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Stralsund Zeuge belastet Ex-Sportamts-Chef schwer
Vorpommern Stralsund Zeuge belastet Ex-Sportamts-Chef schwer
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00:00 05.05.2017

Stralsund. Brisante Details wurden gestern am siebten Verhandlungstag im Prozess um den ehemaligen Leiter des Stralsunder Schulverwaltungs- und Sportamts, Steffen Grieser, bekannt. Einer der beiden ehemaligen Chefs des Dienstleistungs-Unternehmens Allrein belastete Grieser – der wegen Vorteilsannahme im Amt angeklagt ist – in einer Vernehmung schwer, deren Protokoll Richter Andreas Könning gestern verlas.

Nach den Aussagen des Ex-Allrein-Chefs habe seine Firma Steffen Grieser beim Hausbau helfen sollen, dieser habe dafür aber nur sehr wenig Geld zahlen wollen. „Grieser wollte, dass wir ihm bei der Rekonstruktion seines Hauses in der Greifswalder Chaussee behilflich sind. Ich habe dem zugestimmt. Aber das Material sollte von Grieser bezahlt werden – und auch ein moderater Baupreis“, so der Zeuge in seiner Vernehmung bei der Stralsunder Staatsanwaltschaft am 20. September vergangenen Jahres. 36000 Mark seien da in den Jahren 1996/97 zusammengekommen. Allerdings habe Grieser eine Mängelliste erstellt, die immer länger wurde, so dass für ihn am Ende nur noch 3600 Mark übrig geblieben seien.

Nach den Aussagen des Ex-Partners befand sich Allrein damals in einer schwierigen Finanzlage. Man habe 200000 D-Mark Fördermittel bekommen und sollte 100 neue Arbeitsplätze schaffen. Man konnte keinesfalls auf die Aufträge der Stadt verzichten. Grieser habe das gewusst und ganz bewusst gedroht. „Das war für uns eine bedrohliche Lage, schlimmstenfalls hätten wir die Förderung zurückzahlen müssen“, so die gestern im Gerichtssaal zitierte Zeugen-Aussage. Grieser habe eine Ergänzung zu seinem Gehalt verlangt. Von 3000 Mark monatlich war gestern beim siebenten Prozesstag die Rede.

1998 wollte das Reinigungsunternehmen nach eigenen Aussagen die „Geschäftsbeziehungen“ zu Grieser beenden. Der habe mit einer beschränkten Ausschreibung für drei, vier Objekte (die gingen an einen Reinigungsservice in Grimmen) klar gemacht, dass er Allrein jederzeit Aufträge entziehen könne. Das hätte man nicht riskieren wollen. Allerdings träfe den jetzigen Allrein-Chef keine Schuld. Diese „Geschäftsbeziehungen“ zu Grieser hätten die Nachfolger von den beiden Alt-Gesellschaftern geerbt.

Der Zeuge erklärte bei seiner Vernehmung 2016 zudem, dass er der Stadt immer wieder Infos gegeben habe – mit der Hoffnung, Griesers Treiben werde untersucht. Zu seiner Aussage im vergangenen Jahr hatte den Zeugen offenbar ein Bericht der OSTSEE-ZEITUNG bewogen. Nachdem die OZ im August 2016 über den Verdacht gegen Grieser berichtet hatte, zeigte sich der Zeuge selbst bei der Staatsanwaltschaft an, um die Sache „tiefer zu erhellen, als sie bisher erschien“.

Ein weiterer Zeuge – der ehemalige Partner der Fritz & Heichel GmbH, einer Tochter der Firma Allrein – machte gestern von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch, um sich nicht selbst zu belasten.

Der Grieser-Prozess wird am 11. und am 31. Mai fortgesetzt.

Ines Sommer

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