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Einzigartig im Land: Aufklappbares mittelalterliches Grabmahl in Kenz

Kenz Einzigartig im Land: Aufklappbares mittelalterliches Grabmahl in Kenz

Restauriertes Kenotaph wird am Reformationstag mit einem Fest-Gottesdienst eingeweiht

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Einzigartig im Land – das hölzerne, aufklappbare Grabmahl steht in der Kenzer Kirche.

Quelle: Kirche

Kenz. Die Restaurierung des hölzernen Kenotaphs des Pommernherzoges Barnim VI. in der Kenzer St. Marienkirche ist abgeschlossen. In einem festlichen Gottesdienst am Reformationstag um 10 Uhr in der Kirche soll auch diesem Ereignis gedacht werden.

Neben der Orgel wird in diesem Gottesdienst auch die Suite Nr. 6, D-Dur, BWV 1012, für Violoncello solo von J. S. Bach erklingen, gespielt von der Stralsunder Cellistin Friederike Fechner. Gast sein wird auch der Rostocker Restaurator Marcus Mannewitz, der am Kenotaph gearbeitet hat.

Das älteste Bildnis eines pommerschen Herzogs mit einem Kenotaph aus Holz, das um 1410 von einem unbekannten Künstler angefertigt worden ist, steht seit mehr als 600 Jahren im Chor der Kirche bei der Grabkammer des einstigen Herzogs von Pommern-Wolgast. Das Kenotaph, das in seinem Innern eine Holzplastik des Herzogs Barnim VI. beherbergt, ist das einzige aufklappbare hölzerne mittelalterliche Grabmal in Mecklenburg-Vorpommern. Es ist dabei zugleich die älteste erhaltene bildliche Darstellung eines pommerschen Herzogs überhaupt. Möglich geworden sind die Arbeiten erst durch die umfassende Förderung der G. und H. Murmann-Stiftung innerhalb der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Auch die Sparkasse Vorpommern unterstützt die Restaurierung.

Das Kenotaph hat eine Länge von etwa 2,40 Metern bei einer Höhe von maximal 1,57 Metern. Dieses hölzerne Grabmal hat zwei sich über die ganze Länge ziehende Klappen, die sich öffnen und nach unten abklappen lassen. Dieses Kenotaph ist aus Eichenholz gefertigt und mit schmückendem Schnitzwerk versehen. Im Inneren des Kenotaphs liegt die etwa zwei Meter lange hölzerne Figur des Herzogs, die im aufgeklappten Zustand sichtbar ist.

Das Kenotaph Barnim VI. ist eines von mehreren einzigartigen Ausstattungsstücken. Ende des 14. Jahrhunderts wurde die ehemalige Wallfahrtskirche St. Marien am einst bedeutendsten Wallfahrtsort und später ersten Kurbades in Pommern errichtet. Die um 1430 entstandenen Glasmalereien in den sechs Chorfenstern der Kenzer Kirche stellen den größten Bestand mittelalterlicher Glasfenster in Mecklenburg-Vorpommern und in seinem Umfang auch für den Norden Deutschlands dar. Einzigartig sind u.a. auch der Mosaikfußboden der Seitenkapelle und der mit einer Kammer versehene Altarunterbau, der älter ist als die Kirche selbst und vermutlich einen alten Zugang zur Kenzer Quelle darstellt.

Fest-Gottesdienst: Kenzer Kirche, 31. Oktober, 10 Uhr.

Kai Steffen Völker

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