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Zu viel Verkehr: Familie kämpft gegen Lärm

Stralsund Zu viel Verkehr: Familie kämpft gegen Lärm

Stefanie Igelbrink, ihr Mann und die drei Kinder leiden enorm unter den vielen Autos in der Wasserstraße. Seit Monaten fordern sie eine Verbesserung – nun will die Stadt reagieren. Nachts ist die Straße künftig für einige Fahrzeuge tabu.

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Stefanie Igelbrink (41) und ihr Mann Mathias (42) leben mit ihren drei Kindern in der Stralsunder Wasserstraße und halten den Lärm kaum aus.

Quelle: Alexander Müller

Stralsund. Stefanie Igelbrink würde morgens gern die Fenster ihrer Wohnung öffnen, doch sie lässt es lieber. Erstens, weil statt frischer Luft eh nur Abgase in die Zimmer strömen und zweitens, weil die 41-Jährige dann ihr eigenes Wort nicht mehr versteht. Die Ärztin ist mit ihrem Mann und den drei Kindern im August aus Saarbrücken in die Wasserstraße am Stralsunder Hafen gezogen - und es vergeht kaum ein Tag, an dem sie das nicht bereut. „Es ist Wahnsinn, was hier ab sechs Uhr früh für ein Verkehr durchrollt. Das hat uns bei der Besichtigung keiner gesagt“, sagt Stefanie Igelbrink. 

Lastwagen-Verbot in der Nacht

Die Stadtverwaltung hat - auch wegen der Beschwerden anderer Anwohner - mehrere Maßnahmen ausgearbeitet, mit denen die Lautstärke reduziert werden soll. „Der Lärm ist so groß, dass sich daraus ein Handlungserfordernis der Stadt ableiten lässt“, sagt Stephan Bogusch, Leiter der Abteilung für Straßen und Stadtgrün. Die wichtigste Neuerung ist, die Durchfahrt von Lastwagen in der Nacht komplett zu verbieten. Außerdem sollen Fahrradbügel so platziert werden, dass die Straße enger wird und Autos somit langsamer fahren müssen. Geschickt versetzte Parkplätze an beiden Seiten sollen diesen Effekt verstärken.

Neue Fußgängerzone soll Verkehr einschränken

Der Bereich der Badenstraße zwischen Wasserstraße und Am Fischmarkt soll zu einer Zone für Fußgänger und Radfahrer werden. Die Beschilderung außerhalb des Stadtkerns wird künftig so gestaltet, dass nicht mehr direkt zu Zielen in der Altstadt verwiesen wird. Die Ideen sollen in den nächsten Monaten umgesetzt werden. „Wir müssen schauen, ob es reicht, die Grenzwerte zu unterschreiten. Falls nicht, müssen wir uns erneut zusammensetzen“, sagt Bogusch.

Ab wann Lärm schädlich ist

71,65 Dezibel Lärm müssen die Anwohner der Wasserstraße laut Stadtverwaltung durchschnittlich ertragen. In der Nacht sind es im Schnitt 64,73 Dezibel. Das ist zu viel, die Grenzwerte werden damit überschritten. 

Laut Bundesumweltamt ist tagsüber bei Mittelungspegeln über 55 Dezibel außerhalb des Hauses zunehmend mit Beeinträchtigungen des psychischen und sozialen Wohlbefindens zu rechnen. Um die Gesundheit zu schützen, sollte ein Mittelungspegel von 65 Dezibel am Tage und 55 Dezibel in der Nacht nicht überschritten werden.

Alexander Müller

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