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Wohngebiet in der Altstadt ohne eigene Parkplätze geplant

Stralsund Wohngebiet in der Altstadt ohne eigene Parkplätze geplant

17 Stadthäuser sollen vor der Jakobikirche entstehen / Jetzt wird über eine mögliche private Anliegerstraße diskutiert

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Dort, wo sich jetzt noch ein Parkplatz befindet, sollen 17 Stadthäuser entstehen – allerdings ohne private Stellplätze.

Quelle: Foto: Stefan Sauer

Stralsund. Im Zuge der geplanten Bebauung des Quartiers 33 an der St. Jakobikirche will die Stadtverwaltung die Schaffung von Parkplätzen auf den Grundstücken der zukünftigen Eigentümer generell verbieten. Dies geht aus dem so genannten Entwurfs- und Auslegungsbeschluss hervor, über den zurzeit in den Fachausschüssen der Bürgerschaft beraten wird.

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17 Stadthäuser sollen vor der Jakobikirche entstehen / Jetzt wird über eine mögliche private Anliegerstraße diskutiert

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Demnach sollen auf dem rund 5100 Quadratmeter großen Areal, das trotz seiner Toplage seit Jahren nur als Parkplatz genutzt wird, 17 Stadthäuser entstehen, in denen neben der Hauptwohnung auch eine Einliegerwohnung zugelassen werden soll. Auf den Eckgrundstücken sind Mehrfamilienhäuser mit maximal sechs Wohnungen vorgesehen.

Stellplätze und Garagen „werden ausgeschlossen“, heißt es in der Beschlussvorlage. Und weiter: „Mit den Festsetzungen zu Stellplätzen und Garagen sollen zum Einen die stadtbildverträgliche Integration dieser gesichert und zum Anderen die Blockinnenbereiche zur Erhöhung der Wohnqualität von einer entsprechenden Nutzung freigehalten werden.“

Klartext: Garagen und Parkplätze wären aus Sicht der von CDU-Oberbürgermeister Alexander Badrow geführten Stadtverwaltung optisch alles andere als attraktiv. Stattdessen soll an der Stelle, wo bislang das Polizeirevier in der Böttcherstraße steht, ein Parkhaus gebaut werden, in dem Anwohner dann einen Stellplatz anmieten könnten.

Wann die Polizei ihr Revier in der Böttcherstraße aufgibt und ihre Einheiten vollständig in den Standort an der Barther Straße verlegt, ist aber noch ungewiss. Anschließend kann das alte Polizeirevier abgerissen werden. Nach Angaben des Planungschefs im Rathaus, Ekkehard Wohlgemuth, seien aber entsprechende Gespräche weit fortgeschritten, sodass dieser Weg, den Parkverkehr aus dem neuen Baugebiet herauszuhalten, sehr realistisch sei.

Wohlgemuth zufolge gebe es bereits jetzt mehr Interessenten als Grundstücke. Fast alle wollten vor allem dort bauen, weil sie mitten in der Stadt das Flair schätzen würden, das grüne Innenhöfe erzeugen, betonte er.

Fakt ist, dass der Parkdruck rund um die künftige Baufläche allein deshalb extrem zunehmen wird, weil die rund 100 Stellflächen darauf, die bisher zum Großteil von der Stralsunder Wohnungsbaugesellschaft (SWG) vermietet werden, ersatzlos wegfallen. Hinzu käme der Bedarf der neuen Anwohner. Das Parkhaus, das später die Funktion als Quartiersgarage übernehmen soll, müsste demzufolge entsprechend groß sein. Zudem sind in der bisherigen Planung keine ausreichenden Kurzparkzonen vorgesehen worden, die die Anwohner des neuen Wohnquartiers nutzen können, um beispielsweise ihre Einkäufe vom Auto bis ins Haus zu tragen.

In letzter Instanz muss die Bürgerschaft darüber entscheiden, was im Dezember geschehen soll. Bisher deutet sich an, dass sich die CDU in der Parkplatzfrage gegen ihren eigenen Oberbürgermeister stellen könnte. Im Bauausschuss der Bürgerschaft votierten die Vertreter der Union gemeinsam mit Thomas Haack von der Fraktion „Bürger für Stralsund“ gegen den angestrebten Weg der Stadtverwaltung.

Stattdessen schlug Haack vor, von der Filterstraße aus eine kleine Privatstraße in das Baugebiet hineinzuführen, von der aus alle Grundstücke an der Rückseite erreichbar wären.

Die Möglichkeit einer Anliegerstraße war bereits vor drei Jahren untersucht, aber verworfen worden. „Jetzt werden wir uns diese Variante noch einmal anschauen“, sagte gestern Beate Löffler vom Stralsunder Bauamt. „Allerdings würde eine Anliegerstraße die Struktur im Quartier verändern“, gibt sie zu bedenken. Löffler weist darauf hin, dass es einen Bürgerschaftsbeschluss aus dem Jahr 2014 gibt, der Leitlinien für das Quartier 33 ausweist. Wichtige Eckpunkte darin sind die Schaffung eines möglichst großen Freiflächenanteils und die Einzelhausbebauung auf den historischen Parzellen. Dem müsse der künftige Bebauungsplan Rechnung tragen.

Das Projekt soll 2018 starten. Jetzt werde der Zeitplan zwar durcheinandergewirbelt, aber so dramatisch sei das nicht, sagt Löffler. Der Grundstücksverkauf wird über die Stadterneuerungsgesellschaft (SES) laufen. „Wenn der Bebauungsplan denn steht“, so SES-Sprecherin Christine Peters.

Häuser verfielen zu DDR–Zeiten und wurden abgerissen

Die Freifläche zwischen Böttcher-, Jacobiturm-, Filter- und Papenstraße entstand nicht, wie oft fälschlich angenommen, durch den Bombenangriff am 6. Oktober 1944, als auch die Jakobikirche getroffen wurde.

Die kleineren Häuser, die sich dort in der Mehrzahl befanden, blieben stehen. Insgesamt waren es 17 an der Zahl.

Sie verfielen im Laufe der DDR–Zeit immer mehr und wurden nach und nach abgerissen.

Das letzte Haus in dem Quartier verschwand im Jahr 1982 .

Im Mittelalter haben in der Böttcherstraße hingegen sogar Giebelhäuser gestanden, wie der Historiker und Stadtarchivar Dr. Andreas Neumerkel berichtet.

Ein Krieg hatte dann allerdings tatsächlich einmal das gesamte Areal zerstört. Im Jahre 1678 war das Gebiet während der Belagerung Stralsunds durch die Brandenburger in Schutt und Asche gelegt worden.

Benjamin Fischer und Marlies Walther

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