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Dieses Wohnzimmer kommt nach Niepars

Niepars Dieses Wohnzimmer kommt nach Niepars

Leute sollen dort ihre Gedanken zu Flüchtlingen und Integration loswerden. Projekt „Demokratie leben!“ holt Anne-Frank- Ausstellung in den Ort.

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Die Jugendlichen vom Jugendforum Niepars planen verschiedene Aktionen wie einen Film und ein Fest der Kulturen.

Niepars. Der Sommer in Niepars wird so vielfältig und weltoffen wie selten zuvor. Das Projekt „Demokratie Leben!“ plant mehrere Veranstaltungen, bei denen es darum geht, sich mit Menschen auseinanderzusetzen, die anders sind als man selbst. Die wohl verrückteste Aktion ist das mobile Wohnzimmer der Fotokünstlerin Kathrin Ollroge aus Potsdam. Sie wird abwechselnd vor dem Amt und der Schule in Niepars ihren Holzkasten aufstellen: drei Wände und die Decke, eine Seite offen. Dazu zwei Sessel, Stehlampe, Tischchen und darauf eine Schreibmaschine. Dort sollen Passanten ihre Gedanken loswerden können zu Themen wie Minderheiten, Anderssein, Flüchtlinge.

OZ-Bild

Leute sollen dort ihre Gedanken zu Flüchtlingen und Integration loswerden. Projekt „Demokratie leben!“ holt Anne-Frank- Ausstellung in den Ort.

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„Die Leute sollen nicht nur alles toll finden, sondern das sagen, was sie denken“, sagt Kristina Freyberger von der Koordinierungsstelle des Projekts „Demokratie Leben!“ in Niepars. Die Aussagen werden gesammelt und am Ende in einem Heft anonym veröffentlicht. Das mobile Wohnzimmer stand bereits in vielen anderen Orten in Thüringen, Brandenburg und Berlin. Was dort herausgekommen ist, ist zwar kritisch, aber deutlich nachdenklicher und differenzierter als der Hass und die Pöbeleien im Internet.

An junge Menschen richtet sich die Anne-Frank-Wanderausstellung „Deine Anne – Ein Mädchen schreibt Geschichte“ vom Anne-Frank-Zentrum in Berlin, die Ende September für vier Wochen in die Aula der Schule Niepars ziehen wird. Die Besonderheit hierbei ist, dass Neuntklässler aus Niepars andere Schüler aus der Region durch die Ausstellung führen sollen. Sie werden im Vorfeld zu Botschaftern ausgebildet. In Trainingsseminaren lernen sie Inhalte und Hintergründe kennen und wie sie sie an Gleichaltrige vermitteln können.

Das jüdische Mädchen Anne Frank hatte sich seit 1942 mit ihrer Familie jahrelang vor den Nazis in einem Hinterhaus in Amsterdam versteckt. Bevor sie entdeckt und in Auschwitz ermordet wurde, schrieb sie ein Tagebuch, das heute weltberühmt ist. Doch in der Ausstellung in Niepars soll es nicht allein um die Geschichte von Anne Frank gehen. „Es geht auch um Diskriminierung und Integration im Allgemeinen“, sagt Kristina Freyberger. Die Kinder sollen sich über aktuelle Fragen von Zivilcourage Gedanken machen.

Gedanken machen sich auch zehn Jugendliche aus der Region, die sich zum Jugendforum Niepars zusammengeschlossen haben und dabei vom Projekt „Demokratie Leben!“ unterstützt werden. Sie haben einen Film gedreht über einen afghanischen Flüchtling, der in Stralsund Passanten fragt, ob sie ihm eine SMS übersetzen können, die er nicht versteht. Darin steht: Geh nach Hause, wir wollen dich hier nicht. Von den Reaktionen der Menschen seien alle positiv überrascht gewesen, sagt Kristina Freyberger. „Sie haben gesagt, wir möchten das nicht übersetzen. Vergiss den Menschen, der dir das geschickt hat.“ Der Film wird derzeit geschnitten und soll danach im Internet bei Youtube und Facebook veröffentlicht werden.

Für August planen die Jugendlichen außerdem ein Fest der Kulturen. Im Demokratie-Leben-Haus in Niepars sollen Menschen, die zwar ursprünglich aus verschiedenen Ländern kommen, aber in der Region leben, Musik machen und interkulturelles Essen kochen.

Termine

Das Projekt „Demokratie Leben!“ plant in den nächsten Monaten

mehrere Veranstaltungen:

Die Anne-Frank-Wanderausstellung ist für vier Wochen in der Aula der Schule in Niepars. Eröffnung ist am 28. September um 18 Uhr.

Das mobile Wohnzimmer „Raum für Gedanken“ ist vom 2. bis zum 12. Oktober in Niepars. Der Holzkasten wird abwechselnd vor dem Amt und vor der Schule stehen.

Das Fest der Kulturen soll im August stattfinden. Der Termin wird noch bekanntgegeben.

Alexander Müller

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