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Kleine Karte – großer Bedarf

Stralsund Kleine Karte – großer Bedarf

9600 Kinder und Jugendliche in Vorpommern- Rügen nutzen die 2013 eingeführte Bildungskarte / Kreis arbeitet mit 430 Anbietern zusammen/ Bürgerservice hilft bei der Antragstellung

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1,2 Millionen Euro aus dem Budget der Bildungskarte wurden für Kita- und Schulessen ausgegeben, dahinter stehen 252 Anbieter.

Quelle: Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Stralsund. Der Run auf die Bildungskarte ist in Vorpommern-Rügen ungebrochen. Mittlerweile nutzen 9600 Kinder und Jugendliche das elektronische Ticket, mit dem Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket – einem Förderprogramm des Bundes – in Anspruch genommen werden können. 2015 waren 7300 Bildungskarten aktiviert.

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9600 Kinder und Jugendliche in Vorpommern- Rügen nutzen die 2013 eingeführte Bildungskarte / Kreis arbeitet mit 430 Anbietern zusammen/ Bürgerservice hilft bei der Antragstellung

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Allein im letzten Jahr hat der Kreis 2,3 Millionen Euro aus diesem Bundestopf abgeschöpft. Und die wurden für verschiedene Dinge ausgegeben. Da ging es zum Beispiel um Zuschüsse für das Mittagessen der Kinder in Kita und Schule. Aber auch das Schüler-Ticket für den Bus kann bezahlt werden – ebenso wie der Zirkelkasten für die Geometrie-Stunde oder Tuschkasten und Pinsel für den Kunstunterricht.

Immer mehr Eltern stellen auch einen Antrag auf Unterstützung für die Klassenfahrt und Wandertage. Allein 2016 sind beim Bürgerservice Vorpommern-Rügen – der bearbeitet alles rund um die Bildungskarte – 13000 Anträge eingegangen. „Diese Zahl ist höher als die Zahl der Bildungskarten, weil ja für ein Kind mehrere Anträge gestellt werden können. Zum Beispiel die Klassenfahrt und das Mittagessen“, erklärt Bürgerservice-Chefin Gisela Oberland gegenüber der OZ. Anspruch auf die Bildungskarte haben übrigens Kinder und Jugendliche aus Familien, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Kinderzuschlag, Wohngeld oder Leistungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen.

Um die Förderung fließen zu lassen, braucht der Kreis natürlich Partner. So stehen 431 Anbieter bereit, die über ein spezielles System direkt mit der Kreisverwaltung abrechnen. Die Palette reicht vom ASB Dummerstorf über die IB-Küche in Stralsund und die Lernwerkstatt in Grimmen bis hin zum Amt Mönchgut-Granitz und dem Becker Speiseservice auf Rügen.

Der größte Posten bei den Ausgaben für die Bildungskarte ist jedes Jahr der Zuschuss fürs Mittagessen. 1,2 Millionen Euro wurden 2016 ausgegeben. Der Kreis arbeitete mit 200 Essenanbietern in den Kitas und 52 für die Schulspeisung zusammen. 383000 Euro wurden für Schulbedarf abgerufen. Der Zuschuss für das Schülerbus-Ticket belief sich auf 25000 Euro. 307000 Euro wurden im letzten Jahr für den Nachhilfeunterricht genehmigt. „Ganz wichtig sind für die betroffenen Familien auch die Zuschüsse für Ausflüge ihrer Kinder, die sie sich nicht leisten könnten, gebe es nicht das Bildungs- und Teilhabepaket. So konnten wir 2016 knapp 30000 Euro für Wandertage dazu geben. Die Unterstützung für mehrtägige Klassenfahrten belief sich auf etwa 241000 Euro“, sagt Gisela Oberland.

112000 Euro standen unter dem Posten Teilhabe im 2016er-Abrechnungsbericht. Dahinter verbergen sich Zuschüsse für Freizeitangebote. Für den einen ist es die Musikschule, für den nächsten die Tanzgruppe. Andere bekommen den Mitgliedsbeitrag für den Sportverein bezahlt.

Seit 2014 halten die jungen Leute die Bildungskarte in der Hand. Mit der jeweiligen Nummer auf ihrem Ticket können sich alle im Internet informieren, wie viel Guthaben noch zur Verfügung steht. Und dieses Budget wird vom Kreis je nach genehmigtem Antrag aufgebucht, der Anbieter bucht davon ab. So haben die Nutzer keinen Stress mit der Abrechnung. Allerdings müssen die Betroffenen rechtzeitig ihre Anträge stellen, damit die Bildungskarte gut funktioniert. „Zudem vergessen viele, dass sie nach Ablauf des Bewilligungszeitraumes einen neuen Antrag stellen müssen, damit die Karte wieder aufgefüllt wird“, warnt Kreis-Mitarbeiterin Gisela Oberland und betont, dass man sich jederzeit an den Bürgerservice wenden könne, wenn man Fragen hat. Nicht nur in der Kreisverwaltung in Stralsund, sondern auch in den Außenstellen Grimmen, Ribnitz-Damgarten und Bergen ist der Bürgerservice geöffnet.

Bund fördert Nachhilfe, Mittagessen, Sport- und Kulturangebote

2,3 Millionen Euro wurden 2016 über die Bildungskarten an bedürftige Kinder und Jugendliche ausgegeben. Das Geld stellt der Bund im Bildungs- und Teilhabepaket zur Verfügung, aus dem auch andere Projekte bezahlt werden.

Die Bildungskarte ist ein elektronisches Ticket. Der Kreis bucht hier je nach bewilligten Anträgen das Buget für bestimmte Leistungen auf. Der Anbieter bucht nach erbrachter Leistung ab. Der Karteninhaber kann anhand seiner Nummer jederzeit im Internet einsehen, wie viel Geld ihm noch zur Verfügung steht.

9600 Bildungskarten sind in Vorpommern-Rügen seit der Einführung der Karte Ende 2013 aktiv. 2015 waren es 7300 Kinder und Jugendliche, die das Ticket für Mittagessen, Nachhilfe, Kultur- oder Sportangebote nutzten.

Wer Fragen hat , kann sich jederzeit an den Bürgerservice des Kreises wenden und findet unter der Behördennummer 115 Hilfe.

Ines Sommer

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