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Spender gesucht: Wolfshagen braucht dringend ein Feuerwehrauto

Wolfshagen Spender gesucht: Wolfshagen braucht dringend ein Feuerwehrauto

Bei jedem Versuch, Förderung zu bekommen, hagelte es für die Gemeinde Millienhagen-Oebelitz Absagen — jetzt bitten die Blauröcke die Öffentlichkeit um Hilfe

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Hannes Perlitz hat den Barkas als Bild auf der Gerätehaus-Wand verewigt.

Quelle: privat

Wolfshagen. Gemeinde und Feuerwehr wissen sich keinen anderen Rat mehr — sie bitten nun Firmen, Einwohner und Förderer um Hilfe für ein neues Feuerwehrauto.

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Bei jedem Versuch, Förderung zu bekommen, hagelte es für die Gemeinde Millienhagen-Oebelitz Absagen — jetzt bitten die Blauröcke die Öffentlichkeit um Hilfe

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Neu heißt in diesem Fall gebraucht. „Wir sind ja nicht größenwahnsinnig und arbeiten schon mit Augenmaß. Da unser Auto demnächst nicht mehr durch den Tüv kommt, brauchen wir Ersatz, und das soll ein gutes, aber gebrauchtes Fahrzeug sein“, sagt Cordula Filter. Die Bürgermeisterin rechnet dennoch mit 30000 Euro...

Die Feuerwehr der fusionierten Gemeinde hat aus alten Zeiten noch zwei Standorte: Wolfshagen und Oebelitz. Gemeinsam nutzen die Blauröcke einen Fiat-Transporter als Mannschaftswagen, um von A nach B zu kommen. Beide Standorte haben zudem einen LO der Marke Robur aus DDR-Zeiten. Während der Oebelitzer in gutem Zustand ist, weil er bereits aufgebaut und in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit mit so genanntem Koffer versehen wurde, leidet der Wolfshäger an Altersschwäche und soll ersetzt werden.

„Wir haben uns um Fördermittel bemüht. Aber es gab nur Absagen. Man geht davon aus, dass wir ja nur eine Feuerwehr mit Grundausstattung sind und könnten im E-Fall mit anderen fusionieren. Das ist eine Ohrfeige für die ehrenamtliche Arbeit der Kameraden“, sagt die Bürgermeisterin und findet diese Einstellung nicht in Ordnung.

„Erstens wissen wir alle, dass ohne die Feuerwehr das Leben in einer Gemeinde am Boden liegen würde. Zweitens stellen wir keine überzogenen Forderungen, wenn wir für den Transport unserer Technik samt Besatzung sorgen wollen. Denn selbst wenn man wie wir eine Ausrückgemeinschaft mit Richtenberg hat, müssen ja die Leute auch zum Brandort kommen.“ Und drittens habe die Gemeinde zwar nur 350 Einwohner, dafür aber Neubaublock, viele landwirtschaftliche Betriebe und eine Biogasanlage. „Die so genannte Brandlast ist also groß. Und wenn da mal was ist, müssen unsere Leute schnell vor Ort sein und mit den Löscharbeiten wenigstens beginnen, bis die großen Wehren kommen“, so Cordula Filter. Da soll doch mindestens auch die Tankspritze TS 8 mitgenommen werden können. „Unsere Ansprüche sind bescheiden, wir wollen hier keiner anderen Wehr Konkurrenz machen.“

Besonders erfreulich ist in der Gemeinde Millienhagen-Oebelitz, dass es keine großen Nachwuchssorgen gibt. „Wir haben 22 aktive Feuerwehrleute. Dazu kommt eine Jugendgruppe mit sieben Brandschützern, auch die Ehrenabteilung hat sieben Mitglieder. Und dieses Engagement wollen wir doch nicht bremsen“, findet Cordula Filter und ergänzt: „Da passiert ganz viel in Eigeninitiative, und wir als Gemeinde unterstützen das, indem wir jedes Jahr ein bisschen in die Gerätehäuser investieren. Leider sind da keine großen Sprünge möglich, aber Stück für Stück kommt man auch ans Ziel.“

30000 Euro müssen also für das Auto zusammenkommen. Und die Blauröcke haben schon mal 4132 Euro eingenommen. „Die Feuerwehrleute haben sich schweren Herzens von ihrem Barkas getrennt. Das war ein absolutes Liebhaberstück. Aber das nützte nun nichts“, lässt Cordula Filter diesen schweren Schritt Revue passieren und erklärt: „Wir haben den Barkas versteigert. Und zwar an zwei junge Leute aus Würzburg. Sie haben ihn selbst abgeholt. Da kamen alle zur Verabschiedung, auch der ehemalige Feuerwehr-Chef Ernst Fischer.“ Die jungen Leute sind übrigens ohne Panne bis Bayern gekommen. Die Feuerwehrleute aus Vorpommern bleiben in ständigem Kontakt mit den Bayern, um immer im Bilde zu sein.

Natürlich bleiben den Blauröcken die Erinnerungen auf Fotos. Doch ein Bild ist besonders beliebt: Der 17-jährige Gymnasiast Hannes Perlitz von der Jugendfeuerwehr hat den guten alten Barkas detailgetreu mit Pinsel und Farbe an die Wand des Gerätehauses gebannt...

Nun geht es also darum, möglichst viele Spenden für einen guten Gebrauchten zusammen zu bekommen.

Wer helfen will — Ansprechpartner ist das Ordnungsamt in Franzburg: ☎ 038322/540.

Der gute alte Feuerwehr-Barkas musste weg — für den guten Zweck

1976 wurde der rote Barkas B 1000 direkt für Feuerwehransprüche gebaut und war für damalige Verhältnisse modern ausgestattet, u.a.

mit Standheizung.

13 000 Kilometer ist das gute Stück gelaufen. Die Kameraden in Wolfshagen haben es gehegt und gepflegt. Allen ist der B 1000 ans Herz gewachsen. Doch um Geld für ein Technik-Auto, das den modernen Ansprüchen entspricht, zu bekommen, mussten die Feuerwehrleute ein Opfer bringen, gingen an ihr „Tafelsilber“ — und gaben den Barkas in die Versteigerung.

2 junge Leute aus Würzburg haben das Auto für 4132 Euro ersteigert und das Gefährt ohne Panne bis Bayern gebracht. Er kam sogar durch den Tüv und soll nun ein Wohnmobil werden.

Von Ines Sommer

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