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Haushalt in Velgast: Gemeinde lebt von der Substanz

Velgast Haushalt in Velgast: Gemeinde lebt von der Substanz

Ohne Kassenkredit läuft im 1800-Seelen-Dorf nichts mehr.

Velgast. Die Velgaster Gemeindevertreter haben ihren Haushalt für 2014 beschlossen. Sowohl der Ergebnishaushalt als auch der Finanzhaushalt sind nicht ausgeglichen, wie die Kämmerin des Amtes Franzburg-Richtenberg, Gudrun Vogt, vor der Gemeindevertretersitzung erläuterte. Das heißt, laufende Ausgaben kann die Gemeinde nicht mehr Eins zu Eins mit Einnahmen abdecken. Ein Kassenkredit muss also her.

„Das ist ein Achtungszeichen, weil von der Substanz gelebt wird“, so die Kämmerin. Das Gute ist aber, dass dieser Kassenkredit noch in die genehmigungsfreie Zone fällt. Velgast steht mit diesem Problem allerdings nicht allein da. Es gibt nur wenige Gemeinden in Vorpommern-Rügen, deren Haushalte noch ein positives Saldo aufweisen, die meisten sind defizitär. Selbst der Landkreis hat ein Minus von über 13 Millionen Euro in seinem sich noch in der Diskussion befindlichen Haushalt.

Trotz der angespannten finanziellen Lage will Velgast dennoch investieren bzw. angefangene Projekte beenden. Dazu gehört die Sporthalle im Dorfgemeinschaftshaus. Dieses Vorhaben, so Vogt, belastet den jetzigen Haushalt allerdings nicht, weil es bereits 2013 begonnen wurde. Die Sporthalle hat Denkmalschutzstatus und wird deshalb saniert. Größte Investition in 2014 bleibt damit eine neue Brücke in Hövet, für die die Gemeinde die Eigenmittel aufbringen muss.

Zu den Krediten, die Velgast bedienen muss, gehören auch noch Altschulden für den Wohnungsbestand der Gemeinde (die OZ berichtete). Velgast hat 244 gemeindeeigene Wohnungen in zwölf Objekten, die von der Stralsunder Wohnungsbaugesellschaft verwaltet werden. „Wir sind bemüht, die Zinslast stetig zu senken“, informierte Bürgermeister Christian Griwahn (CDU), indem die Gemeinde zum Beispiel Verträge mit Banken über sogenannte Forward-Darlehen abgeschlossen hat. Damit sichert man sich vorzeitig günstige Zinsen, wenn absehbar ist, dass alte Verträge demnächst auslaufen.

Griwahn erinnerte die Abgeordneten auch an die Entnahme von 400 000 DM per 30. Juni 1998 aus dem Wohnungshaushalt. Dieses Geld sei nie zurückgeflossen. Es wurde seinerzeit benötigt, um Kanalausbaubeiträge vorzufinanzieren, wodurch sich die Gemeinde günstige Abwassergebühren sichern konnte. „Nach 16 Jahren holt uns das ein“, so Griwahn. Ebenso sei eine Rückstellung fürs Heizhaus über 50 000 Euro komplett in Anspruch genommen worden. Nach 22 Jahren hätte es hier hohen Investitionsbedarf gegeben, da die Steuerungstechnik komplett ausgefallen war. ra

 



OZ

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