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Krebsen und Libellen auf der Spur

Starkow Krebsen und Libellen auf der Spur

Beim Barthe-Fest in Starkow legte der Verein „Backstein – Geist und Garten“ als Gastgeber diesmal viel Wert auf die heimischen Tiere / Zur Stärkung gab es Zucchini-Spaghetti

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Dr. Gerd Albrecht führt die Besucher durch den Starkower Garten, und dabei standen diesmal Libellen im Mittelpunkt.

Quelle: Fotos: Susanne Retzlaff

Starkow. Das Gewitter kam pünktlich zum Barthe-Fest, die Gäste auch. Am Samstag bummelten Hunderte durch den lauschigen Pfarrgarten in Starkow, besuchten Kirche, Krebse und Kuchenbüfett, während sich die Kinder auf der Stroh-Hüpfburg und beim Wasserwerfen austobten.

OZ-Bild

Beim Barthe-Fest in Starkow legte der Verein „Backstein – Geist und Garten“ als Gastgeber diesmal viel Wert auf die heimischen Tiere / Zur Stärkung gab es Zucchini-Spaghetti

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Eher ungebetene Gäste indes hatten sich schon vorher an der Barthebrücke eingefunden. „Das ist ein Ami in Abwehrhaltung“, kann Anne Bartels (24) aus Stralsund eine Sorgenfalte nicht ganz glätten, als sie den kleineren Kamberkrebs in die Schale neben den Deutschen Edelkrebs setzt.

Schon das zweite Jahr in Folge gingen ihr hier in Starkow die schnelleren und anspruchsloseren Einwanderer in die Reuse. Vor über hundert Jahren in Europa ausgesetzt, entwickelte sich der Kamber zum gefürchteten Konkurrenten des Edelkrebses, auch weil er die gefährliche Krebspest überlebt und überträgt. „Die Tiere wandern wohl vom Bodden die Barthe aufwärts“, vermutet Anne Bartels, die ihre Bachelorarbeit in Landschaftsnutzung und Naturschutz dem „Kampf der Krebse“ widmete.

Nun scheint es, als eroberten sie die Rückzugsgebiete der Edelkrebse. Vielleicht können sie künftig nach Redebas ausweichen, wo sich im Rahmen des Baus der neuen Barthebrücke auch die Flussstruktur verbessert hat. Noch aber sind die Einheimischen in der Überzahl, kann Anne Bartels besorgten Bürgern versichern.

Zwischen Binsen, Schilf und Wasserpflanzen macht Dr. Gerd Albrecht, Vorsitzender des ausrichtenden Vereins Backstein – Geist und Garten, Appetit auf die Flora der Feuchtgebiete und empfiehlt zum Frühstück Hagebuttenfleisch der schwedischen Fruchtrose und Rhizome des Sumpfweidenröschens statt Spargel. Zum Dessert reicht er fruchtig-gelbe Blütenblätter der asiatischen Taglilie. „Hmmm, fast wie Zitrone“ schmecken die leckeren Fruktane – Zucker, der sich nach dem Genuss quasi in Luft auflöst.

„Libellen sind Sonnenanbeter“, erklärt Ralf Schmidt vom Naturschutzbund Nordvorpommern im Pavillon während eines kurzen Platzregens. Die Männchen lauern in ihrem Revier auf die Weibchen, unter Wasser suchen ihre Larven Wasserfloh, Kaulquappe, kleine Fische oder Geschwister. An einem sonnigen Morgen gehen die Larven an Land, pellen sich aus dem starren Panzer und starten Stunden später als schillernde „Hubschrauber“ zum Jungfernflug in warme Wälder. Die zarten Brummer sind manchmal neugierig, aber harmlos. Derzeit häufig ist die rötliche Heidelibelle, aber auch die für die Barthe typische Prachtlibelle ließ sich an der Brücke blicken.

Ihre glitzernde Konkurrenz, nämlich Seifenblasen, jagte der menschliche Nachwuchs. Birgit Heinig (50) aus Velgast hatte das Zubehör dafür mitgebracht und freute sich: „Die Kinder sind sehr inspiriert von den Seifenblasen.“ Als Marienkäferchen geschminkt, schwirrte die fünfjährige Paula aus Wiendorf heran. „Das ist fast so toll wie Ponyreiten.“ Ihr Bruder Paul (15) zielte lieber mit Darts-Pfeilen auf Luftballons. Die Kinder waren mit ihren Großeltern Ingrid und Rolf Rehfeldt aus Kummerow Heide nach Starkow gekommen und hatten von Dosenwerfen bis Kegelpendeln alles ausprobiert. Bogenschießen war Antons Favorit.

Von der Terrasse der Backssteinscheune wehten Evergreens und Schlager der Old Boys herüber und lockten ans Kuchenbüfett, wo der ausgesprochen vielfältige Bestand von ursprünglich rund 50 Exemplaren dem Ansturm der Kuchengabeln natürlich nicht gewachsen war. Gut, dass es da außer Bowle, Bier und Knusprigem vom Grill auch Quarkbrötchen und Jörg Nolte aus Saatel mit seiner italienischen Spezialität gab: Live nudelte er vor den Augen der staunenden Gäste frische Spaghetti aus bunten Zucchinis, krönte sie mit Tomatensoße und Cashew-Parmesan. „Super, hochgradig köstlich“, fand Katrin Weydemann aus Berlin und wickelte sich genüsslich noch mehr von den langen Leckerchen um die Gabel.

Suse Retzlaff

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