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Baugerüste an der Chorseite

Tribsees Baugerüste an der Chorseite

200000 Euro fließen in diese Arbeiten. Zeitgleich werden wertvolle Fenster aufgearbeitet.

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Die Sanierungsarbeiten an der Kirche Tribsees laufen auf Hochtouren. Jetzt erfolgt die Neueindeckung von Chor und Choranbau.

Tribsees. Immer wieder ist die Tribseeser Kirche mit Folie verhüllt, denn Stück für Stück wird St. Thomas, eine mittelalterliche, dreischiffige Backsteinkirche, saniert. Zurzeit wird der vierte Bauabschnitt fertig gestellt. Zeitgleich laufen aber noch Arbeiten aus der dritten Bauphase. Im September soll alles fertig sein.

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200000 Euro fließen in diese Arbeiten. Zeitgleich werden wertvolle Fenster aufgearbeitet.

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Das Besondere in Tribsees ist, dass hier an der Kirche zwei Bauabschnitte gleichzeitig fertig gestellt werden.“Andrea Klein, Bauleiterin

So sind auf dem Chor und dem Anbau die Dachdecker der Firma Thomas Müller GmbH aus Malchow am Wirbeln. Außerdem werden Zimmerer- und Maurerarbeiten durchgeführt. Dafür hatten die Uwe Grimm GmbH aus Groß Wokern und die Hochbau GmbH Greifswald die Ausschreibungen gewonnen.

Insgesamt 200000 Euro sind für diese Maßnahme veranschlagt, die durch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien aus dem so genannten Denkmalschutz-Sonderprogramm V gefördert wird. Aber auch die Stiftung Denkmalschutz, der Pommersche Evangelische Kirchenkreis und die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler unterstützen das Projekt in Tribsees.

„In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden die Dächer der Kirche mit Dachziegeln aus den alten Bundesländern gedeckt. Die Tragkonstruktion, insbesondere die Deckenbalkenlage und die Sparrenfußpunkte, wurden bei der Dachneueindeckung nur teilweise und sehr mangelhaft saniert“, erklärt Andrea Klein. Die Ingenieurin vom Büro Klein und Wagner aus Borkow hat für die evangelische Kirchengemeinde die Bauleitung übernommen.

„Zu harter Mörtel führte außerdem zu Rissen in den Ziegeln. Feuchtigkeit drang ein und zog den Dachstuhl in Mitleidenschaft. Am stärksten betroffen waren die Traufbereiche der Seitenschiffe und der Choranbauten“, so die Bauleiterin gegenüber der OZ.

Der Gesamtumfang der Schäden war so groß, dass die Leistungen in Bauabschnitte gegliedert werden mussten. In einem ersten Bauabschnitt wurden 2013 die Deckenbalkenlage und die Mauerkrone einschließlich der Sparrenfußpunkte in der Ebene I saniert. 2014 konnte im zweiten Bauabschnitt das Oberdach zimmermannsmäßig instand gesetzt und mit einer neuen Dachdeckung versehen werden. Durch die Gewährung von Städtebaufördergeldern wurde 2015 die Neueindeckung der Seitenschiffdächer angeschlossen. In diesem Jahr schließt sich nun der vierte Bauabschnitt nahtlos an.

Parallel zu den jetzt laufenden Chordacharbeiten kommt außerdem die Sanierung der Kirchenfenster auf der Südseite hinzu, ein Projekt aus dem dritten Bauabschnitt. „Diese Fenster haben sehr bedeutende und filigran gearbeitete, gusseiserne Konstruktionen“, hebt Planerin Andrea Klein die Besonderheit hervor. In diesem Bereich hat die Glaserei Wickel aus Stavenhagen ihre Handschrift hinterlassen.

Aber auch die Stralsunder Firma Hochbau und Denkmalschutz übernahm Arbeiten in dieser Bauphase.

„Die Fenster der Nordseite müssen natürlich auch saniert werden. Wünschenswert wäre, dass sich diese Arbeiten gleich anschließen. Aber dafür müssen jetzt erst einmal Gelder eingeworben werden“, sagt Planerin Andrea Klein.

Einzigartig: Mühlenmotiv findet sich in St. Thomas als Schnitzaltar

St. Thomas wurde 1245 erstmalig urkundlich erwähnt. Sie ist fast gleichzeitig mit der Stadt Tribsees errichtet worden. Bei der großen Feuersbrunst 1702 brannte auch die Kirche. Die Jahreszahl 1731 am östlichen Kirchengiebel weist auf die Zeit des Wiederaufbaus hin.

Die St. Thomas-Kirche in Tribsees ist bekannt durch ihren einzigartigen Mühlenaltar. In keiner anderen Kirche ist das Mühlenmotiv als Schnitzaltar ausgeführt worden. Und das mit hoher künstlerischer Qualität.

Der Tribseeser Mühlenaltar aus dem frühen 15. Jahrhundert ist eine einzigartige skulpturale Darstellung der eucharistischen Mühle. Die Mühle war ein beliebtes Motiv der Zisterzienser-Mönche, die vom Kloster Neuenkamp (heute Franzburg) das Patronat über die St. Thomas-Kirche ausübten.

Im Zentrum des Mittelschreins, mit seinen 67 Figuren, steht die Sakramentsmühle. Die vier Evangelisten (Markus, der Löwe; Matthäus, der Engel; Johannes, der Adler und Lukas, der Stier) schütten aus kleinen goldenen Säckchen das Korn oder das Wort Gottes in den Trichter. Es mahlt der neue bewegliche auf den alten festen Stein, der von Moses gelegt wurde. Dies ist das Sinnbild der Verbindung des Alten und des Neuen Testamentes. Das Korn oder das Wort Gottes werden in der Mühle verwandelt. Im Abendmahlkelch – gehalten von vier abendländischen Kirchenlehrern (Augustinus, Gregor der Große, Hieronymus und Ambrosius) – grüßt segnend das fleischgewordene Wort Gottes, das Christuskind. Daneben im unteren Teil des Mittelschreins empfangen rechts die Laien den Leib, und links die Geistlichen das Blut des Herrn im heiligen Abendmahl.

Ines Sommer

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