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Als Tribsees noch einen Gemüseladen hatte

Tribsees Als Tribsees noch einen Gemüseladen hatte

Pulsierendes Leben zwischen den beiden Stadttoren — das zeichnete Tribsees aus, als im April 1987 diese Fotos entstanden. Da gab es noch keinen Gedanken an das Ende der DDR.

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Frisches Gemüse konnte man 1987 auch noch in der Altstadt in der Karl-Marx-Straße kaufen.

Tribsees. Pulsierendes Leben zwischen den beiden Stadttoren — das zeichnete Tribsees aus, als im April 1987 diese Fotos entstanden. Da gab es noch keinen Gedanken an das Ende der DDR. Da wurde weiter fleißig am Sozialismus gewerkelt, es sollte alles besser werden. Verständlich, denn die Stadt an der Trebel war immer wieder von Krieg und Zerstörung heimgesucht worden.

OZ-Bild

Pulsierendes Leben zwischen den beiden Stadttoren — das zeichnete Tribsees aus, als im April 1987 diese Fotos entstanden. Da gab es noch keinen Gedanken an das Ende der DDR.

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Junker und Großgrundbesitzer verhinderten bewusst die Entwicklung des Ortes und das Entstehen von Industrie. Aufatmen der Bürger, als 1945 eine vermeintlich sichere Zukunft begann.

Allein die Bilanz für 1986 konnte sich sehen lassen. Bei der Erhaltung des Wohnraumes und der Gestaltung der Wohnumwelt waren es Leistungen für mehrere Millionen Mark. So wurden Wohnungen gebaut oder renoviert, Hausfassaden neu gestaltet. Der Anglerverband hatte schon zweimal die DDR-Meisterschaften ausgerichtet. Die legendäre Milchbar war Anziehungspunkt — nicht nur für Tribseeser. Der kleine Busbahnhof war Umsteigepunkt für viele Pendler. Sportlich und kulturell hatte Tribsees auch einiges zu bieten. Genannt seien nur das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr und die aktiven Kulturbund-Mitglieder mit ihrer niederdeutschen Gruppe. Das Blasorchester gibt es noch immer, die Freiwillige Feuerwehr mischt sogar weltweit bei Sportwettbewerben der Blauröcke mit. Um das Kulturgut der Stadt kümmert sich heute unter anderem der Heimatverein.

Die Leute gaben sich aber mit dem Erreichten nicht zufrieden. Die Rekonstruktion der Polytechnischen Oberschule und Erschließungsarbeiten für den Wohnungsbau hatten begonnen. Heute kann die Schule bereits auf die nächste Sanierung zurückblicken. Gerade erst war Richtfest für einen Anbau.

Doch dann kam der Herbst 1989, eine neue Zeitrechnung begann. Viele Lebensläufe bekamen einen Knick. Aber nicht nur die Menschen veränderten sich, auch die Stadt wurde umgekrempelt. 1991 avancierte Tribsees sogar zur Modellstadt der Städtebauförderung in den neuen Bundesländern. So gab es in der Altstadt bis dato kein Entwässerungssystem. Das wurde erst mit der Städtebauförderung möglich. Viele Häuser wurden saniert, auch das Rathaus zählte dazu. Geht man heute mit offenen Augen durch Tribsees, sind die Veränderungen nicht zu übersehen. Allerdings bedauern viele Einheimische, dass es die Ladenmeile in der Karl-Marx-Straße mit Bäcker, Fleischer, Kaufhaus und Gemüsestand nicht mehr gibt. Heute kauft man die Lebensmittel in den Discountern vor den Toren der Stadt. Und dennoch: Schule, Kita, Seniorenhaus, Firmen und viele Vereine versuchen mit viel Engagement, das Leben in der Kleinstadt lebenswert zu machen. Und sie alle sorgen dafür, dass Tribsees seinen Charme nie verliert.

Blick in die Chronik

1285 erhielt Tribsees durch Fürst Wizlaw II. Stadtrecht. Deshalb feierte man 2010 ganz groß den 725. Geburtstag der Stadt (die OZ berichtete am 3. Juli 2010).

1995 fährt die Bahn von Velgast nach Tribsees zum letzten Mal, das war am 25. Mai.

1999wird die Gemeinde Siemersdorf (Rekentin, Stremlow, Siemersdorf) Ortsteil von Tribsees. 2005 wurde das Amt Recknitz-Trebeltal mit Sitz in Tribsees und Bad Sülze gebildet. 1992 bis 2004 existierte das Amt Tribsees.

2700 Einwohner zählt die Trebelstadt heute ungefähr.

Von Harry Hardenberg und Ines Sommer

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