stralsund Wo einst der Köpkenturm explodierte
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04:59 21.03.2013
So sah der Platz Anfang der 1950er-Jahre aus — mit Dreimörderhaus (l.) und Bankgebäude. Quelle: Heidi Scharping

Der Bereich zwischen der Deutschen Bank und dem imposanten Gebäude Tribseer Straße 30 soll im kommenden Jahr neu gestaltet werden. Vielen Stralsundern ist das Areal noch als Platz der Solidarität bekannt, obwohl man wahrlich nicht von einem Platz sprechen kann. Seit dem 3. Dezember 1990 gehören die umliegenden Gebäude wieder zur Tribseer Straße.

Noch bis in die Gegenwart wirkt ein verheerendes Unglück auf die Beschaffenheit der Fläche vor der großen Kreuzung nach. Am 12. Dezember 1770 flog der als Pulvermagazin genutzte Köpkenturm, der am Ende des Katharinenbergs in der Stadtmauer stand, in die Luft. Neben dem Tribseer Tor lagen danach viele Gebäude auf dem Katharinenberg, in der Tribseer Straße, der Bleistraße und „Am Roten Meer", wie ein Teil der Marienstraße einst hieß, in Schutt und Asche.

Das Tribseer Tor wurde wieder aufgebaut, verschwand dann auf Beschluss der Stadtverwaltung im Jahre 1877. Die Ecke Tribseer Straße, Katharinenberg blieb im Grunde genommen bis vor 100 Jahren unbebaut. Nur ein Fachwerkschuppen stand auf einem Teil des Grundstücks. Im Herbst 1911 bat der Brennereibesitzer Paul Holtfreter um die Genehmigung, ein großes, viergeschossiges Wohnhaus an dieser Stelle errichten zu dürfen. Am 18. März 1913 — also fast auf den Tag genau vor 100 Jahren — war der Bau des eindrucksvollen Gebäudes beendet.

Das Bankgebäude schräg gegenüber wurde in den Jahren 1926/27 errichtet. Der Bau löste unter den Bürgern der Stadt einen Proteststurm aus. Sie verstanden die Welt nicht mehr. Vor einigen Jahrzehnten hatte die Stadtverwaltung das Tribseer Tor mit der Begründung abreißen lassen, dass es die Entwicklung von Handel und Verkehr behindere. Nun wollte die Reichsbank eine nicht gerade kleine Filiale vor den Zugang zur Bleistraße setzen.

Die Verkehrssituation an diesem Knotenpunkt war damals noch brisanter als heute, denn die Straßenbahn fuhr von der Bleistraße über den Platz in Richtung Bahnhof und zurück. Die Empörung der Bürger brachte aber nichts ein.

Am 25. März 1926 setzten die Maurer die ersten Steine. Das Bankgebäude sollte mit der Marienkirche Ähnlichkeiten aufweisen. Deshalb wurde das Haus als hoher Backsteinbau mit vier Ecktürmchen konzipiert.

Wenn man über die Geschichte des ehemaligen Platzes der Solidarität schreibt, dürfen zwei Hotels nicht unerwähnt bleiben. Das eine hieß zuletzt „Nordland“. Am 26. Februar 1880 hatte Friedrich Lewerenz, der bis dato als Hausdiener im Hotel „Goldener Löwe“ arbeitete, ein „Gesuch um Hochgeneigte Ertheilung der Erlaubniß zur Errichtung eines Logirhauses“ in seinem Wohnhaus Tribseer Straße 3 (jetzt Tribseer Straße 2) eingereicht. Lewerenz erhielt die Konzession und nannte sein „Etablissement" fortan „Gasthof zum Kronprinz von Preußen“.

Anfang Mai 1945 beschlagnahmte die Rote Armee die sechzehn Hotelzimmer. Nach deren Auszug im Jahre 1946 konnte das Gebäude wieder als Hotel genutzt werden. „Kronprinz von Preußen“ durfte es natürlich nun nicht mehr heißen. Im April 1947 erfolgte die Umbenennung in Hotel „Nordland“. Heute steht an dessen Stelle ein Neubau.

Ein weiteres Hotel befand sich in dem Haus Tribseer Straße 5, das nach der Wende die Nummer 4 erhielt. Musikdirigent Theodor Scheel hatte in den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts das zu jener Zeit zweigeschossige Haus erworben. Er ließ es 1878 um ein weiteres Geschoss erhöhen. Er war es auch, der dort 1880 ein Hotel eröffnete, das zunächst „Hotel de Passage“ hieß.

Zur besseren Ausnutzung des Bodenraumes wurde das Gebäude 1888 im vorderen Teil noch einmal erhöht, wodurch ein weiteres, aber niedrigeres Geschoss entstand. Mit dem Wechsel des Besitzers erhielt das Hotel um 1900 den Namen „Hohenzollern“. 1946 übernahm Otto Schmenkeln das Hotel, welches nunmehr „Ottos Gasthaus“ oder „Ottos Fremdenheim" genannt wurde. Gasthaus „Mecklenburger Hof“ hieß es ab 1950 und wurde von Hedwig Tschapka geführt.

Das Dreimörderhaus
Das große Wohnhaus an der Ecke Tribseer Straße/Katharinenberg erhielt nach seiner Fertigstellung im Volksmund alsbald die Bezeichnung „Dreimörderhaus“.


Mörder haben dort allerdings nicht gelebt. Zumindest ist darüber nichts bekannt. Vielmehr praktizierten in dem Gebäude drei Ärzte: ein HNO-Spezialist, ein Frauenarzt und ein Internist.

Weil mitunter aber die Behandlung für die Patienten recht schmerzhaft war, drangen wohl ab und zu Schreie aus dem Fenster auf die Straße. Sie sollen so furchtbar gewesen sein, dass so mancher Passant recht gruselige Fantasien hatte.


In Wirklichkeit hatten die drei rechtschaffenden Mediziner im großen Haus in der Tribseer Straße 30 aber einen guten Ruf.

Andreas Neumerkel

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