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Stralsund Hund kam mit Elektroschockhalsband
Vorpommern Stralsund Hund kam mit Elektroschockhalsband
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02:25 29.03.2014
Hedda Gehrt arbeitet ehrenamtlich im Verein „Tiere in Not Nordvorpommern“ mit und geht oft mit dem Jagdhundmischling Tobi spazieren. Quelle: Fotos: Ines Engelbrecht
Müggenhall

„Das lässt einem schon das Blut in den Adern gefrieren“, zeigt sich Ute Pohl von der Aufnahmestation „Tiere in Not Nordvorpommern“ in Müggenhall immer noch entrüstet. Die 56-Jährige zeigt dabei auf ein Elektroschockhalsband. Das hatten sie und ihre Kollegen vor einigen Tagen einem neun Monate alten Parson-Jack Russel Terrier abgenommen. Das Tier war von zuhause ausgerissen und von der Polizei aufgenommen worden, bevor es dann in einem separaten Käfig in die Tiernotaufnahme gebracht worden war.

„Und dabei hatte der Hund ein Halsband um, das über Fernbedienung steuerbar war“, erklärt Ute Pohl. „Wir haben es dem Tier sofort abgenommen und einbehalten. Denn diese Dinger dürfen laut Tierschutzgesetz überhaupt nicht benutzt werden“, erklärt die Frau. „Leider werden sie aber übers Internet vertrieben.“

Schnell war der Halter des Fundhundes ermittelt. Er hatte das Tier bereits gesucht und war deshalb auch in die Notaufnahme nach Müggenhall gekommen, um dort nach dessen Verbleib nachzufragen.

Dem Mann droht jetzt ein Bußgeld, weil er als Hundehalter gegen das Tierschutzgesetz verstoßen hat.

Ute Pohl und ihre Mitarbeiterinnen haben da kein Erbarmen. „Mit Elektroschockbändern erzieht man keine Hunde“, sagt die Leiterin. Lieber soll man das Geld in die Hundeausbildung in einer Hundeschule investieren, rät sie. Und wer dafür keine Zeit hat, sollte besser auf einen Hund verzichten.

Keine andere Meinung hat auch Ute Pohls ehrenamtliche Mitarbeiterin Hedda Gehrt. Sie hatte gerade Jagdhundmix Tobi an der Leine, weil sie von einem Spaziergang mit ihm zurückkam. „Tobi ist seit einem Jahr bei uns“, erzählt sie. Auch er war sehr verhaltensauffällig, als er kam. „Bei uns ging es ihm gut, weil wir uns mit ihm beschäftigt haben. Tobi ist inzwischen hier angekommen“, sagt sie.

Grundsätzlich haben die freiwilligen Helfer und Mitarbeiter festgestellt, dass immer mehr Tiere zu ihnen in die Aufnahme kommen, die verhaltensauffällig sind. So wurden gerade zwei Hunde im Landkreis aufgegriffen. Auch ihr Verhalten ließ ahnen, dass diese Tiere mit Strom oder ähnlichen Schikanen traktiert wurden. „Mit Hilfe einer Tiertrainerin haben wir einen Hund, der nicht ganz so aggressiv war, wieder resozialisiert und dafür natürlich auch Geld investiert“, erklärt Ute Pohl. Das Tier konnte anschließend sogar wieder vermittelt werden. In diesem Fall fand es ein neues Zuhause bei einer Mitarbeiterin des Kreis-Veterinäramts. „So kann es Vierbeinern auch ergehen“, fügt Ute Pohl hinzu. Leider ist es nicht immer so.

Sieben Hunde leben derzeit in der Station Müggenhall. Auf ein neues Zuhause wartet dort zum Beispiel auch Schäferhund Khan.

Neben ihm und den anderen Hunden tollen auch zwölf Katzen in den Gehegen herum. Die Samtpfoten sind entweder ein oder ein halbes Jahr alt.

Tiernotaufnahme
Betreiber ist der Verein „Tiere in Not Nordvorpommern“, der im Dezember 2010 gegründet wurde. Ute Pohl leitet die Notaufnahme.


Der Verein nimmt Fundhunde und Fundkatzen aus den Amtsbereichen Franzburg-Richtenberg, Miltzow und Niepars auf. Dazu gibt es entsprechende Verträge.


Mehrere Vereinsmitglieder kümmern sich gemeinsam mit Ute Pohl um die Betreuung der Fundtiere.


Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8 bis 10 Uhr und von 14 bis 16 Uhr, sonnabends 8 bis 12 Uhr.



Ines Engelbrecht

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