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Stralsund Zu Besuch bei den Macrons
Vorpommern Stralsund Zu Besuch bei den Macrons
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11:20 01.03.2018
Elgin Kuhnert (2.v.r.) mit ihrer Gastfamilie: Violette, Cousin Hugo, Gastmutter Jeanne und Gastvater Olivier (v.l.) vor dem Eiffelturm in Paris. Quelle: Foto: Privat
Stralsund/Paris

Eine Privatführung durch den Elysée-Palast! Dort, wo sonst Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Geschicke der Republik leitet, durfte die Stralsunderin Elgin Kuhnert durch die Räume spazieren. „Macron selbst war an diesem Tag leider nicht da“, sagt die 15-Jährige. Aber sie habe sogar ein Autogramm des Präsidenten mit der Widmung „Für Elgin mit den besten Grüßen von Macron“ erhalten. Auch das ist eher ungewöhnlich, denn Präsidenten geben eigentlich keine Autogramme. Eigentlich

Doch der Reihe nach. Elgin, die in Stralsund am Hansa-Gymnasium lernt, hat von September bis Dezember in Frankreich gelebt. Bei Familie Lallemant in La Rochelle. Deren Tochter Violette war zuvor für drei Monate in Stralsund. „Violette und ich haben uns von Anfang an gut verstanden“, sagt Elgin. Deshalb habe sie auch nicht so viel Heimweh geplagt, als sie schließlich für ein Vierteljahr in Frankreich lebte. „Außerdem hat meine Gastmutter Jeanne unglaublich viel Ähnlichkeit in ihrer Art und Weise mit meiner Mama“, sagt sie mit einem Lachen.

Nicht zuletzt habe sie sich richtig in ihren Heimatort auf Zeit, La Rochelle, verliebt. „Der liegt direkt am Atlantik im Westen des Landes und ich segle gern.“ Das sei zwar nicht unbedingt die passende Zeit dafür gewesen, aber Elgin hat es sich trotzdem nicht nehmen lassen, auf dem Atlantik zu segeln und zu surfen.

Richtig viel habe sie mit ihrer Gastfamilie, zu der neben Violette und Jeanne auch Gastvater Olivier und Gastbruder Alexis gehören, verbracht. „Zu meinem Geburtstag sind wir extra in die Bretagne gefahren, wir haben so viel unternommen.“ Klar, dass auch Paris auf dem Programm stand, doch mit so einem Höhepunkt hatte auch Elgin nicht gerechnet. Aber Violettes Tante ist die Privatsekretärin des französischen Präsidenten, nur deshalb erhielt die Familie auch eine Privatführung durch den Elysée-Palast. „Und wir haben sogar den Hund von Macron gestreichelt, der ist echt lieb und flauschig“, erinnert sich Elgin.

Ihre Gastfamilie hatte große Hoffnungen in Macron gesetzt. „Sie sind selbst sehr weltoffen und tolerant“, sagt Elgin über Jeanne und Olivier. So können die beiden auch Englisch und ein wenig Deutsch sprechen, was bei Franzosen in Wahrheit eher etwas ungewöhnlich ist.

Ein Klischee hat sich allerdings bestätigt: „Es gibt in Frankreich wirklich jeden Tag und zu jeder Zeit frisches Baguette.“ Dazu passend Käse: „Allerdings gab es den bei uns zu Hause nicht so oft, da mein Gastvater weder Käse noch Milch besonders gern mochte.“

Ein wenig überrascht war Elgin, als sie gemeinsam mit Violette die Schule besuchte. „Die Lehrer dort sind wirklich viel strenger als hier und lange nicht so entspannt.“ Elgin hat ganz normal am Unterricht teilgenommen. „Das war am Anfang ziemlich hart.“ Aber am Ende habe sie sich gefreut, dass sie bei den normalen Tests in Französisch den Durchschnitt der Klasse erreichte. Doch nun hat sie aber erst einmal der deutsche Alltag wieder.

Brigitte Sauzay

Das Brigitte-Sauzay-Programm wird initiiert vom Deutsch-Französischen-Jugendwerk (DFJW). Ein französischer Jugendlicher lebt für drei Monate bei einer Familie in Deutschland.

Im Austausch besucht der deutsche Jugendliche die französische Familie. Wichtig dabei ist jedoch, dass sich die Gastgeschwister nacheinander besuchen, um sich so besser kennenzulernen und sich gegenseitig Kultur und Lebensart nahe zu bringen.Das Programm richtet sich an Mädchen und Jungen der Klasse 8 bis 11, die bereits seit zwei Jahren Französisch lernen.

Mehr Informationen: www.dfjw.org

Miriam Weber

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