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Feueralarm in der Kombüse

Feueralarm in der Kombüse

66 Soldaten der Marinetechnik- schule Parow übten zum Abschluss ihrer Ausbildung einen Einsatz auf See. Sie mussten den Hafen sichern, Feuer löschen und sie bauten Straßensperren.

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Ohne Mampf kein Kampf. Der Spieß, die Mutter der Kompanie, kümmert sich während der Übung um das leibliche Wohl der Teilnehmer.

Parow. Ein plötzlicher Ruck erschüttert das Schiff der Deutschen Marine. Die Fahrgeschwindigkeit nimmt binnen weniger Momente deutlich ab. Einige Sekunden später ertönt die Durchsage über die Bordlautsprecher: „Maschinenschaden am Motor – vorbereiten zum Einlaufen in den nächsten Hafen“. Was in diesem Moment bedrohlich erscheint, ist an diesem Tag zum Glück nur Teil der militärischen Ausbildung an der Marinetechnikschule (MTS) in Parow. 66 junge Frauen und Männer üben einen Einsatz auf See.

OZ-Bild

66 Soldaten der Marinetechnik- schule Parow übten zum Abschluss ihrer Ausbildung einen Einsatz auf See. Sie mussten den Hafen sichern, Feuer löschen und sie bauten Straßensperren.

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Die Lehrgangsteilnehmer sollen zum Ende ihrer Ausbildung auf ein Einsatz-Szenario auf dem Wasser vorbereitet werden. Dazu wurde der Bootshafen der MTS, inklusive des ehemaligen Hohlstab-Lenkbootes „Ensdorf“, in einen ausländischen Hafen mit verschärfter Sicherheitslage verwandelt. Hauptbootsmann Thomas Neumann, verantwortlicher Leiter der Übung, erklärt: „Die Einsatzübung beinhaltet den letzten Abschnitt der sechswöchigen Ausbildung. Die Teilnehmer sollen das Erlernte richtig anwenden.“

Die angehenden Seeleute der Marine befinden sich jetzt im Dauerstress. Das Schiff muss gesichert, Straßensperren errichtet und das gesamte Hafengelände beobachtet werden. Gerade in ausländischen Häfen mit gefährlicher Einsatzlage ist die Sicherung des eigenen Schiffes von großer Bedeutung. Gefreiter Niclas-Arne Saul übernimmt während der Übung die Überwachung der Hafeneingänge. Dazu hat der 23-Jährige seinen Beobachtungspunkt auf dem Fahrerhaus eines Lkw bezogen. „Von hier aus beobachte ich Personen und Fahrzeuge, die sich unserem Schiff verdächtig nähern und melde das an meine Vorgesetzten weiter.“ Geübt und überprüft werden dabei das richtige Anlegen der schusssicheren Weste und die Einhaltung aller Sicherheitsbestimmungen beim Umgang mit Schusswaffen. „Die Weste schränkt meine Bewegungsfreiheit schon ein bisschen ein. Aber die Übung macht Spaß – und ich habe schon viel dazu gelernt“, sagt der Marinesoldat. Nach seiner Zeit an der MTS führt sein Weg entweder auf das Segelschulschiff „Gorch Fock“ oder auf die Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“.

Ein wichtiger Punkt während der Übung ist für Hauptbootsmann Neumann die Kommunikation. Durch Sperrungen im Hafengelände gelangen viele einheimische Fischer nicht mehr an ihre Boote. Dadurch erleiden sie Verdienstausfall. Wut macht sich breit. „Hier möchten wir eine klare Kommunikation zwischen den Lehrgangsteilnehmern und der Bevölkerung sehen. Nur so lassen sich Aggressivität und Gewalt eindämmen“, berichtet der erfahrene Ausbilder.

Doch nicht nur im äußeren Bereich des Schiffes geht es hoch her. Im Inneren ertönt plötzlich ein lauter Schrei – „Feuer in Kombüse“. Jetzt gilt es für die Soldaten, die Rettungskette auszulösen und richtig anzuwenden. Die ausgebildeten Brandbekämpfer eilen an ihre Stationen und legen Schutzanzüge an. Zielgerichtet kämpfen sich die Brandabwehrtrupps zum Feuer vor. Den Soldaten steht jetzt die Anstrengung und Belastung deutlich ins Gesicht geschrieben.

Während der Brandbekämpfung spitzt sich die Lage weiter zu. Durch die Rauchgasentwicklung sind einige Soldaten verletzt. Bergen aus der Gefahrensituation, Kontrolle von Kreislauf und Atemwegen und das Anlegen von Verbänden – das sind die ersten Behandlungsmaßnahmen vor Ort. Dabei ist die eingeschränkte Bewegungsfreiheit an Bord des Schiffes eine große Herausforderung für die übenden Soldaten.

Gefreite Celine Reupsch ist im Leitstand – während der Übung der Gefechtsstand – als Informationsübermittlerin eingesetzt. Dabei muss sie alle neuen Situationen an die entsprechenden Stellen weiterleiten. „Die Aufgaben sind sehr fordernd, weil viele Informationen über die aktuelle Gefährdungslage auf einmal auflaufen.“ Die 19-Jährige wird nach Abschluss ihrer Ausbildung an der MTS auf einem Minenjagdboot der Deutschen Marine eingesetzt.

Funktionieren die Abläufe der Rettungsketten nicht oder verstoßen die Soldaten gegen Sicherheitsbestimmungen, „können die einzelnen Lagen sehr lang und anstrengend sein“, ergänzt Hauptbootsmann Neumann. In einem sind sich alle Beteiligten einig: Es geht um Handlungssicherheit in gefährlichen Situationen. Die Schnelligkeit kommt dann mit der Erfahrung. Und die werden die Seefahrer bei ihren Einsätzen auf den Marine-Booten schon bald sammeln.

Vereidigung der neuen Rekruten

266 Rekruten werden am Donnerstag, dem 16. November, um 15.45 Uhr, vereidigt. Sie sprechen auf dem Alten Markt der Hansestadt ihr feierliches Gelöbnis.

Nach dem Antreten der Soldaten wird der Kommandeur der Marinetechnikschule, Kapitän zur See Michael Möding (55), die anwesenden Vertreter der Stadt und weitere Gäste aus Politik, Militär, Bürgerschaft und Wirtschaft begrüßen. Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (44) wird ebenso zu den Soldaten sprechen. Gern können Einheimische und Touristen diesen Festakt miterleben.

1041 Kilometer muss Silke Saum aus St. Peter, Baden-Württemberg, fahren, um bei der Vereidigung ihres Sohnes Lukas dabei zu sein. Sie wird für die weiteste Anreise einer Rekruten-Mutter geehrt.

Sebastian Landgraf und Ines Sommer

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