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Stralsund Zwei Ideen für neues Haus am Schulzentrum

Eltern, Lehrer und Schüler haben Konzept erarbeitet / Rathaus soll Vorschlag prüfen

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Der gymnasiale Teil des Schulzentrums am Sund liegt in der Straße „Frankenhof“. Der zweite Standort befindet sich in der Gerhart-Hauptmann-Schule am Frankenwall.

Quelle: Alexander Müller

Stralsund. Die Pläne zur Erweiterung des Schulzentrums am Sund werden konkreter. Die Schulkonferenz der Einrichtung, ein Gremium aus Lehrern, Eltern und Schülern, hat zwei Varianten ausgearbeitet und in einem Schreiben an die Fraktionen der Bürgerschaft gesandt. Der Bildungsausschuss der Hansestadt hat am Dienstagabend empfohlen, beide Möglichkeiten von der Stadtverwaltung prüfen zu lassen.

Das Schulzentrum hat einen gymnasialen Teil und einen Regionalschulteil. Es nutzt das frühere Goethe-Gymnasium und Räume der Gerhart-Hauptmann-Grundschule für seinen Unterricht. Die erste Idee sieht nun vor, die gesamte Gerhart-Hauptmann-Schule für das Schulzentrum zu nutzen und dafür ein neues Gebäude für eine Grundschule zu bauen. „Diese Variante erscheint zunächst als kostengünstig, da Fachräume für Biologie, Physik und Chemie im Regionalschulteil vorhanden sind“, heißt es in dem Schreiben.

Die zweite Variante sieht vor, dass die Gerhart-Hauptmann-Schule ausschließlich als Grundschule genutzt wird. Im Gegenzug wäre der Neubau eines Regionalschulteils neben dem Gymnasialschulteil erforderlich, womit ein organisatorisch verbundener Campus entstehen würde. Sollten die Schülerzahlen in Zukunft wieder sinken, könnten die provisorischen Container, die es derzeit noch gibt und über deren Bedingungen oft geschimpft wird, zurückgebaut werden.

Hintergrund der Diskussion sind steigende Schülerzahlen und damit fehlende Unterrichtsräume in Stralsund. Die Bürgerschaft hat zwar Anfang Juli beschlossen, die Allende-Schule wieder herzustellen.

Die Fraktionen sind sich aber einig, dass das allein nicht ausreicht.

Für einen Neubau am Schulzentrum müsste die Stadtverwaltung zuvor allerdings das nötige Grundstück erwerben, das sich im Besitz des DRK befindet. „In Gesprächen mit dem Eigentümer hat sich herausgestellt, dass dieser eigene Pläne mit dem Grundstück hat“, sagte Jörn Tuttlies vom Sachgebiet Zentrales Gebäudemanagement. Man müsste in weiteren Gesprächen prüfen, ob es Chancen auf eine Einigung gibt.

Insbesondere den zweiten Vorschlag der Schulkonferenz hält Tuttlies für sehr kostenintensiv, insbesondere in Anbetracht von Prognosen, die ab 2022 stark sinkende Schülerzahlen voraussehen. „Wir schaffen uns so Überkapazitäten, die wir uns eigentlich nicht leisten können.“

Rathaus soll Schulweg prüfen

Die Stadtverwaltung soll dafür sorgen, dass der Weg für Kinder aus Andershof zur Hermann-Burmeister-Schule sicher ist. Der Stralsunder Bildungsausschuss hat am Dienstagabend empfohlen, dass im Rathaus eine sogenannte Schulwegplanung für die Betroffenen gemacht wird. Ein Schulwegplan soll Eltern und Kindern helfen, den sichersten Weg zur Schule zu finden. Ziel ist, dass die Kinder möglichst wenig die Fahrbahn überqueren und wenn doch, dann an Ampeln oder Fußgängerüberwegen.

Andershofer Eltern hatten bei mehreren Protestaktionen in den vergangenen Wochen betont, dass genau das auf dem Weg zur Burmeister-Schule nicht möglich sei. Insbesondere die Überquerung der viel befahrenen Greifswalder Chaussee ist ihnen ein Dorn im Auge.

Auslöser der Aufregung ist der Plan der Stadtverwaltung, dass die Andershofer Kinder zukünftig die Burmeister-Schule besuchen sollen, nachdem diese erweitert wurde. Die Eltern wollen ihre Kinder aber wie bislang an das Schulzentrum schicken, da der Schulweg aus ihrer Sicht sicherer ist.

Der Bildungsausschuss hat außerdem empfohlen, dass die Stadtverwaltung mit dem Landkreis über eine direkte Busverbindung verhandelt. Das könnte allerdings schwierig werden, mahnte Ute Bartel von der SPD. Sie erklärte, dass der Landkreis Vorpommern-Rügen keinen regulären Schülerverkehr betreibt. Stattdessen fahren die Kinder in normalen Linienbussen mit. Eine Direktverbindung zwischen Andershof und der Burmeister-Schule ließe sich unter diesen Umständen also nur über eine neue reguläre Linie verwirklichen.

Der Wunsch einiger Eltern, in Andershof die Orientierungsstufe, also die Klassen fünf und sechs, zu ermöglichen, wurde im Ausschuss von allen Seiten abgelehnt. Diese Lösung müsste unter dem Dach des Schulzentrums geschehen, was die Leitung dort bereits abgelehnt hat. „Die Lehrer wären ständig zwischen den Standorten unterwegs und damit für die Schüler nicht greifbar. Das ist nicht im Interesse der Kinder“, sagte Jörn Tuttlies vom Sachgebiet Zentrales Gebäudemanagement der Stadtverwaltung.

Prioritätenliste

Der Bildungsausschuss hat auf Vorschlag der CDU eine Reihenfolge empfohlen, in der die Stralsunder Schulen saniert oder neugebaut werden sollen. Ganz vorne steht der Neubau von Haus II der IGS, gefolgt von der Sanierung der Schill-Schule und der Grundschule „Juri Gagarin“ inklusive Sporthalle. Danach kommt die Hermann-Burmeister-Schule an die Reihe (gemeint ist die Erneuerung der benachbarten Allende-Schule) und danach die Sanierung der Schule Andershof. Am Ende stehen die Erweiterung des Schulzentrums am Sund und der Neubau der Aula der Marie-Curie-Schule.

Alexander Müller

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