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„Zusammen können wir etwas erreichen“

„Zusammen können wir etwas erreichen“

Stephan Latzko arbeitet seit Juni als Klimaschutzmanager in Stralsund. Zuvor hatte er diesen Posten beim Kreis inne. Die OZ sprach mit dem 43-Jährigen über seine Aufgaben.

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Stephan Latzko soll die Ziele des Klimaschutzkonzeptes der Stadt umsetzen.

Quelle: Manuela Wilk

Was macht ein Klimaschutzmanager?

Stephan Latzko: Das muss man von zwei Seiten sehen. Klimaschutzmanager ist einmal die Bezeichnung für die Stelle, die vom Bundesumweltministerium gefördert wird. Ich interpretiere das so, dass es um die Ziele der Bundesregierung geht. Aber das kann im Lokalen natürlich ganz andere Auswirkungen haben. Zum Klimaschutz gehören grundsätzlich die Bereiche erneuerbare Energien, das Thema Ernährung, Umweltbildung, Energieeffizienz, der effiziente Einsatz von Ressourcen sowie die Vermeidung von Abfall und Abwasser.

Wie interessiert man die Menschen für den Klimaschutz?

Latzko: Ich glaube, dass das viele Leute schon machen. Sie achten bewusster auf die Ernährung und konzentrieren sich auf regionale Produkte. Damit tragen sie im Prinzip schon zum Klimaschutz bei, weil Transporte und damit Emissionen wegfallen. Auf der anderen Seite ist es der finanzielle Aspekt. Wenn sie Energie einsparen, sehen sie das auf der Abrechnung und bekommen Geld zurück.

Können Sie ein Ziel nennen, dass sich Stralsund gesetzt hat?

Latzko: Im Klimaschutzkonzept sind alle Ziele festgehalten. Das wurde 2011 von der Bürgerschaft beschlossen und orientiert sich an den Zielen der Bundesregierung. Die will bis 2050 mindestens 80 Prozent CO2-Reduzierung erreichen. Stralsund ist 2009 dem Klimabündnis beigetreten und hat sich verpflichtet, alle fünf Jahre zehn Prozent CO

2-Emissionen einzusparen.

Sie wollen in Ihrer Arbeit besonders auf Projekte eingehen. Wird die Zusammenarbeit mit den Kitas auf dem Gebiet fortgesetzt?

Latzko: Wir haben im September ein Projekt mit verschiedenen Kindertagesstätten abgeschlossen . Das positive Feedback der Kitas zum Anlass genommen, sie bei unserem Projekt ,Energiesparmodelle an Schulen’ einzubinden. Bisher sind es fünf Schulen und vier Kitas, die sich beteiligen wollen. Nächstes Jahr wollen wir damit starten.

Wie sieht das Projekt konkret aus?

Latzko: Es wird ein dreijähriges Projekt sein mit dem Ziel,  die Schüler, Kinder und Erzieher zu motivieren, in den Einrichtungen Energie einzusparen. Der Träger der Einrichtung hat dadurch weniger Betriebskosten. Und dafür, dass die Schulen sich aktiv an der Einsparung beteiligen, erhalten sie einen Anteil zurück. Schwerpunkt ist die pädagogische Arbeit. So soll Hintergrundwissen zu Umwelt und Energiepolitik vermittelt werden. Wir wollen externe Partner wie die Stadtwerke und die Fachhochschule einbinden.

Was kann in Stralsund verändert werden?

Latzko: Bei Großveranstaltungen in der Stadt und am Hafen kann das Abfallaufkommen, zum Beispiel durch Einwegbecher, reduziert werden. Da erarbeiten wir mit der FH ein Konzept, das wir mit den Veranstaltern und anderen Partnern, wie der Störtebeker Braumanufaktur, umsetzen wollen.

Gibt es Maßnahmen, die alle Bürger ansprechen?

Latzko: Das Stadtradeln soll im nächsten Jahr wieder durchgeführt werden. Und auch der Tag der erneuerbaren Energien Ende April. Darüber hinaus würde ich ganz gern eine Veranstaltung zum Thema Energieeffizienz/Energieberatung durchführen für alle Leute, die gerade über ein Eigenheim nachdenken.

Können Sie Beispiele nennen, wo die Stadt Energie sparen will?

Latzko: Zum Beispiel kann in Sporthallen energieeffiziente Technik wie LED-Beleuchtung oder Wärmedämmung eingesetzt werden. Dazu kommt, dass die Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof saniert werden muss. Das Gebäude kann also auch energieeffizienter werden.

Was halten Sie von der Idee „Autofreier Sonntag“?

Latzko: Ganz allgemein ist das ja schon ein Thema in mehreren deutschen Städten. Grundsätzlich ist Verkehr ein wichtiges Thema beim Klimaschutz. Um den Bürgern bewusst werden zu lassen, dass das Auto nicht das Allzweckmittel der Fortbewegung ist, macht es Sinn, über so einen Tag nachzudenken. Der Punkt ist der, dass gerade hier in der Region der Verkehr auch eine belastende Rolle spielt. Man muss über Alternativen wie E-Mobilität, Car-sharing oder eine Erweiterung des ÖPNV nachdenken.

Wie gehen Sie privat mit dem Thema Klimaschutz um?

Latzko: Ich habe seit mehreren Jahren kein Auto mehr und versuche ohne klarzukommen. Bei Dienstreisen ist das nicht so einfach. Sonst nutze ich das Fahrrad und die öffentlichen Verkehrsmittel. Zuhause nutze ich auch Energiesparlampen. Sicher geht da noch mehr. Aber nur zusammen können wir etwas erreichen.

Ansprechpartner fürs Stadtradeln und neue Ideen

Neuauflage des Stadtradelns kommt im nächsten Jahr. Bereits 2015 nahmen 167 Radler teil und legten in drei Wochen mehr als 45000 Kilometer zurück. Sie vermieden 6,6 Tonnen CO2-Emissionen. Vor zwei Jahren wurden knapp 54 000 Kilometer von rund 260 Radlern gefahren und damit mehr als 7,7 Tonnen Kohlendioxid gespart.

Institutionen und Bürger , die Hilfe bei der Umsetzung von Energiespar- Vorhaben brauchen, können sich an Stephan Latzko wenden.

• www.stralsund.de/klimaschutz

Manuela Wilk

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