Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Zweitausendfache Hilfe für Willi

Prohn Zweitausendfache Hilfe für Willi

Der Elfjährige hat Blutkrebs. Stamm- zellen könnten ihm helfen. Menschen aus vielen Teilen des Landes kamen gestern nach Prohn, um sich als mögliche Spender registrieren zu lassen.

Voriger Artikel
Zweitausendfache Hilfe für Willi
Nächster Artikel
Was heute in MV wichtig wird

Die Sporthalle in Prohn am Sonntag: Menschen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern beteiligen sich an der Typisierungsaktion. Fotos (4): Christian Rödel

Prohn. Was für ein großartiger Akt voller Mitgefühl: Eine nicht enden wollende Menschenschlange hatte sich gestern vor der Sporthalle in Prohn gebildet. Alle wollten dem an Blutkrebs erkrankten Willi (11) aus Groß Mohrdorf helfen. Weit über 2000 Frauen und Männer haben im Laufe des Tages eine Blutprobe abgegeben, um sich als möglicher Stammzellenspender in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren zu lassen. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Groß Mohrdorf standen mit ihren Altenpleener und Prohner Kollegen angesichts des Andrangs vor einer logistischen Herausforderung. Um größere Staus zu vermeiden, wurde ein Shuttle-Service eingerichtet.

OZ-Bild

Der Elfjährige hat Blutkrebs. Stamm- zellen könnten ihm helfen. Menschen aus vielen Teilen des Landes kamen gestern nach Prohn, um sich als mögliche Spender registrieren zu lassen.

Zur Bildergalerie

Prohns Bürgermeister Peter Messing: „Wir sind überwältigt von der Resonanz.“ Tief gerührt zeigte sich die Leiterin der Regionalen Schule „An der Prohner Wiek“, Christel Bräunig. Sie sagte mit belegter Stimme: „Ich bin total ergriffen und begeistert, wie vielen Menschen das Schicksal unseres Schülers Willi nicht gleichgültig ist.“

Die Spender kamen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern nach Prohn, sogar ein voll besetzter Reisebus parkte in der Nähe der Sporthalle. Oldtimer-Clubs und Biker-Vereine kamen mit ihren Vehikeln angeknattert. Greifswalder Reservisten der Bundeswehr und Berufssoldaten von der Parower Marinetechnikschule (MTS) bereiteten für alle freiwilligen Helfer der Typisierungsaktion eine deftige Erbsensuppe mit Fleischeinlage in einer Gulaschkanone zu.

Ein großer Pulk mit Stralsunder Radfahrern hatte sich bereits kurz nach zehn am Parkplatz des Hanse-Doms in Richtung Prohn in Bewegung gesetzt. Unter ihnen war auch Familie Pantermöller mit ihrem sechsjährigen Sohn Leopold. Vater Rocco Pantermöller sagte: „Wir wollen uns registrieren lassen, weil es jeden von uns erwischen kann.“ Julia Pantermöller betonte, dass sie „auch ein Zeichen der Solidarität setzen möchte“. Bert Linke von der Initiative „Stralsund bewegt sich“ erklärte: „Es haben sich nahezu alle Sportvereine der Stadt an der Aktion beteiligt.“ Der FC Pommern stiftete für eine Tombola Eintrittskarten für das nächste Heimspiel. Überwältigt von dem Ansturm war Martin Quarg vom Kölner DKMS-Büro, das gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Groß Mohrdorf die Typisierungsaktion in die Wege geleitet hatte. Er sagte: „Wir konnten den unglaublichen Ansturm bis 17 Uhr nicht bewältigen.“ Es bestehe aber die Möglichkeit, sich ein Briefspenderset zuschicken zu lassen und dann eine Speichelprobe an die DKMS zu senden. Willkommen seien auch Geldspenden. Denn ein Test koste 40 Euro.

DKMS betreibt weltweit größte Spenderdatei.

Die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die sich ausschließlich mit Hilfe von Spenden finanziert. Ihr Ziel ist es, Blutkrebs mit Hilfe von Stammzellenspenden zu bekämpfen.

Den Anstoß zur Gründung der Organisation gab 1991 das Schicksal der leukämiekranken Ehefrau des Managers Peter Harf, Mechtild Harf, die eine Stammzelltransplantation benötigte.

In ganz Deutschland gab es damals nur 3000 potenzielle Stammzellspender. Andere Nationen waren schon viel weiter: In Großbritannien waren es bereits 170000, in den USA 320

000.

Weltweit sind in der DKMS jetzt über fünf Millionen potenzielle Knochenmark- und Stammzellenspender registriert, davon rund vier Millionen in Deutschland. Die DKMS betreibt weltweit inzwischen die größte Spenderdatei.

Als potenzielle Stammzellspender kommen alle Personen im Alter zwischen 17 und 55 Jahren in Frage, die keine Vorerkrankungen des blutbildenden Systems oder andere gesundheitliche Probleme haben.

Die Typisierung erfolgt in der Regel mit Hilfe von Blut. Man kann sich aber auch ein Briefspenderset zuschicken lassen. Hierbei wird dem potenziellen Stammzellspender ein Watteträgerset zugeschickt, mit welchem er selbstständig einen Wangenschleimhautabstrich durchführt.

Von Christian Rödel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Stralsund

Morgen machen sich in Stralsund viele auf nach Prohn, um sich für den krebskranken Willi testen zu lassen

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Stralsund
Verlagshaus Stralsund

Apollonienmarkt 16
18439 Stralsund

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Benjamin Fischer
Telefon: 0 38 31 / 20 67 40
E-Mail:  stralsund@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.