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Schreiadler-Parcours in Schuenhagen aufgepeppt

Schuenhagen Schreiadler-Parcours in Schuenhagen aufgepeppt

2006 eingerichteter Lehrpfad auf dem Hof des Forstamtes bekam im Rahmen des Projektes „chance.natur“ Schönheitskur und wird am 8. September eingeweiht

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Seit Eröffnung des Schreiadler-Parcours 2006 kamen viele Schulklassen nach Schuenhagen.

Quelle: OZ

Schuenhagen. Der Schreiadlerparcours in Schuenhagen – mitten in der Nordvorpommerschen Waldlandschaft – bekommt Verstärkung. Die ursprüngliche Einrichtung auf dem Gelände des Forstamtes wurde jetzt vom Landkreis erweitert und aufgepeppt. Wenige Tausend Euro aus dem Bundes-Fördertopf des Projektes „chance.natur“ reichten aus, um dem Ganzen eine neue Note zu geben.

Insgesamt stehen bei „chance.natur“ sechs Millionen Euro für Projekte zur Verfügung.

Im Schuenhagener Lehrpfad ist anhand von kleinen Bildertafeln das Leben des Schreiadlers Tobi vom Schlupf aus dem Ei bis zum Flug nach Südafrika dargestellt. Jedes Jahr startet der Schreiadler eine abenteuerliche Reise. Auf zwei weiteren großen Infotafeln kann der Besucher mehr über das Projekt und den Schreiadler und seine besondere Lebensweise erfahren. Das scheue und störungsempfindliche Tier hat nämlich hohe Ansprüche an seinen Lebensraum. Und genau darauf zielen die Schutzmaßnahmen. Denn aus den zehn Brutpaaren in unserer Region sollen möglichst schnell mehr werden. Allerdings hatte es der Schreiadler aufgrund des unbeständigen Wetters in diesem Sommer schwer in Nordvorpommern.

In Schuenhagen begann die Arbeit an dem besonderen Lehrpfad 2006 mit dem so genannten „idee.natur“-Wettbewerb und der Pflanzung einer Walnuss. „Eine der Infotafeln steht deshalb genau neben dieser Walnuss, die sich übrigens prächtig entwickelt – so wie nun auch das Projekt Nordvorpommersche Waldlandschaft“, sagt Nicole Wasmund, die beim Landkreis Vorpommern-Rügen für das Projekt Nordvorpommersche Waldlandschaft den Hut aufhat, gegenüber der OZ.

Mit Hilfe eines Fernrohrs können große und kleine Naturfreunde außerdem selbst auf die Suche nach dem Adler gehen. Anhand von maßstabsgetreuen Greifvogelsilhouetten erfährt man, wie groß Adler, Bussard und Co. tatsächlich sind. Für den Besuch von Schulklassen, die im Freien mehr über die Besonderheiten der Wälder und Arten, wie den Schreiadler, erfahren wollen, gibt es einen Sitzkreis, in dem in der Mitte eine Schreiadlerschnitzfigur aus Holz steht. Schuenhagen wurde vor zehn Jahren nicht zufällig für den Schreiadler-Parcours ausgesucht. „Vorpommern gilt als das wichtigste Brutgebiet des Schreiadlers in Deutschland. Die Gegend um Schuenhagen bietet ideale Lebensbedingungen für den pommerschen Wappenvogel. Wer sich still verhält und mit offenen Augen rund um Schuenhagen unterwegs ist, wird den Schreiadler sehen. Allerdings muss man sich beeilen, denn im September fliegt er in den Süden“, erklärt Dr. Wasmund.

Der Lehrpfad befindet sich zudem in unmittelbarer Nähe des Flüsschens Barthe, umgeben von Wiesen und Wäldern. Und wie man beim Barthe-Fest (die OZ berichtete gestern) erfahren konnte, gibt es in der Barthe noch jede Menge Flusskrebse.

Natürlich haben in den vergangenen Jahren viele Schulklassen aus Franzburg, Velgast oder Stralsund in Schuenhagen vorbeigeschaut. Dabei entstand nicht nur ein Schul-Projekt über den Schreiadler. Und auch der neue Lehrpfad soll natürlich zünftig eingeweiht werden. Der Landkreis plant dies am 8. September. Für den Eröffnungstag ist eine Schulklasse aus Velgast eingeladen. Die Mädchen und Jungen können dann kleine Adler aus Hölzern schnitzen oder Silhouetten bemalen.

„In Planung sind auch zwei Wanderausstellungen, einmal zum Rotmilan und natürlich zum Schreiadler. Beides soll 2017 gezeigt werden“, sagt Nicole Wasmund und blickt damit schon mal auf künftige Vorhaben. Außerdem sollen noch zwei Informationspunkte eingerichtet werden. „Die Standorte sind noch nicht fest, ich könnte mir sowas auch in Schuenhagen oder in Starkow oder in Löbnitz vorstellen“, sagt die 32-Jährige und ergänzt, dass in der Kreisverwaltung in Stralsund auch bald eine Ausstellung über den Schreiadler zu sehen sein wird, die dann an andere Standorte weiterzieht.

Sechs Millionen Euro für Projektförderung

8,6 Millionen Euro sollen in den Schutz der Nordvorpommerschen Waldlandschaft und den darin lebenden Schreiadlern fließen. Sechs Millionen davon gibt es für Projekte.

5 Schutzbereiche wurden für konkrete Projekte ausgesucht: Waldgebiete, Altholzinseln, Wasserstandsoptimierung in den Waldmooren und Nahrungsgebiete. Dabei geht es um die Erhaltung oder Schaffung von schreiadlergerechtem Grünland, den Ackerfutterbau, aber auch um Gehölze oder Amphibienlaichgewässer.

30 Hektar groß ist so eine Natura-Parzelle im Recknitztal, in der der Schreiadler brüten könnte. Damit er ungestört ist, wird dieses Stück dann nicht genutzt, es bleibt, wie es ist. „Es geht hier immer um Freiwilligkeit. Stellt jetzt aber der Grundstücksbesitzer etwas für unser Projekt zur Verfügung, bekommt er eine entsprechende Ausgleichszahlung. Auch dafür ist Geld eingeplant“, sagt Nicole Wasmund.

„chance.natur“ hat noch ein zweites Gesicht: die Regionalentwicklung. 55 Projekte wurden bereits unterstützt, Ende 2016 läuft diese Förderung aus.

Ines Sommer

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