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Leere Becken im Negaster Schwimmbad

Das See- Center Leere Becken im Negaster Schwimmbad

Betreiber findet keinen Nachfolger und denkt an Umbau des gesamten Hotelkomplexes mit Bad.

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Hartmut Worstorff ist Eigentümer der Schwimmhalle in Negast. Sie wurde 1996 mit dem Hotel-Komplex eröffnet. Jetzt steht er im leeren Becken. Er sucht einen neuen Betreiber. Fotos (2): Anja Krüger

Das See- Center. Die Schwimmhalle des See-Hotels Negast steht kurz vor dem Aus. Seit dem 17. Februar ist sie geschlossen, das Wasser wurde bereits abgelassen. Der Grund: Der Eigentümer und bisherige Betreiber, Helmut Worstorff, kann das Bad finanziell nicht mehr halten, ein Nachfolger fehlt aber. Damit entfallen dutzende Kurse — von Wassergymnastik für Senioren bis zu den Seepferdchen-Kursen für die Kleinsten. Für viele Anbieter gibt es keine Alternative. Auch die Volkshochschule Grimmen ist von der Schließung betroffen.

Mit stockender Stimme und Tränen in den Augen sagt Helmut Worstorff (68), dass es ihm in der Seele weh täte, es aber finanziell einfach nicht mehr möglich sei, das beliebte und gut angenommene Bad weiter zu betreiben. „Wir müssen mit dem Hansedom konkurrieren. Bis zu meinem Ruhestand habe ich das Schwimmbad mit 3000 Euro pro Monat bezuschusst. Das geht jetzt nicht mehr“, sagt der Diplom-Ingenieur. „Ich habe versucht, einen neuen Betreiber zu finden, habe den Vereinen angeboten, es in Eigenregie zu übernehmen, leider fanden wir keine Lösung“, erzählt der Geschäftsmann aus Norderstedt (Schleswig-Holstein). „Sollte sich binnen der nächsten zwei Wochen nichts ergeben, bedeutet das endgültig das Aus für das Schwimmbad“, verdeutlicht er. Denn dann will Worstorff den Bauantrag stellen, um den gesamten Hotelkomplex samt Bad, Bowlingbahn und Dienstleistungsunternehmen umzugestalten. Damit entfallen insgesamt 40 Wasserkurse, davon allein sechs von der Grimmener Volkshochschule (VHS). „Unsere Gesundheitskurse laufen sehr gut — Wassergymnastik ist am beliebtesten und immer komplett ausgebucht“, sagt Irene Melzer, Leiterin der VHS.

Insgesamt 400 Teilnehmer zählt die VHS pro Jahr bei den Angeboten im nassen Element. „Dass nun welche wegfallen, ist traurig für die Region. Es gibt hier einfach zu wenig Becken, die sich von der Temperatur und Tiefe für Wasserkurse eignen“, bedauert Melzer.

Während die VHS Grimmen noch auf Schwimmhallen in Franzburg und Bad Sülze zurückgreifen kann, gibt es für die Stralsunder keine Alternative. „Für uns wäre das zu weit. Aber andere Becken in der Umgebung sind entweder nicht für die Kurse geeignet oder bereits komplett ausgebucht“, sagt Sabine Koppe von der Stralsunder VHS.

Von den elf geplanten Kursen des Frühjahrssemesters entfallen sechs ersatzlos. „Das ist bitter — die Kurse waren immer ausgebucht und bei den Senioren sehr beliebt.“

„Ein ideales Bad für sportliche Angebote“, bedauert auch Heinz Grittner, Leiter der Wasserwacht Stralsund. 32 Senioren hätten bei ihm jede Woche Wassergymnastikkurse besucht. Nun müssen sie sich wohl ein anderes Hobby suchen.

Besonders groß ist der Ärger beim DRK in Stralsund. Zwei Seepferdchenkurse mit 20 Schülern hätten mitten im Kurs abgebrochen werden müssen. Auch drei Aquafitness-Kurse waren gerade erst im Februar gestartet. „Die Art und Weise ist ärgerlich — laufende Kurse so zu beenden, ist unmöglich“, schimpft Sybille Jahnke vom „Haus der Familie“. Die Kursteilnehmer seien enttäuscht — und wütend. „Einige wollen die Kurse nicht bezahlen, auch nicht anteilig, weil sie die Leistung nicht in vollem Umfang bekommen haben.“ Eine Alternative hat allerdings auch sie nicht parat.

Viele Angebote fallen weg
wurde Anfang 1996 errichtet. Das Hotel hat 20 Doppel- und Einzelzimmer.

 



Anne Kubik und Anja Krüger

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