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Eschensterben: Erste Triebe haben sich erholt

Schuenhagen Eschensterben: Erste Triebe haben sich erholt

Positive Bilder im Forstamt Schuenhagen: Etwa fünf Prozent der jungen Pflanzen sind gegen die Pilzkrankheit resistent und sorgen so für eine natürliche Verjüngung

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Schuenhagen. Das Bild hatte sich eingebrannt: Immer mehr Eschen in Vorpommern fielen einem Pilz zum Opfer – insgesamt 700 Hektar Wald waren nicht mehr zu retten. Besonders betroffen waren die Forstämter Poggendorf und Schuenhagen. Doch nun gibt es erste positive Bilder, erste Anzeichen, dass sich die Baumart erholt. „Fünf Prozent der jungen Triebe sind resistent gegen den Erreger. Das heißt, nun kann sich der Wald auf natürliche Weise verjüngen“, sagt der Schuenhäger Forstamtsleiter Andreas Baumgart.

OZ-Bild

Positive Bilder im Forstamt Schuenhagen: Etwa fünf Prozent der jungen Pflanzen sind gegen die Pilzkrankheit resistent und sorgen so für eine natürliche Verjüngung

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20 Hektar werden in diesem Jahr mit neuen Eschen aufgeforstet. Schwerpunkte sind Bussin und Buchenhorst. „Das Thema wird uns auch noch lange begleiten. Doch wir sind froh, dass wir eine leichte Entspannung beobachten können. Das gibt doch Hoffnung“, sagt der 52-Jährige.

Verantwortlich für das Eschentriebsterben ist der Pilz Chalara fraxinea, der schwächt die Eschen so sehr, dass andere Parasiten leichtes Spiel haben. Der winzige Schädling, ein Schlauchpilz, dringt über die Triebe bis in das Holz der Bäume vor und ruft hier eine Pilzinfektion der Leitungsbahnen hervor. Dadurch wird der Transport von Nährsalzen und Wasser von der Wurzel bis zur Krone unterbrochen. Der Baum stirbt nach und nach ab.

Sind die Eschen extrem befallen, müssen die Bäume gefällt werden, um wenigstens das Holz noch zu retten. 20 Prozent werden als Stammholz zu Parkett verarbeitet. 80 Prozent der einst starken Eschen landen als MDF-Platten auf dem Markt. Seit 2006 müssen sich alle Waldeigentümer – ob privat, genossenschaftlich oder in Landesobhut – mit dem großen Eschentriebsterben herumplagen (OZ berichtete mehrfach). Die Katastrophe hatte zwischenzeitlich solche Ausmaße angenommen, dass die Forstleute kaum mit dem Nachpflanzen hinterher kamen. „Auch wenn es jetzt erstmals positive Zeichen gibt – das Eschensterben wird eine ganze Förster-Generation beschäftigen“, ist sich Andreas Baumgart sicher.

Der Leiter des Forstamtes in Schuenhagen, der auch ein gelernter Sägewerker ist, berichtet, dass 2009 die erste Ersatzpflanzung startete. Und das war in Zimkendorf, der ersten und am schlimmsten betroffenen Fläche. Der Wald dort hatte sich damals bei der OZ-Stippvisite wie die Kulisse für einen Horrorfilm präsentiert. Als hätten Riesen- Heuschreckenschwärme die Fläche heimgesucht, so kahl präsentierten sich die Bäume. Das gespenstische Bild war die Folge des Eschentriebsterbens. 2010/11 hat das Forstamt Schuenhagen dann mit der großen Aufforstung angefangen. Rund 330 Hektar sind mittlerweile bereits bepflanzt. Die Hälfte, ein Ende ist dennoch nicht in Sicht.

Frühjahrsaufforstung in Schuenhagen abgeschlossen

30 Hektar sollen im Bereich des Forstamtes Schuenhagen in diesem Jahr aufgeforstet werden. In den vergangenen Jahren lag man bei rund 50 Hektar. Dabei rücken die Forstarbeiter zweimal mit dem Pflanzspaten an, einmal im Frühjahr, einmal im Herbst.

Roterle und Stieleiche sind die häufigsten Arten, die in diesem Jahr gepflanzt werden. Doch auch Flatterulme, Bergahorn und Buche sind gefragt.

10 Hektar werden allein im Revier Buchenhorst mit neuen Bäumen bepflanzt. Im Revier Karnin sind es neun Hektar, hier lag der Schwerpunkt bereits in der Frühjahrsaufforstung.

1800 Kubikmeter Holz werden auf den Waldflächen des Forstamtes Schuenhagen mit dem Rückepferd abtransportiert. Das geschieht immer dann, wenn das Gelände für die Technik zu unwegsam ist.

Ines Sommer

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