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Seenotkreuzer „Theo Fischer“: Wieder nur Abschied auf Zeit?

Barhöft Seenotkreuzer „Theo Fischer“: Wieder nur Abschied auf Zeit?

Die Besatzung um Vormann Lutz Griesberg freut sich über die Rückkehr zum Darßer Ort. Doch es bleiben auch noch viele Ungewissheiten.

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Die „Theo Fischer“ an ihrem Liegeplatz in Barhöft. Fotos (2): Ines Engelbrecht

Barhöft. Der Seenotkreuzer „Theo Fischer“ verlässt wieder Barhöft. An Bord herrscht über diese Nachricht noch geteilte Meinung. „Was nutzt es uns, wenn wir hier jetzt alle Zelte abbrechen, um in ein paar Monaten dann wieder in Barhöft festmachen zu müssen, da die Zufahrt am Darßer Ort versandet ist“, kritisiert Vormann Lutz Griesberg. Dann müsse man erneut bei Bürgermeister und Hafenmeister um einen Liegeplatz bitten. So recht mag deshalb noch keine Freude aufkommen bei den Männern, dass der Nothafen wieder frei ist.

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Die „Theo Fischer“ an ihrem Liegeplatz in Barhöft. Fotos (2): Ines Engelbrecht

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„Es wird doch immer geworben damit, dass wir Urlaubsland Nummer eins sind. Deshalb kommen ja auch die Touristen mit ihren Segelbooten zu uns. Passieren aber Unglücksfälle im Wasser, sind wir vom Nothafen aus in kürzester Zeit am Ort des Geschehens“, so Griesberg.

Von Barhöft aus dauert die Fahrt fast zwei Stunden länger. Eine Unmenge Geld ist bereits für Gutachten ausgegeben worden. Selbst Freizeitskipper haben die Situation oft bemängelt, weil die Segelstrecke zwischen Warnemünde und dem nächsten Hafen, also Barhöft, doch erheblich lang ist. Es gehe um Menschenleben, die schnellstmöglichst aus Gefahrensituationen gerettet werden müssen.

„Das sollten sich diejenigen vor Augen halten, die den Hafen schließen ließen, ohne dass bisher ein anderer Stützpunkt in der Nähe für den Kreuzer geschaffen wurde“, findet der Vormann. Verstehen können die Männer auch nicht, warum das Baggergut jetzt im Hafen abgekippt wird. Hier sei doch Kernzone Nummer I des Nationalparks, sagen sie.

„1961/62 mit der Stationierung der Nationalen Volksarmee sei die Zufahrt ausgebaggert und rege genutzt worden“, erläutert Lutz Griesberg. Er war vor 15 Jahren von der Warnemünder Station der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zum Darßer Ort versetzt worden. Seitdem kennt er nur das „Zigeunerleben“, wie er das Hin- und Herschubsen von Mannschaft und Schiff bezeichnet.

Dennoch betont er ausdrücklich, dass die Besatzung in Barhöft immer herzlich aufgenommen wurde. Schließlich ist der 23,1 Meter lange und 2700 PS starke Kreuzer mit seinen zwei Propellern und einem Tiefgang von 1,60 Metern auch ein Hingucker im kleinen Barhöft.

Bei Hafenfesten haben sich die Rettungshelfer, die aus neun Mann Schiffsbesatzung bestehen, immer eingebracht. Open Ship und Rettungsaktionen mit Überlebensanzügen waren schöne Anziehungspunkte für Besucher.

Die Kooperation zwischen Hafenmeister und Gemeinde habe immer prima geklappt. Die Mannschaft hat zwischenzeitlich auch einen Container als Lager aufstellen können. Klausdorfs Bürgermeister Thomas Reichenbach steht der Umsetzung der „Theo Fischer“ dennoch aufgeschlossen gegenüber. „Für das Rettungsschiff wird es aber immer einen Platz am Kai geben“, sagt er.

Seit 2008 gibt es bereits die Behelfsstation Barhöft für den Seenotkreuzer. Im Frühjahr 2011 war der Hafen Darßer Ort für die Freizeitschifffahrt geschlossen worden. Zwischenzeitlich wurde zwar für den Seenotkreuzer dort wieder ausgebaggert, jedoch versandete die Zufahrt schnell wieder. Seither wurde dieser Zustand immer wieder bemängelt. Sowohl von der Besatzung, von der DGzRS, wie auch von Politikern. Die Crew der „Theo Fischer“ wünscht sich endlich wieder einen festen Heimathafen, darin ist sich die Besatzung einig.

Und das wünscht sich auch Dietmar Eifler, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Der Bürgermeister von Steinhagen brachte gestern seine Freude zum Ausdruck, indem er betonte: „Die Vernunft hat gewonnen.“ Der Darßer Ort sei wieder zugänglich. Der Liegeplatz für den Seenotkreuzer wäre damit gesichert. So würden sich die Einsatzzeiten in die Seegebiete um die Kadetrinne deutlich verkürzen Auch für die Sportschifffahrt gebe es nun in Notfällen wieder einen Anlaufpunkt.

„Nach dem monatelangen Versuchen von Umweltverbänden, die dringend erforderlicher Ausbaggerung des Nothafens zu blockieren, ist dies ein gutes Signal für den Schutz von Menschenleben“, so der CDU-Landtagsabgeordnete.

Angesichts „der ewigen Verzögerungs- und Blockadetaktik der Umweltverbände“ fordert Eifler das zuständige Ministerium auf, zu prüfen, ob man vor Ort einen Betreiberwechsel für den Nothafen brauche.

„Wenn der Betreiber des Nothafens selbst dazu beiträgt, dass dieser nicht mehr genutzt werden kann, muss dies Konsequenzen haben“, erneuerte Dietmar Eifler eine schon einmal geäußerte Forderung.

 

 

Ines Engelbrecht

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