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Stralsund Zu viele Urlauber? Grüne sprechen von Überfremdung
Vorpommern Stralsund Zu viele Urlauber? Grüne sprechen von Überfremdung
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00:05 09.12.2017
Werbung für Ferienwohnungen in der Stralsunder Altstadt. Die Stadtverwaltung hält das Problem bislang für nicht relevant. Quelle: Foto: Stefan Sauer
Stralsund

Bemerkenswerter Einwand eines Bürgerschaftsmitgliedes der Grünen-Fraktion: Ob denn die Stadtverwaltung angesichts der Anzahl von Ferienwohnungen in der Stralsunder Altstadt keine Angst „vor Überfremdung“ habe, wollte der Stadtvertreter Arnold von Bosse wissen. Anlass war die turnusmäßige Fragestunde während der Bürgerschaftssitzung am Donnerstag.

Unter den anderen Bürgerschaftsmitgliedern hatte die Anmerkung für Verwunderung gesorgt.

Von Bosse hatte zuvor eine Anfrage zum Anteil von Ferienwohnungen in der Altstadt gestellt. In der Tat verstärkt sich der Eindruck, dass in Stralsunder Mehrfamilienhäusern zunehmend Wohnungen existieren, die für Urlauber vorgehalten werden. Allein in dem Buchungsportal Airbnb sind aktuell 68 Übernachtungsangebote in Wohnungen registriert.

Dass ausgerechnet die Grünen wegen des zumindest gefühlt wachsenden Bestandes schon von einer drohenden Überfremdung sprechen, überrascht – gemessen daran, dass sich die Partei in den gescheiterten Jamaika-Verhandlungen vehement für den Familiennachzug bei geflüchteten Menschen eingesetzt hatte. Vor allem die CSU zeigte daraufhin Angst vor einer Überfremdung.

Insofern dürfte hinter der Anfrage in der Bürgerschaft eher eine grundsätzliche Kapitalismuskritik stecken. Ferienwohnungen werfen für Eigentümer eine deutlich höhere Rendite als Mietwohnungen ab.

Problem: Die Wohnungen werden dem Mietmarkt auf diese Weise entzogen, was ab einer bestimmten Anzahl zu steigenden Mieten führen könnte.

Die Stadtverwaltung hält das Problem in Stralsund bislang aber für nicht relevant. Henning Steinbach von der Bauaufsicht im Rathaus zufolge würde der Anteil von Ferienwohnungen in der Innenstadt bei lediglich knapp sechs Prozent liegen. Allerdings seien die dieser Schätzung zugrunde liegenden Zahlen vier Jahre alt. Da speziell zum Anteil der Ferienwohnungen keine neueren Statistiken existieren würden, „kann ich an dieser Stelle keine Angabe zu einer möglichen Steigerung der Anzahl machen“, sagte Steinbach. Insgesamt gebe es „nach dem Stand der letzten statistischen Erhebung vom 31.

Dezember 2016 in der Altstadt 3775 bewohnte Wohnungen“.

Laut Steinbach handle es sich bei den Ferienwohnungen in Stralsund „in der Regel um Einzelwohnungen in Mehrfamilienhäusern, die den Charakter des jeweiligen Wohngebietes nicht ändern und daher kein städtebauliches Problem darstellen“. Der Bauaufsicht würden darüber hinaus auch keinerlei Beschwerden über Störungen des normalen Wohnens vorliegen, „aus denen sich gegebenenfalls eine störende Häufung von Ferienwohnungen herleiten ließe“.

Ronny Planke, die Geschäftsführerin der Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund (SES), hatte bereits vor geraumer Zeit während einer Podiumsdiskussion bekräftigt, dass zu viele Ferienwohnungen für das Zusammenleben nicht förderlich seien. „Es hat Nachteile für die Wohnqualität, wenn sich Nachbarschaften nicht entwickeln können.“ Eine Ferienwohnung wirke auf Anwohner ähnlich unattraktiv wie eine leerstehende Wohnung, sagte Planke.

Benjamin Fischer

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