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Schwanenjagd: Klage von Tierschützern

Klausdorf Schwanenjagd: Klage von Tierschützern

Die Organisation Peta sieht einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz / Kreis-Umweltamt befragt Beteiligte

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Das Ver- fahren ist eine gute Sache. Jäger und Landwirte sollten sensi- bler mit dem Thema um- gehen.“Thomas Reichenbach (CDU), Bürgermeister Klausdorf

Klausdorf. Die Schwanenjagd nördlich von Stralsund könnte für die Beteiligten Konsequenzen haben. Der deutsche Ableger der Tierschutzorganisation Peta hat nun wegen Verstoßes gegen Paragraph 17 des Tierschutzgesetzes bei der Staatsanwaltschaft Stralsund Strafanzeige gegen alle Teilnehmer der Jagd erstattet. Peta fordere außerdem ein bundesweites Verbot der Jagd auf Schwäne sowie ein generelles Verbot von Jagden, hieß es gestern in einer Mitteilung. „Die Jäger benutzen Schwäne als lebende Zielscheiben — jedes Jahr werden in Deutschland so Hunderte der Vögel erschossen, weil ein paar Menschen Vergnügen am Töten haben“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere.

Am Sonntag hatten sechs Waidmänner mehr als 50 Tiere auf dem Gelände von Landwirt Deert Rieve geschossen (die OZ berichtete). Der gab an, dass die Kadaver auf seinem Grundstück vergraben wurden.

Zeugen hatten laut OZ-Informationen vorher gesehen, dass die Schwäne mit einem Radlader abgeholt wurden. Deswegen reagiert nun auch die Umweltbehörde des Landkreises Vorpommern-Rügen. „Es wird ein Anhörungsverfahren eingeleitet, um den Landwirt, aber auch die Jäger zu dem Vorfall zu befragen“, erklärte Kreissprecher Olaf Manzke gestern auf OZ-Anfrage. Geprüft werde, ob eventuell Abfall unsachgemäß entsorgt wurde oder ob Bestimmungen zum Trinkwasserschutz verletzt wurden. „Das hat nichts mit den Jagd- oder Waffengesetzen zu tun. Ein Entzug der Jagderlaubnis wegen Verstößen gegen Wasser- oder Abfallrecht ist vom Gesetzgeber nicht vorgesehen“, betont Manzke.

„Dass die Verwaltung nun reagiert, ist eine gute Sache. Das wollte ich erreichen“, sagte gestern der Klausdorfer Bürgermeister Thomas Reichenbach (CDU). Er hatte beim Landkreis die Prüfung einer Anzeige erbeten. Generell hoffe er, dass es sich bei der mehrstündigen Schwanenjagd um eine „Eintagsfliege“ gehandelt habe. „Jäger und Landwirte sollten grundsätzlich sensibler mit dem Thema umgehen“, appellierte Reichenbach. Er werde das Geschehen weiter verfolgen. Der Bürgermeister hat noch ein Ziel: „Vielleicht schaffen wir es, dass die Schwäne von der Liste der bejagbaren Tiere genommen werden. In Schleswig-Holstein ist es schon so.“ Dort unterliegen die Tiere einer ganzjährigen Schonzeit. Die Jagd wurde durchgeführt, um die Schwäne zu vergrämen. Die Waidmänner wollten verhindern, dass die Tiere größeren Schaden an den Nutzpflanzen anrichten. Thomas Reichenbach zweifelt aber am Sinn der Jagd. „Es sitzen täglich Hunderte Schwäne auf den Feldern.“

Ulf Bähker, Vogelexperte des Naturschutzbundes MV, sieht das Bejagen von Schwänen grundsätzlich skeptisch. „Auch wenn es rechtlich nicht angreifbar ist, sagt das nichts darüber aus, ob es moralisch, ethisch oder ökologisch korrekt war.“ Außerdem könnten die Grünröcke im Zweifelsfall oftmals nicht genau erkennen, ob es sich um einen Höcker- oder Singschwan handelt. Letzterer dürfe generell nicht geschossen werden. Bähker verweist auf das grundsätzliche Problem, dass der Mensch durch die Landwirtschaft die Natur gestaltet und die Tiere darauf reagieren.

Wie aus Kreisen des Landwirts zu hören ist, habe man nicht mit dieser heftigen öffentlichen Reaktion gerechnet und sei davon überrascht. Die Kommunikation mit den Anwohnern sei schlecht gelaufen.

Weiter erfuhr die OZ, dass die Brustteile der geschossenen Tiere zum privaten Verzehr entfernt worden sein sollen.

 



Reik Anton

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Klausdorf
Mehr als 50 Schwäne sind in Klausdorf von Jägern geschossen worden. PETA hat die sechs Jagdteilnehmer nun angezeigt.

Die Tierrechtsorganisation verurteilt den Abschuss von mehr als 50 Höckerschwänen in Klausdorf bei Stralsund als „Massentötung“.

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