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Nach Brand: Biogasanlage läuft weiter

Oebelitz Nach Brand: Biogasanlage läuft weiter

Feuer war am Sonntagabend in der Gärrest-Trocknung ausgebrochen/ Eigentümer Raben: Verunreinigtes Löschwasser wurde aufgefangen, keine Gefahr für Allgemeinheit / Dank an alle Feuerwehrleute

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Die Oebelitzer Feuerwehrleute waren zuerst am Einsatzort, dann folgten viele Wehren der Region mit insgesamt 300 Kräften.

Quelle: Raik Mielke

Oebelitz. Als einer der größten Feuerwehr-Einsätze geht der Brand in der Biogasanlage Oebelitz in die Statistik ein. Bei dem Feuer waren von Sonntagabend bis Montagabend mehr als 300 Brandbekämpfer mit den Löscharbeiten beschäftigt. Nach ersten Untersuchungen der Polizei sollen sich Gärreste selbst entzündet haben. Dabei entstand in der Gärrest-Trocknung ein Schaden von 750000 Euro, die eigentliche Biogasanlage blieb unbeschädigt. So kann die Produktion weiterlaufen.

„Die Gärreste aus der Halle haben wir nach Rücksprache mit dem Umweltamt entsorgt. Das ist ganz normaler Dünger, der auf den Acker kommt“, sagt Elard Raben. Der 65-Jährige, der in der Nachbargemeinde in Behrenwalde einen Landwirtschaftsbetrieb hat und in Palmzin wohnt, ist Eigentümer der Biogasanlage. Noch am Sonntagabend hat er gemeinsam mit Katastrophenschutz und Umweltamt die nötigen Schritte eingeleitet, damit von der Anlage kein Schaden ausgeht.

„Das mit Schwefelsäure verunreinigte Löschwasser wurde in einem Regenrückhaltebecken aufgefangen. Und das hat keine Verbindung zum öffentlichen Wassernetz oder gar zum Grundwasser“, betont Raben nach Rücksprache mit den Fachleuten. Und die haben auch den Schwefelgehalt in der Luft gemessen. „Der Grenzwert war bei weitem nicht erreicht. Wir können also wirklich sagen: Es bestand und besteht für die Allgemeinheit keine Gefahr.“

Zwei Mitarbeiter sind im Betrieb beschäftigt, sie waren in der Brandnacht zum Glück nicht in der Halle. Die Biogasanlage, die vor fünf Jahren weit vor dem Ortseingang von Oebelitz gebaut wurde, produziert aus Gülle und Mais Energie. „Das ist aus ökologischer Sicht ein ganz großer Vorteil. Bringt man die Gülle so auf den Acker, entstehen giftiges Lachgas und Methan. In der Anlage wird alles zu einer Biomasse verarbeitet, und wenn die verbrannt wird, haben wir Energie, sprich Strom. Und die giftigen Gase sind verschwunden“, will Elard Raben eine Lanze für solche Anlagen brechen, die auch viel Gegenwind bekommen.

Raben jedenfalls sieht keinen Grund, aufzugeben. „Weil die eigentliche Biogasanlage nicht betroffen ist, laufen die biologischen Prozesse weiter, auf kleiner Flamme. Das ist mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt in Stralsund alles abgestimmt. Und nach Aussagen des Büros Schoon aus Rostock, das nach dem Brand ein Gutachten erstellt, kann hier in den nächsten Tagen wieder Strom produziert werden.“ Der Schaden beziehe sich lediglich auf die Gärrest-Trocknungsanlage. Das heißt, der Oebelitzer Betrieb wird bald mit Gülle aus der Rabenschen Landwirtschaft „gefüttert“. Den enormen Schaden bekommt Eigentümer Raben nach eigenen Aussagen von der Versicherung ersetzt.

„Ich möchte vor allem mal den Feuerwehren aus Oebelitz, Wolfshagen und Richtenberg ein großes Dankeschön sagen. Die sind hier seit Tagen im Einsatz. Überhaupt war der gesamte Einsatz gut organisiert, die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Katastrophenschutz funktionierte. Da ist man schon erleichtert“, sagt Bürgermeisterin Cordula Filter (parteilos) gegenüber der OZ und ist schon auch stolz auf ihre Gemeinde-Wehr. „Marcel Lebich, ein Oebelitzer Feuerwehrmann, hat den Brand über 112 gemeldet. Unsere Kameraden waren auch zuerst vor Ort und wussten, dass hier nicht mit Wasser gelöscht werden darf. Gut, dass wir unsere Gemeindewehren noch haben. Man sieht, wir brauchen sie“, so Cordula Filter, die die Brandbekämpfer auch mit Kaffee und Getränken versorgte. Alle Beteiligten sind sich einig: Es ist das Wichtigste, dass niemand verletzt wurde. „Alle Feuerwehrleute aus dem kritischen Bereich wurden vom Notarzt untersucht, zwei hat er vorsichtshalber ins Krankenhaus geschickt, doch auch die beiden sind wohlauf“, sagt der Richtenberger Feuerwehr-Chef Andreas Lampe, der den Einsatz leitete, bis die Katastrophenschützer übernahmen. „Unsere Feuerwehrleute, also Oebelitzer, Wolfshäger und Richtenberger, waren in den letzten Tagen noch mehrfach an der Biogasanlage, um letzte Glutnester zu löschen.“ Der Großeinsatz ist also noch nicht ganz zu Ende...

Ines Sommer

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