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Führungswechsel in Hugoldsdorf

Führungswechsel in Hugoldsdorf

Sigrid Borngräber (CDU) verlässt die Gemeinde / Parteiloser Daniel Triebel ist neuer Bürgermeister

Hugoldsdorf. Die Würfel sind gefallen: Der parteilose Daniel Triebel ist neuer Bürgermeister der kleinsten Kommune in Vorpommern-Rügen. Am Montag sprach er den Eid und ist nun amtliches Gemeindeoberhaupt von Hugoldsdorf. Damit tritt der junge Mann die Nachfolge von Sigrid Borngräber (CDU) an, die demnächst von Rönkendorf nach Greifswald zieht und deshalb den Bürgermeisterstuhl räumt.

 

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Wir können auf einiges stolz sein, zum Beispiel auf die Jugendfeuerwehr.Sigrid Borngräber (72), bisherige Bürgermeisterin

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Die Politik sollte nicht nur mit mehr Geld helfen.Daniel Triebel (40), Hugoldsdorfer Bürgermeister

„Ich war gerne Bürgermeisterin. Auch wenn einem die leere Kasse Sorgen gemacht hat. Aber wir haben trotzdem immer versucht, das Beste draus zu machen“, so Sigrid Borngräber. 2003 kauften sie und ihr Mann das Gutshaus in Rönkendorf, sanierten es bis 2007 und kamen schließlich 2008 ins beschauliche Rönkendorf. Schon ein Jahr später zog die ehemalige Grundschullehrerin ins Gemeindeparlament ein, wurde Vize-Bürgermeisterin. Erst als Peter Richter (CDU) vor zwei Jahren zurücktrat, nahm Sigrid Borngräber, die viele Jahre in der Nähe von Düsseldorf gewohnt und gearbeitet hat, auf dem Chefsessel Platz. Und es wurde gleich ziemlich aufregend, denn das Thema Windpark teilte die Gemeinde in zwei Fronten: Die Befürworter, die auf Steuereinnahmen und damit auf ein besseres Auskommen der Kommune hofften. Und die Gegner, die vor den gesundheitlichen Risiken warnten und bezweifelten, dass die Steuern hierher fließen. „Das war nicht immer leicht. Aber ich sehe keine andere Möglichkeit, Geld in die Kasse zu bekommen. Wir haben vertraglich geregelt, dass uns die Steuern zu Gute kommen. Der Grundstein ist gelegt, leider sehe ich nun nicht mehr, was daraus wird“, sagt Sigrid Borngräber.

Besonders gefreut habe sie sich, dass die Feste bei den Leuten so gut ankamen. „Die Gemeinschaft hält zusammen. Das tut gut.“ Ob Sanierung des Feuerwehr-Übungsraumes, Spielplatzbau in Hugoldsdorf oder die Subbotniks – vieles ist trotz knapper Kassen mit Förderern und Spendern gelungen.

Der zierlichen Frau, die übrigens eine sehr gute Golferin ist, sieht man ihre 72 Jahre keinesfalls an. „Ich fühle mich auch fit“, sagt sie und begründet, warum sie dennoch das Bürgermeisteramt aufgibt. „Wir haben das Gutshaus und ein großes Grundstück – das macht alles viel Arbeit. Und die geht uns nicht mehr so leicht von der Hand. Da wollten wir rechtzeitig an unseren Ruhestand denken“, so Sigrid Borngräber und ergänzt: „Wir haben alles an ein Ehepaar aus Leipzig verkauft, das das Ganze hier vorerst als Ferienhaus nutzen möchte“, sieht die Ex-Bürgermeisterin eine gute Zukunft für das Gutshaus. Und auch das kommunale Ruder sieht die Frau in guten Händen.

Denn jetzt hat Daniel Triebel übernommen. Der Bio-Landwirt war bereits als Abgeordneter und Vize-Bürgermeister aktiv. Deshalb hat er sich auch zur Wahl gestellt – und rund 60 Prozent der Hugoldsdorfer honorierten das mit ihrer Ja-Stimme. „Die Umlagen sind so hoch, ich weiß, dass es schwer wird. Aber wir haben den Willen, uns frei zu strampeln.“ Und das macht Daniel Triebel nicht nur am Geld fest. „Wir haben Leute, die gern hier bauen wollen, doch dann redet man von Außenbereich und macht uns einen Strich durch die Rechnung. Hier könnte die Politik ansetzen.“ Und man müsse „oben“

auch endlich mal verstehen, dass jede Gemeinde anders ist – und jede ihre Daseinsberechtigung hat. Fusion alleine bringe gar nichts.

Was der 40-Jährige nicht versteht: „Das Land fordert von uns einen doppischen Haushalt und rechnet sich selbst mit einem Einnahmen-Ausgaben-Etat gesund.“ Doch den Kopf in den Sand stecken, will Daniel Triebel nicht. „Ich gehe da positiv ran. Fakt ist, dass vieles funktioniert, wie die Feuerwehr. Fakt ist aber auch, dass wir die Straße neu machen und die Bäume pflegen müssen. Außerdem bräuchten wir eine moderne Straßenbeleuchtung.“ Und noch etwas brennt dem zweifachen Familienvater unter den Nägeln. „Wir sind nicht nur die kleinste sondern im Durchschnitt auch die jüngste Gemeinde. Familien mit kleinen Kindern leben hier. Das heißt, wir zahlen hohe Kita- und Schulumlagen, die wir gar nicht aufbringen können, weil uns das Gewerbe fehlt. Da wiederum kann auch die Politik ansetzen und Kommunen mit vielen Kindern unterstützen“, findet der Mann, der sich auch als Naturschützer und Fledermaus-Gutachter engagiert. Es gibt viel zu tun – Daniel Triebel will es anpacken.

Hugoldsdorf – kleinste und jüngste Kommune in Vorpommern-Rügen

128 Einwohner zählt die Gemeinde Hugoldsdorf. Damit ist die Kommune des Amtsbereiches Recknitz-Trebeltal zahlenmäßig kleinste Einheit in Vorpommern-Rügen.

37,5 Jahre beträgt das Durchschnittslater in Hugoldsdorf, damit ist man auch eine der jüngsten Gemeinden des L   andes.

62 gültige Stimmen wurden von den 90 Wahlberechtigten abgegeben. 37 entfielen auf Daniel Triebel, 25 auf den Mitkonkurrenten Marco Speer. Beide kandidierten als Einzelbewerber.

Ines Sommer

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