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Stralsund Zu alt! Stralsunder Tierheim gibt Rentnern keine Katze
Vorpommern Stralsund Zu alt! Stralsunder Tierheim gibt Rentnern keine Katze
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10:48 16.03.2019
Felicitas Klein und Wolfgang Kerber mit ihrer Katze, die sie aus dem Naturtierheim Ostsee in Saal zu sich nach Hause geholt haben. Im Tierheim Stralsund gab es Bedenken wegen des Alters der beiden Tierliebhaber. Quelle: Jörg Mattern
Stralsund

Einer Katze aus einem Tierheim ein neues Zuhause zu geben gestaltete sich für Felicitas Klein und Wolfgang Kerber schwieriger als gedacht. So zumindest im Tierheim Stralsund. „Als wir uns hier bereits für eine vierjährige Katze entschieden hatten, mit der wir uns auch schon anfreunden durften, wurden wir gefragt, wie alt wir seien.“ Mit dieser Frage hatte das Paar nicht gerechnet und noch weniger mit der Reaktion auf die Antwort. Eine Mitarbeiterin informierte Felicitas Klein (70) und Wolfgang Kerber (66) im Namen der Tierheimleiterin über eine Regelung, wonach an Personen über 65 Jahre keine Katzen bis fünf Jahre abgegeben werden. „Zur Begründung hieß es, dass die Gefahr bestünde, dass durch Krankheit oder Tod des Halters das Tier wieder zurück ins Tierheim gegeben werden müsste und dann schwer zu vermitteln sei“, sagt Wolfgang Kerber.

Was das Paar dabei besonders verärgerte: Die Leiterin hatte offenbar „nach Aktenlage“ entschieden und war nicht bereit, mit den beiden voll im Leben stehenden Tierfreunden ein persönliches Gespräch zu führen. „Auch telefonisch kam kein Kontakt zustande“, sagt Felicitas Klein und ergänzt: „Uns wurde nahegelegt, eine zehn Jahre alte Katze zu nehmen, was sich sehr stark danach anfühlte: Dieses Tier würde uns nicht überleben.“

Im Tierheim Stralsund ist Leiterin Kathrin Scheurich zum Ende dieser Woche nicht zu erreichen. „Die Chefin hat sich freie Tage genommen“, sagt Tierpfleger Mario Piotrowski. Er bestätigt auf Nachfrage, dass es eine Altersregelung gebe, die offenbar nicht schriftlich festgehalten sei, aber von der Leiterin durchgesetzt werde, nach den Kriterien Tauglichkeit und Alter. „In diesem Fall sind 66 Jahre zu alt gewesen. Wir wollen die Tiere gut versorgt wissen und suchen nach Lösungen, die es dem Tier ermöglichen, bis zuletzt bei ihren Besitzern zu bleiben“, sagt Piotrowski zur Begründung. „Das gilt nicht nur für Katzen, sondern auch für Hunde.“

Auf der Internetseite des Stralsunder Tierheims finden sich im Ratgeber zwar die Punkte 4. „Ich möchte einen Hund / eine Katze, was muss ich beachten?“ und: 5. „Was passiert mit meinem Tier nach dessen oder nach meinem Ableben?“ Aber es findet sich keine Antworten darauf. Der Tierfreund bleibt hier im Ungewissen und muss dann mit der Entscheidung der Leiterin leben. Für Felicitas Klein und Wolfgang Kerber, die seit ihrer Jugend immer mit einem Haustier gelebt haben, ist das eine sehr autoritäre Herangehensweise. In einem Brief, den sie Kathrin Scheurich geschrieben haben, heißt es: „Wir verstehen ja, dass Sie ein fürsorgliches Bewusstsein für die Versorgungssicherheit ihrer Tiere haben. Selbstverständlich haben Sie auch die Pflicht und das Recht, die Fähigkeit der zukünftigen Adoptiveltern ihrer Schützlinge zu prüfen und zu beurteilen. Aber bitte nicht nur altersbedingt!“

Dass es auch anders geht, erfuhr das Paar im „Naturtierheim Ostsee“ in Saal. Hier konnte Hannelore Schinkowsky vom Vereinsvorstand die Bedenken der Stralsunder Tierschützer nicht nachvollziehen: „Das Paar, das sich hier vorgestellt hat, war noch sehr rüstig. Und: Wer will sich schon anmaßen festzustellen, wie viel Lebenszeit einem Menschen bleibt.“ Sie ist froh, wenn es gelingt, ein Tier in gute Hände abzugeben. „Gerade ältere Menschen nehmen sich viel Zeit für ihr Haustier“, weiß Hannelore Schinkowsky. „Und sollte doch einmal ein Lebensplan nicht ganz aufgehen, dann nehmen wir das Tier wieder auf und versuchen, ihm ein neues Heim zu vermitteln.“

Aus Saal sind Felicitas Klein und Wolfgang Kerber glücklich mit einer Katze zurückgekehrt, die „viele Streicheleinheiten braucht“.

Jörg Mattern

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