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Smartphones gegen Schwerter getauscht

Endingen Smartphones gegen Schwerter getauscht

Im Mittelalterlager verbringen Jugendliche eine Ferienwoche ohne technischen Komfort, dafür mit Handarbeit und viel Natur

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Kanonier Ulli Jacobs machte den Jugendlichen mit Mörser und Feldkanone Dampf. Fotos(5): Wenke Büssow-Krämer

Endingen. Was sich für die meisten Kinder und Jugendlichen nach Bestrafung anhört, haben sich die 15 Teilnehmer des Mittelalterlagers freiwillig angetan. Fünf Tage lang haben sie in Endingen ihre Zelte aufgeschlagen und dafür nicht nur auf Warmwasser aus der Leitung, sondern auch auf Strom – und damit verbunden auf Smartphones, Tablets und Nintendos – verzichtet.

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Im Mittelalterlager verbringen Jugendliche eine Ferienwoche ohne technischen Komfort, dafür mit Handarbeit und viel Natur

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„Vor allem am ersten Tag kann man da schon Entzugserscheinungen beobachten. Die Jugendlichen können sich gar nicht mehr richtig langweilen. Doch hier kommen sie zur Ruhe und werden dann plötzlich kreativ“, sagt Julia Meiser vom Kreisdiakonischen Werk, das nun bereits zum sechsten Mal das Mittelalterlager organisiert hat.

Nachdem in den letzten Jahren unter anderem in Niepars, Obermützkow und Pantelitz das Feuer geschürt wurde, fanden die Organisatoren diesmal vor der passenden Kulisse der Klosterruine Endingen ihr Quartier. „Wir wollen durch die Gemeinden wandern und so auch die Orte erreichen, in denen es keinen Jugendclub gibt“, erklärt Betreuer Ingo Felgenhauer.

Angemeldet hatten sich Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Amtsbereich und auch Stralsund. Neben altbekannten Wiederholungstätern fanden sich auch Mittelalter-Frischlinge im Team, wie Hannes Butz. „Am ersten Tag habe ich noch gedacht: Ohne mein Tablet halte ich es doch nicht aus. Aber jetzt ist es mir eigentlich egal“, meint der 11-Jährige nach fünf Tagen Beschäftigung in der freien Natur.

Und die Möglichkeiten, sich die Langeweile ohne technische Unterhaltungsmedien zu vertreiben, schienen plötzlich endlos. Schwertkämpfe luden zum schmerzfreien Duell ein, Bogenbau und Specksteinbearbeitung verlangten Ausdauer ab. Doch auch an den Trommeln oder beim Korbflechten konnten neue Fähigkeiten entdeckt werden.

„Am spannendsten war aber die Nachtwanderung“, sagt Leonie Jennek (12) aus Stralsund. Auf der Tour mit Ulli Jacobs wurden dann nämlich noch schaurige Überlieferungen aus der Umgebung erzählt.

Spannend ging es jedoch auch bei der Schatzsuche mit Conrad Busse auf dem Acker zu. Ziemlich schnell wurde das Team hier fündig und beförderte eine Musketenkugel und auch Münzen aus dem 30-jährigen Krieg ans Licht, deren Abgüsse den Jugendlichen als Erinnerung erhalten bleiben.

Nach den Tagen voller Erlebnissen und neuen Erfahrungen wissen sie aber auch, was ihnen wirklich fehlt: „Die Badewanne habe ich am meisten vermisst“, betont die 16-jährige Jasmin Michaels aus Weitenhagen.

Wenke Büssow-Krämer

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