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Der Aufschwung braucht Verstärkung

Parow Der Aufschwung braucht Verstärkung

Für das Bundesmodellprojekt Land(auf)schwung sind Ideen gefragt / 50 000 Euro Förderung bereits übergeben

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Olaf Schnelle aus Dorow will mit fermentiertem Gemüse durchstarten.

Quelle: Peter Franke

Parow. Sieben Projektideen wurden mit dem Bundes-Modellprogramm „Land(auf)schwung“ in Vorpommern geboren. Sechs der Initiatoren stellten am Dienstag in der Parower Minimanufaktur ihre Pläne vor und diskutierten in Workshops über die heiße Phase der Umsetzung. Und gute Nachrichten gab es auch: Das Landwirtschaftsministerium hatte seinem Vertreter auch gleich einen Fördermittelscheck mitgegeben — die ersten 50000 Euro von insgesamt 150000 Euro sind also in Vorpommern-Rügen angekommen. Damit unterstützt Schwerin das Projekt zusätzlich zu den Bundesmitteln in Höhe von 1,5 Millionen Euro.

„Wir haben noch Geld zur Verfügung, so dass durchaus noch Projekte gesucht werden. Wer also eine Idee hat, kann sich gern an uns wenden“, sagt Marion Niebuhr, die in der Stabsstelle Wirtschaftsförderung der Kreisverwaltung die Organisationsfäden in der Hand hält. Bedenken sollte man, dass man natürlich neben der Idee auch einen Projektträger braucht. „Zwei Ziele verfolgen wir mit dem Land(auf)schwung. Im Themenfeld regionale Wertschöpfung bewirbt sich die Modellregion mit dem thematischen Schwerpunkt ,Dauerhafte nachhaltige Inwertsetzung der regionalen Qualitäten.‘

Bei der so genannten Grundsicherung der Daseinsvorsorge liegt der Schwerpunkt auf der Verbesserung der Lebensqualität und Sicherung der Grundversorgung“, beschreibt Marion Niebuhr den Rahmen für weitere Ideen, die übrigens bis 22. März eingereicht werden müssen. Wer sich beeilt, kann noch in den Genuss der Finanzspritzen kommen.

Mit anderen Worten: Es geht um die Vermarktung regionaler Produkte und darum, Vorpommern-Rügen nach außen hin sichtbar und erlebbar zu machen. Und hier legen die sechs bereits bewilligten Projekte schon gut vor:

Gemeinschaftliches Gärtnern Im Projekt des Storchennest-Vereins Niepars geht es um die Wiederbelebung und Neu-Interpretation (klein)gärtnerischer Traditionen als Beitrag für lebenswerte Dörfer (die OZ berichtete).

„Zunächst erstellen wir eine so genannte Green-Map. Dort sollen sich alle Anbieter mit ihren entsprechenden Anbauflächen für Obst, Gemüse und Nutzpflanzen wiederfinden“, sagt Projektleiterin Sandra Pöttrich und ergänzt: „Dann schauen wir, wo es mögliche Abnehmer geben könnte. Auf Wunsch bringen wir Anbieter und Abnehmer zusammen. Und wenn es richtig gut läuft, entwickelt sich daraus eine langfristige Zusammenarbeit.“

Paludikultur zur Energiegewinnung

Hier steht die klimaschutzgerechte regionale Energieversorgung durch Paludikultur (Schilfanbau) in Vorpommern-Rügen im Mittelpunkt. Der Buene-Verein aus Greifswald als Träger möchte u. a. die Wertschöpfung auf nassem Grünland sichern und erhöhen, indem Schilf angebaut wird, das anschließend energetisch genutzt werden kann. Mit der Paludikultur soll die Entwicklung von Potenzialen im Landkreis für eine dezentrale Strom- und Wärmeproduktion vorangetrieben werden.

Standortmarketing für die Region

Die Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern aus Greifswald schreibt sich das Ziel auf die Fahnen, das Marketing anzuschieben (die OZ berichtete). Es geht um Imagekampagnen, Investorenmarketing, Fachkräfte- und Zuzugsmarketing und den Aufbau eines Netzwerkes von regionalen Unternehmen. Aber auch die bereits gestandenen Unternehmen im ländlichen Raum sollen gestärkt werden.

Entwicklung eines Gemüsebauclusters

Der Bioland-Verein Nordost mit Sitz in Berlin möchte Flächenpotenziale für den biologischen Gemüseanbau ermitteln und Interessenten dafür mobilisieren. Ein Ziel ist dabei vor allem die Optimierung der Vermarktung durch den Aufbau einer Online-Warenbörse. Außerdem werden neue Verarbeiter und Veredler von Biogemüse gesucht.

Alternative Mobilität

Der Pflegedienst Beeskow aus Abtshagen in der Gemeinde Wittenhagen will alternative Mobilitätsangebote im ländlichen Raum, speziell am Beispiel der Gemeinde Wittenhagen, schaffen. Es geht einfach darum, dass möglichst viele Menschen am öffentlichen Leben teilhaben können. Und da ist die Frage, wie man von A nach B kommt, oft ein Problem.

Gemüsefermentation im Trebeltal

Olaf Schnelle aus Dorow in der Gemeinde Grammendorf, bekannt aus den „Essbaren Landschaften“, möchte die europaweit erste Produktionsstätte für Gemüsefermentation aufbauen. Mindestens sieben Sorten sollen fermentiert werden. Es geht auch um den Aufbau eines regionalen Netzwerkes von Zulieferern für die Rohstoffe.

Projekt bis 2018

Land(auf)schwung ist ein Projekt des Bundes, das die ländliche Entwicklung vorantreiben und die Wirtschaft ankurbeln soll.

Sechs Projektideen sind in Vorpommern- Rügen angeschoben worden.

1,5 Millionen Euro stellt der Bund bis 2018 zur Verfügung, die erste Scheibe von 750000 Euro ist bereits im Kreis angekommen.

Auch der Landkreis unterstützt das Projekt. Das Land gibt 150000 Euro dazu, wovon jetzt das erste Drittel angewiesen wurde.

Weitere Projektideen sind gefragt. Ob Produzent, Anbieter oder Abnehmer — bei Interesse bitte bei Marion Niebuhr,☎ 03831/35781252, melden.

Von Ines Sommer

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