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Fischwilderer hausen am Borgwallsee

Negast/Zimkendorf Fischwilderer hausen am Borgwallsee

Negaster Verein „Umweltfreunde und Angler“ ärgert sich über Schwarzangler, die sich über Verbote hinwegsetzen und besonders am Zimkendorfer Ufer Dreck und Müll hinterlassen

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Alte Reusen, vergessene Campingmöbel und jede Menge Müll haben die Umweltfreunde des Negaster Vereins bei ihrem Arbeitseinsatz am Ufer des Borgwallsees eingesammelt. Besonders schlimm war es im Bereich Zimkendorf.

Quelle: privat

Negast/Zimkendorf. Alte Reusen, vergessene Campingmöbel und jede Menge Müll mit gebrauchten Grills und Bierflaschen zeugen von den Ausflügen der illegalen Angler, die am Borgwallsee hausen wie die Vandalen. Umwelt- und Naturschutzbehörden wollen nun gemeinsam mit dem Verein „Umweltfreunde und Angler Borgwallsee“ härter durchgreifen, um allen das Verbot ins Gedächtnis zu rufen: Wer am See dennoch seine Angel auswirft, muss mit einer Ordnungswidrigkeiten-Anzeige rechnen, und die kann saftige Geldstrafen von 75 bis zu mehreren Hundert Euro nach sich ziehen.

Seit 18 Jahren startet der Negaster Verein im Frühjahr und im Herbst Arbeitseinsätze, um das Seeufer von Dreck und Müll zu befreien. Säckeweise kommt der Unrat zusammen. „Es wird immer schlimmer. Da wird nicht nur illegal geangelt, nein, die machen Feuer, grillen und lassen alles stehen und liegen. Und wenn man sie anspricht, werden sie noch aggressiv“, sagt Vize-Vereinschef Günter Krüger.

Natürlich gebe es sporadisch Kontrollen der Wasserschutzpolizei, da wurde erst kürzlich ein Angler aus Grimmen mit seinem Boot samt Netzen auf dem See erwischt.

Beim Borgwallsee handelt es sich — übrigens genauso wie beim benachbarten Pütter See — einerseits um Naturschutzgebiete, die FFH-Flächen ebenso in den Vordergrund stellen wie seltene Vogelarten, andererseits sind es Trinkwasserschutzgebiete der Hansestadt Stralsund. Und deshalb ist hier das Angeln verboten. Außerdem wurde der Borgwallsee, der Stralsund gehört, an einen Rand-Berliner Fischer verpachtet. Wer hier angelt, macht sich also am Eigentum anderer zu schaffen.

Nur der Negaster Verein „Umweltfreunde und Angler Borgwallsee“ hat wie der Pächter eine Ausnahmegenehmigung von den Behörden, im Borgwallsee zu fischen, und das auch nur an ausgewählten Land-Plätzen.

„Uns geht es dabei um eine ökologische Bewirtschaftung. Wir holen da keine Massen von Fisch raus. Alles muss kontrolliert passieren“, sagt Günter Krüger. Der zweite Vorsitzende des Vereins betont, dass sich die Negaster künftig gern mehr für den See engagieren möchten. „Die Naturschutzbehörde ist im Kreis für 48 Gebiete zuständig, da kann sie gar nicht immer vor Ort sein, deshalb sind Partner wie unser Verein wichtig. Denn eins steht fest: Der See braucht Hilfe. Auch wenn dort Hecht, Barsch, Aal und Zander rumschwimmen — das natürliche Gleichgewicht ist durch die jahrelange Überdüngung gestört. Aus dem klaren Wasser wurde eine trübe Angelegenheit“, so Günter Krüger. Der 63-Jährige erklärt, dass es deshalb zuviel Weißfisch wie Plötze und Brassen im See gebe.

Weil die Negaster besagte Sondergenehmigung haben, rennen ihnen die Angler aus Stralsund und Umgebung die Bude ein. „Die Nachfrage ist enorm. Aber wir wollen den Mitgliederzuwachs begrenzen, um unsere Ziele auch erfüllen zu können. Getreu dem Motto: Wer nichts für den See tut, darf den See auch nicht nutzen. Deshalb gibt es bei uns auch eine Probezeit von einem Jahr. Bisher hat aber noch keiner von uns illegal geangelt“, berichtet Günter Krüger nicht ohne Stolz.

Verein seit 19 Jahren am Borgwallsee aktiv

1997 wurde der Verein „Umweltfreunde und Angler Borgwallsee“ in Negast gegründet. Seitdem führen die Ehrenamtlichen jedes Jahr große Arbeitseinsätze durch, um das See-Ufer zu entrümpeln.

Die Vereinsmitglieder räumen aber nicht nur Müll weg, sie sorgen auch für die Kartierung am Borgwallsee, führen zum Beispiel Buch über Kranich-Nistplätze. Aber sie melden der Natur- und Umweltschutzabteilung beim Kreis auch Verstöße. „Dazu sind wir legitimiert, denn der Verein ist Naturschutzwart, also ist auch jedes Mitglied ein Naturschutzwart. Und die arbeiten bei uns in Gruppen, die an bestimmten See-Abschnitten aktiv sind“, so Vize-Vorsitzender Günter Krüger.

35 Mitglieder hat der Verein , dazu kommt eine fünfköpfige Jugendgruppe, die möglichst wachsen soll.

Grüne Schule heißt ein Projekt , das die Gemeinde Steinhagen gemeinsam mit dem Verein auf den Weg bringen möchte. Eine kleine Beobachtungsplattform am Mini-Hafen in Negast gibt es schon, aber die Gemeinde als Bauherr möchte hier noch mit einem Bebauungsplan „nachlegen“.

Von Ines Sommer

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