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Stralsund „Zu Hause zu kämpfen, ist für mich pure Freude“
Vorpommern Stralsund „Zu Hause zu kämpfen, ist für mich pure Freude“
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00:00 13.02.2018
Grimmen/Stralsund

Mathias Schuck, erfolgreicher Mixed-Martial-Arts-Kämpfer aus Grimmen, bestreitet am 24. Februar bei der Benefiz Fight Night in Stralsund einen sogenannten Superfight. Und den will er natürlich gewinnen.

Wie kam es, dass Sie einen der Hauptkämpfe bei der diesjährigen Benefiz Fight Night bestreiten?

Mathias Schuck: Ich arbeite mit dem Veranstalter Christian Bürki seit vielen Jahren zusammen. Wir sind befreundet. 2013 habe ich das erste Mal auf einer Benefiz Fight Night gekämpft. Das war in Rostock und mein erster Kampf zuhause, also in Mecklenburg-Vorpommern. Christian macht viel für die Region. Für den guten Zweck stelle ich mich gern in den Ring. Dafür kann man sich schon mal ein blaues Auge oder eine blutige Nase holen.

Was ist das für ein Gefühl, in der Heimat in den Ring zu steigen?

Viele sind zu Hause ja besonders nervös oder haben vielleicht Angst, sie könnten ihr Gesicht verlieren. Das ist bei mir genau andersherum. Zu Hause bin ich wie ausgewechselt und einfach nur happy.

Und es ist sehr emotional für mich – im Ausland sowieso. Aber zu Hause nochmal mehr. Denn alle sind da – das ist Wahnsinn. Ich fühle mich, als würde ich in meinem Wohnzimmer sitzen.

Das verleiht Ihnen zusätzlich Kraft?

Ja, du hast dann nochmal zehn Prozent extra, die du aus dir rausholst. Bei Kämpfen im Ausland war ich schon aufgeregter. Die Leute kennen mich nicht und sind doch eher für den Lokalmatadoren. Zu Hause zu kämpfen, ist für mich pure Freude.

Dieses Jahr sollte es den Rückkampf mit dem Bulgaren Marian Dimitrov geben.

Genau. Zuletzt sollten wir 2015 gegeneinander antreten. Aber mein Gegner hatte sich damals verletzt, so dass der Kampf abgesagt werden musste. Bei dem intensiven Training kann leider immer etwas passieren. Wenn du die Wettkampfvorbereitung ohne größere Verletzungen durchstehst, ist der Kampf ein Klacks.

Nun sollen Sie gegen den Hamburger Omar Amasha antreten. Wie gehen Sie mit dem Gegnerwechsel um?

Ich habe das schon so oft erlebt, dass sich der Gegner vor einem Kampf noch ändert – das schockt mich nicht mehr. Nun muss ich mich eben auf Omar Amasha vorbereiten.

Wie stellen Sie sich auf ihre Gegner ein?

Das ist nicht so einfach. Man muss sich alles reinziehen, was es vom Gegner gibt, auch wenn er im Ring dann andere Taktiken zeigt. Auf Links- oder Rechtsausleger kann man sich einstellen. Doch wie der Kampf aussieht, entscheidet sich erst im Ring. Trotzdem ist es enorm wichtig, seinen Gegner zu kennen.

Wie sieht die Vorbereitung aus?

Die Wettkampfvorbereitung ähnelt der eines Triathleten. Schwimmen, Laufen, Fahrradfahren, Gymnastik, Athletik, Turnen – auch Ringen, Boxen, Jiu-Jitsu, Sparringseinheiten. Das Training ist sehr umfangreich und breit gefächert. Denn man darf ja fast alles. Da wird genau geplant, in welcher Woche was ansteht. Mal schmeiße ich Treckerreifen, werfe schwere Gewichte über den Kopf hinweg oder übe Würfe mit Puppen. Es sind viele sogenannte Hit-Trainings. Dabei fährt das Herz-Kreislauf-System extrem hoch. Nach einer kurzen Pause wird es erneut belastet. Zum Sparring bin ich oft in Polen. Das ist dort sehr hart. Dazu kommen noch die richtige Ernährung und ausreichend Schlaf. Denn wer nicht richtig isst und schläft, ist anfälliger für Verletzungen.

Wann haben Sie mit der Wettkampf- Vorbereitung begonnen?

Ich habe vor gut drei, vier Monaten angefangen. Bis Ende letzten Jahres hatte ich die erste Hälfte der Vorbereitung schon weg. In der letzten Woche vor dem Kampf wird komplett runtergefahren und fast nichts mehr gemacht. Da gibt es nur noch ein regeneratives Training. Zum einen, um das Verletzungsrisiko zu reduzieren und um den Körper aufzuladen. So baut man richtig Spannung auf. Wenn man sich an das harte Training gewöhnt hat und dann Pause macht, ist der Drang groß, wieder etwas zu machen. Du wirst richtig heiß auf den Kampf und willst alles rauslassen. Das ist bei mir jetzt schon der Fall.

Wer steht Ihnen zur Seite?

Ich habe keinen richtigen Coach, wie man es so kennt. Ich habe meine Trainingspläne und die mache ich selbst und ich bestimme auch mein Pensum. Wenn ich aber zum Beispiel nach Rostock zum Boxen oder Kickboxen fahre oder nach Polen zum Sparring, werde ich dort von den Trainern angeleitet.

Was passiert in den letzten Minuten vor dem Kampf?

Kurz vorher will ich nur die Leute um mich herum haben, die am Ende in meiner Ecke stehen. Ich habe keinen Kopf, um mich auf etwas anderes zu konzentrieren. Tagsüber liege ich meist und höre ein Hörbuch oder was zur Motivation. Zwei Stunden vor dem Kampf fahre ich dann hoch.

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