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Syrische Familie auf der Suche nach einer neuen Heimat

Stralsund Syrische Familie auf der Suche nach einer neuen Heimat

Seit drei Monaten wohnen Osama und Ruba in Niepars und fühlen sich wohl

Stralsund. Seit drei Monaten ist die junge syrische Familie in Niepars zu Hause und hat sich in dieser Zeit im Gemeindezentrum längst Anerkennung verschafft. Familienvater Osama Sabbagh hat mit seiner Ehefrau Ruba Shammat, dem neunjährigen Sohn Muhammad und der sechsjährigen Tochter Farah bereits 2013 die syrische Heimat verlassen. Zwei Jahre verbrachten sie im Libanon, bevor sie im Oktober in Mecklenburg-Vorpommern in Horst ankamen. Nach der Zwischenstation in Born bezog die Familie eine Wohnung in Niepars, wo sie überwiegend freundlich aufgenommen wurde.

„Unsere Nachbarn Inge und Hans haben uns sofort beim Möbeltragen unterstützt und uns auch mit Strom in den ersten Tagen ausgeholfen“, berichtet Osama glücklich. Es gibt allerdings auch Dorfbewohner, die die Familie keines Blickes würdigen. Dabei sind Vorurteile immer noch weit verbreitet. „Auch ich habe vorher noch nie mit jemandem mit Kopftuch geredet“, gesteht Verwaltungschef Peter Forchhammer. „Aber dann merkt man, dass es die gleichen Dinge sind, die einen beschäftigen, und letztendlich wird der kulturelle Unterschied minimal – und man registriert das Kopftuch nicht mehr.“

Die kleine Farah war dann diejenige, die die ersten deutschen Wörter mit nach Hause brachte, und auch Muhammad wurde so schnell mit den deutschen Buchstaben vertraut, dass er schon bald von der ersten in die zweite Klasse wechseln konnte. Der Neunjährige fühlt sich wohl in der Nieparser Schule. „Aber wenn ich einen Freund aus Syrien finden würde, wär ich glücklich“, sagt Muhammad.

Dabei trägt die Familie selbst viel zur Integration und zum kulturellen Austausch bei. Im „Demokratie leben“-Zentrum helfen sie im Garten, haben Fenster gestrichen oder auch den Umsonstladen mit eingerichtet. Und während sie sich mit der deutschen Küche nur langsam anfreunden können, geraten Forchhammers von den Kochkünsten der syrischen Gäste ins Schwärmen. Regelmäßig traf man sich schon zum gemeinsamen Essen.

„Es gibt viele Leute, für die könnte ich bleiben“, meint Ruba. Doch die Suche nach Arbeit treibt die Familie weiter. In Dortmund hofft Osama – der als Kunstschlosser tätig war – auf einen Job in der Metallverarbeitung. Ruba möchte sich dann auch wieder als Designerin und Schneiderin betätigen.

Wenke Büssow-Krämer

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