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Stralsund Zu wenig Fahrlehrer für immer mehr Schüler
Vorpommern Stralsund Zu wenig Fahrlehrer für immer mehr Schüler
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00:19 03.05.2018
Fahrlehrer Thomas Poddig zeigt einer Fahrschülerin, wo sie als nächstes abbiegen soll. Quelle: Foto: Alexander Müller
Stralsund/Richtenberg

Jahrelang kämpften die Fahrschulen der Region wegen sinkender Schülerzahlen um die Existenz. Jetzt hat sich der Trend umgekehrt – mittlerweile ist es für Menschen ohne Führerschein schwer geworden, zeitnah einen Platz in einer Fahrschule zu bekommen. „Der Andrang ist größer geworden. Die Theorie ist noch gut machbar, aber bei den praktischen Stunden müssen die Leute Geduld mitbringen“, sagt Thomas Poddig, der eine Fahrschule in Richtenberg mit Außenstelle in Stralsund betreibt. Er und sein Mitarbeiter können jeweils pro Jahr 50 bis 60 Fahrschüler ausbilden – und diese Plätze seien auch voll belegt. „Ich würde gern noch einen weiteren Fahrlehrer einstellen, aber ich finde keinen“, sagt Poddig, der auch im Vorstand des Fahrlehrerverbands MV sitzt.

Für diese Entwicklung gibt es zwei Gründe. Zum einen nimmt die Zahl der Führerscheinprüfungen wieder zu. Nach Zahlen des Kraftfahrtbundesamts (KBA) wurden im vergangenen Jahr 32226 theoretische Prüfungen abgelegt. Das ist eine Zunahme von 8,5 Prozent im Vergleich zu 2016. Zum anderen gibt es immer weniger Fahrlehrer. Laut KBA hatten Anfang 2018 in MV genau 796 Personen eine Zulassung.

2011 waren noch 130 Personen mehr im Besitz einer Lizenz. Viele Fahrlehrer sind in Rente gegangen, ohne dass Nachwuchs nachgerückt ist.

Fahrlehrer Thomas Poddig arbeitet gerne in seinem Beruf, aber er versteht, warum der Job auf junge Menschen unattraktiv wirkt. „Man muss viel Enthusiasmus mitbringen. Die Arbeitszeiten sind unflexibel. Viele Pausen zwischendurch, abends Theoriestunden und dann noch die Nachtfahrten“, sagt er. Mittlerweile sei das Interesse an der Ausbildung jedoch wieder gestiegen. Die Lehrgänge des Fahrlehrerverbands in Rostock seien wieder gut ausgelastet.

Auch Christian Haut von der gleichnamigen Fahrschule in Knieper West sieht es als wichtigste Aufgabe an, in den Nachwuchs zu investieren. Zwar sieht er sein Unternehmen für die aktuellen Aufgaben gut aufgestellt. „Aber wenn ich gut fünf Jahre vorausschaue, dann müssen wir uns rechtzeitig um Fachkräftenachwuchs kümmern.“

So hat Haut im letzten Jahr schon mal einen neuen Kollegen ins Team geholt. Mit dem Chef zusammen sind aktuell vier Fahrlehrer, darunter eine Frau, mit der Ausbildung befasst. Fahrschüler müssen zwischen zwei und vier Wochen bis zum Start der Fahrschulausbildung einplanen. Im letzten Jahr gab es Ende August einen Engpass beim Motorradführerschein, weil der Ansturm Interessierter so groß war.

Jörg Mattern und Alexander Müller

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